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Erstmals zusammen im Verhör: Jacques und Jessica Moretti.
Bild: Jean-Christophe Bott/KEYSTONE/dpa
Im Fall der tödlichen Brandkatastrophe von Crans-Montana gibt es eine neue Entwicklung. Gegen die Mitinhaberin der betroffenen Bar, Jessica Moretti, wird nun zusätzlich wegen Urkundenfälschung ermittelt. Im Zentrum steht eine mutmasslich manipulierte Rechnung für den verwendeten Schaumstoff.
Jessica Moretti, Mitinhaberin der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana, sieht sich im Zusammenhang mit der Untersuchung zur Brandkatastrophe von Neujahr mit einem zusätzlichen Vorwurf konfrontiert. Die zuständigen Staatsanwältinnen werfen ihr neu auch Urkundenfälschung vor.
Mehrere Anwälte bestätigten am Freitag in Sitten einen Bericht des Westschweizer Radio und Fernsehens RTS. Jacques und Jessica Moretti wurden in der Kantonshauptstadt gleichentags von den Ermittlungsbehörden befragt.
Die neue Anschuldigung steht demnach im Zusammenhang mit einer mutmasslich gefälschten Rechnung für den im Lokal verwendeten Schaumstoff, der in der Brandnacht Feuer gefangen hatte.
Nach Angaben von RTS soll die Änderung der Rechnung allerdings steuerliche Gründe gehabt haben und nicht direkt mit der Tragödie vom 1. Januar zusammenhängen.
«Wir haben damit ein Stück weit gerechnet», sagte Nicolas Mattenberger, einer der Anwälte der Zivilparteien. «Das im Rahmen der Untersuchung eingereichte Dokument erschien fragwürdig. Deshalb mussten dazu Erklärungen geliefert werden.»
Auch Opferanwalt Romain Jordan äusserte sich kritisch: «Es handelt sich nicht um irgendeine Rechnung, sondern um ein Dokument im Zusammenhang mit der Herkunft des Schaumstoffs.» Er stellte zudem die Frage, wann endlich glaubwürdige Aussagen gemacht würden, ohne gefälschte Dokumente vorzulegen, und sprach von mangelndem Respekt gegenüber den Opfern.
Wie die «NZZ» schreibt, warnte Jessica Moretti eine Gruppe von Mitarbeitenden in einer Whatsapp-Nachricht jedoch auch vor möglichen Schäden durch bengalische Kerzen in ihrer Bar Le Constellation. Besonders vor Kontakt mit den Sofas sowie dem schalldämmenden Schaumstoff wurde gewarnt. Jessica Moretti erklärte in der Befragung, die Nachricht sei ironisch gemeint gewesen.
Wie die übrigen 13 Beschuldigten war Jessica Moretti bereits zuvor der fahrlässigen Tötung, fahrlässigen Brandverursachung und fahrlässigen schweren Körperverletzung beschuldigt worden.
Diese Anhörungen sorgten für erhebliche Spannungen: Angehörige von Opfern stellten das Ehepaar bei dessen Ankunft auf dem Campus Energypolis zur Rede, umringten und bedrängten es. Nach diesem Vorfall kündigte die Kantonspolizei eine Verschärfung ihres Sicherheitsdispositivs an.