PubertätJeder dritte Jugendliche wird gegen Eltern aggressiv – dieses Alter ist das schlimmste
SDA
2.2.2026 - 10:13
Körperliche Angriffe von Jugendlichen auf ihre Eltern sind keine Seltenheit, wie eine neue Studie zeigt. (Symbolbild)
Keystone
Eine Studie der Universität Zürich beleuchtet, wie oft Jugendliche aggressiv gegenüber ihren Eltern sind. Mit 13 Jahren ist das Konfliktpotenzial demnach am grössten – und sinkt in den Folgejahren kontinuierlich ab.
Keystone-SDA
02.02.2026, 10:13
02.02.2026, 10:14
SDA
Keine Zeit? blöue News fasst für dich zusammen
Ein Drittel der Schweizer Jugendlichen werden mindetens einmal im Leben aggressiv gegenihre Eltern, besagt eine Zürcher Studie.
Dieses Verhalten kulmuliert im Alter von 13 Jahren, danach sinkt die Wahrscheinlichkeit kontînuierlich.
Einzelne Ausaster sind kein Prolem – wer jedoch ein Muster erkennt, muss handeln, sagen Experten.
Laut einer Studie der Universität Zürich wird rund ein Drittel der Jugendlichen mindestens einmal körperlich aggressiv gegenüber den Eltern. Am häufigsten tritt dieses Verhalten im Alter von 13 Jahren auf. Die Studie begleitete über 1500 junge Menschen.
Die Gewaltbereitschaft folgt dabei einer klaren Entwicklungskurve, wie aus der im Fachblatt «European Child & Adolescent Psychiatry» veröffentlichten Studie hervorgeht. Sie steigt in der frühen Jugend an und erreicht im Alter von 13 Jahren mit über 15 Prozent Betroffenen ihren Höhepunkt.
Danach nimmt die Häufigkeit körperlicher Aggressionen kontinuierlich ab. Mit 24 Jahren zeigten knapp 5 Prozent noch ein solches Verhalten. Laut den Forschenden handelt es sich meist um einzelne Vorfälle im Kontext von Konflikten während der Pubertät und nicht um systematische Gewalt.
Konflikte sind normal
Besorgniserregend ist laut der Studienautorin Lilly Shanahan jedoch, dass zwei von fünf der Betroffenen dieses Verhalten zu mehreren Zeitpunkten zeigten, wie aus der Mitteilung der Universität vom Montag hervorgeht. «Konflikte zwischen Eltern und Jugendlichen sind normal und sogar wichtig für die Entwicklung», so auch Mitautor Denis Ribeaud.
«Einzelne kleinere Ausraster in der Pubertät sollte man reflektieren, sie sind aber nicht unbedingt Grund zur Sorge – ein Muster hingegen schon: Wiederholte körperliche Aggression und deren steigende Intensität sind ebenso Warnsignale wie mangelnde Reue oder aggressives Verhalten auch ausserhalb der Familie.»
Die Studie fand keinen signifikanten Einfluss des Bildungsniveaus oder des sozioökonomischen Status der Familie. Als Risikofaktoren gelten hingegen körperliche Bestrafung durch die Eltern, häufige elterliche Streitigkeiten sowie Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätssymptome (ADHS) bei den Jugendlichen.
Das Risiko für körperliche Aggressionen sinkt, wenn Kinder lernen, konstruktiv mit Konflikten umzugehen. Auch ein unterstützendes Erziehungsumfeld, in dem Eltern Interesse zeigen und emotionale Unterstützung bieten, wirkt sich positiv aus.
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