«Dann war es zu spät» Jugendlicher (17) von Tram erfasst und mitgeschleift – jetzt spricht er

Sven Ziegler

24.11.2025

Ein Cobra-Tram auf der Zürcher Hardbrücke. (Archivbild)
Ein Cobra-Tram auf der Zürcher Hardbrücke. (Archivbild)
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In Zürich ist am Freitagabend ein 17-jähriger Fussgänger von einem Tram erfasst und schwer verletzt worden. Nun schildert der Jugendliche, wie er den Moment des Unfalls erlebt hat – und trotzdem von Glück spricht.

Sven Ziegler

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Ein 17-Jähriger wurde beim Bahnhof Stadelhofen von einem Tram der Linie 8 erfasst.
  • Der Schüler überlebte schwer verletzt und liegt im Unispital Zürich.
  • Er beschreibt, wie er den Unfall wahrnahm – und bedankt sich bei den Einsatzkräften.

Beim Bahnhof Stadelhofen kam es am Freitag kurz vor 22 Uhr zu einem schweren Tram-Unfall. Ein Cobra-Tram der Linie 8 erfasste einen Fussgänger. Die Stadtpolizei Zürich bestätigte am Abend einen Einsatz mit mehreren Rettungskräften; der Bereich rund um den Sechseläutenplatz war vorübergehend gesperrt.

Der Verletzte: ein 17-jähriger Schüler aus Erlenbach ZH. Nun meldet sich der Jugendliche selbst zu Wort, wie der «Blick» schreibt. Aus dem Spital erzählt er, was er vom Unfall noch weiss. Ein Kollege habe plötzlich gerufen: «Sei vorsichtig, da kommt ein Tram!»

Nils blickte sich um – aber in der Annahme, die Warnung gelte jemand anderem. «Dann habe ich das Tram gesehen. Und dann war es zu spät», sagt er der Zeitung.

Er erinnert sich an den Aufprall – und daran, dass er kurz darauf von einem Freund wachgerüttelt wurde. Wenige Minuten später verlor er erneut das Bewusstsein und kam erst am frühen Morgen im Unispital wieder zu sich.

Mehrere Knochenbrüche – aber keine lebensbedrohlichen Verletzungen

Der Teenager hat eine gebrochene Nase, ein gebrochenes Bein und zahlreiche Schürfwunden. Trotzdem: Lebensgefahr bestand laut Spital nicht. In einem Moment der Klarheit unter dem Tram habe er realisiert, dass er seine Beine spüren konnte. «Da wusste ich: Ich bin noch da.»

Heute zeigt er sich erstaunlich gefasst: «Natürlich habe ich Schmerzen, aber insgesamt geht es mir gut.»

Familie dankt Einsatzkräften

Die Familie, die ursprünglich aus den Niederlanden stammt und in Erlenbach lebt, zeigt sich erleichtert. Der 17-Jährige selbst richtet sich mit einer Botschaft an jene, die am Freitagabend im Einsatz standen: «Vielen Dank an alle, die mir geholfen haben. Polizei, Feuerwehr, Ambulanz – sie haben einen fantastischen Job gemacht.»

Und an die Menschen, die den Unfall beobachten mussten: «Es tut mir leid, dass ihr das sehen musstet. Aber ihr dürft wissen: Es geht mir wieder gut.»