Die Todesursache des Zürcher SVP-Nationalrats Alfred Heer ist geklärt. Er starb an akutem Herzversagen, wie die Zürcher Staatsanwaltschaft auf Anfrage des «Tages-Anzeigers» mitteilt. Ein Fremdverschulden werde ausgeschlossen. Die Ermittlungen seien inzwischen beendet.
Alfred Heer war in der Nacht auf den 19. September im Alter von 63 Jahren überraschend verstorben. Die Stadtpolizei bestätigte damals, dass sie in der Nacht auf Freitag einen Einsatz im Stadtkreis 4 wegen eines medizinischen Notfalls hatte. Vor Ort konnte lediglich noch der Tod Heers festgestellt werden.
Heer war langjähriges Mitglied des Nationalrats und des Europarats. Er betrat die Politbühne im Jahr 1994 mit seinem Einzug ins Zürcher Stadtparlament, danach war er Kantonsrat und seit 2007 Mitglied des Nationalrats. 2011 folgte die Wahl in den Europarat. In Zürich führte er von 2009 bis 2016 die Kantonalpartei und vertrat eine harte Linie in der Migrationspolitik.
Politische Ambitionen
Im Nationalrat war er unter anderem Mitglied der Geschäftsprüfungskommission und der Geschäftsprüfungsdelegation. In seiner Präsidiumszeit 2021/22 fiel unter anderem die Aufklärung des Falls «Crypto AG». Auch im Europarat amtierte er gewissermassen als Kontrolleur. Von 2016 bis 2018 verstärkte er die Korruptionsbekämpfung innerhalb der parlamentarischen Versammlung.
Bundesrat Rösti zum Tod von Nationalrat Alfred Heer
Bundesrat Albert Rösti zeigte sich am Nachmittag tief betroffen über den Tod. Sichtlich bewegt sprach er vom «langjährigen und sehr vertrauten Kollegen im Nationalrat».
19.09.2025
Zuletzt unterstützte er Altbundesrat Alain Berset (SP) bei der Wahl zum Generalsekretär des Europarats. Aussenpolitisch war Heer als überzeugter Anhänger einer Pro-Israel-Politik bekannt. Er besuchte das Land mehrfach.
Während seiner politischen Laufbahn äusserte Heer Ambitionen für verschiedene weitere Ämter – so wollte er 2019 für die Ständeratswahlen kandidieren, zog seine Kandidatur dann aber zugunsten derjenigen von Weltwoche-Verleger und Nationalrat Roger Köppel zurück.
2023 unternahm Heer einen weiteren Anlauf, unterlag jedoch parteiintern gegen seinen Nationalratskollegen Gregor Rutz, der den Sprung in die kleine Kammer in der Wahl nicht schaffte.
Heer lebte in der Stadt Zürich und betrieb gemeinsam mit seinem Parteikollegen Mauro Tuena ein IT-Unternehmen. Er hinterlässt eine erwachsene Tochter.