«Swiss Eating Quiz»Bund plant Einführung eines neuen Ernährungstests
ai-scrape
22.11.2025 - 08:26
Schweiz führt ein Ernährungstool nach australischem Vorbild ein, das individuelles Feedback zum Essverhalten gibt. (Symbolbild)
Tobias Hase/dpa
Der Bund unterstützt ein Projekt, das einen Ernährungstest nach australischem Vorbild in der Schweiz einführen soll. Ziel ist es, den Bürgern direktes Feedback zu ihrem Essverhalten zu geben.
Die Schweiz plant, ein Ernährungstool nach australischem Vorbild einzuführen, das den Bürgerinnen und Bürgern individuelles Feedback zu ihrem Essverhalten liefern soll. Entwickelt wird das Projekt an der Berner Fachhochschule, finanziert mit Steuermitteln. Das berichtete der «Blick».
Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) sieht im «Swiss Eating Quiz» grosses Potenzial. Das Tool soll Nutzer*innen nicht nur eine persönliche Rückmeldung zu ihren Essgewohnheiten geben – die gesammelten Daten sollen laut BLV auch wissenschaftlichen Nutzen haben.
So könnten «wichtige Erkenntnisse gewonnen werden, die wiederum für Massnahmen zuhanden einer gesunden Ernährung verwendet werden können», erklärt eine Sprecherin vom BLV dem «Blick». Man erhoffe sich Informationen «zur Essfrequenz als Ergänzung zu den bisherigen Ernährungserhebungen».
Konzept an Schweizer Ernährungsgewohnheiten anpassen
In Australien ist ein ähnlicher Test bereits im Einsatz: Dort erhalten Teilnehmende innerhalb von rund 15 Minuten eine Einschätzung, wie ausgewogen ihre Ernährung ist. Sie beantworten detaillierte Fragen und bekommen im Anschluss eine direkte Bewertung.
Die Berner Fachhochschule arbeitet bei der Entwicklung eng mit den Erfindern des australischen «Healthy Eating Quiz» zusammen, um das Konzept an Schweizer Ernährungsgewohnheiten anzupassen. Die Rückmeldungen basieren auf den aktuellen Schweizer Ernährungsempfehlungen, die Teilnahme ist freiwillig und anonym, schreibt die Zeitung weiter.
Laut BLV ist das Tool einfach zu bedienen und verfolgt keine kommerziellen Ziele. Nur wer zustimmt, erlaubt ihre Nutzung für Forschungszwecke. Langfristig könnte es in Präventionsprogramme eingebunden werden, etwa um auch Aspekte der Nachhaltigkeit stärker zu berücksichtigen.
Zudem hat der Bund nach 13 Jahren erstmals die Lebensmittelpyramide letztes Jahr überarbeitet. Vor allem frische Lebensmittel statt verarbeitete seien wichtig, teilte das BLV damals mit. Ein geringerer Konsum von verarbeiteten Lebensmitteln mit einer langen Zutatenliste könne zur Vorbeugung von nicht-übertragbaren Krankheiten beitragen.
Die Basis für eine ausgewogene Ernährung bleibt in der Lebensmittelpyramide die Flüssigkeitszufuhr, am besten ein bis zwei Liter Wasser pro Tag. Danach folgen empfohlene fünf Portionen bunte und saisonale Gemüse und Früchte. Bei den drei Portionen an Getreideprodukten und Kartoffeln für die Kohlenhydrate sollen Vollkornprodukte bevorzugt werden.
Weiterhin empfohlen werden zwei bis drei Portionen Milchprodukte pro Tag. Bei den Proteinen seien die pflanzlichen (wie Hülsenfrüchte) aber vor die tierischen (wie Fleisch und Fisch) gerückt. Bei den Ölen sind auch Nüsse und Samen abgebildet, während an der Spitze der Pyramide – und damit entbehrlich für die tägliche Ernährung – neben Süssem und Snacks erstmals Süssgetränke erwähnt wurden.