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Auf 75 Millionen Franken

Juso betreibt UBS-Chef Sergio Ermotti

Group Chief Executive Officer of Swiss Bank UBS Sergio P. Ermotti attends the Point Zero Forum at the Circle in Zurich, Switzerland on Tuesday June 27, 2023. (KEYSTONE/Michael Buholzer).

Group Chief Executive Officer of Swiss Bank UBS Sergio P. Ermotti attends the Point Zero Forum at the Circle in Zurich, Switzerland on Tuesday June 27, 2023. (KEYSTONE/Michael Buholzer).

KEYSTONE

Die Juso fordert von UBS-CEO Sergio Ermotti auf 75 Millionen Franken. Die Jungpartei macht damit auf die Erbschaftssteuer-Initiative aufmerksam, die am 30. November 2025 zur Abstimmung kommt.

Redaktion blue News

Redaktion blue News

25.07.2025, 12:46•25.07.2025, 13:51

In den nächsten Tagen könnte der Name von Sergio Ermotti, dem Chef der UBS, im Zuger Betreibungsregister auftauchen, schreibt «Watson».

Hintergrund ist eine Forderung der Jungpartei Juso Schweiz über 75 Millionen Franken. Die Summe soll laut einer Rechnung vom 19. März 2023 für «Klimaverschmutzung» geltend gemacht werden.

Juso-Präsidentin Mirjam Hostetmann begründet die Forderung damit, dass Ermotti als «Superreicher» durch sein Handeln zur Zerstörung natürlicher Lebensgrundlagen beitrage. Die Höhe der Summe entspricht dem Betrag, den seine Erben laut Juso im Falle einer Annahme ihrer Erbschaftssteuer-Initiative bezahlen müssten.

Diese Initiative, die am 30. November 2025 zur Abstimmung kommt, sieht vor, dass Vermögen über 50 Millionen Franken mit 50 Prozent besteuert werden, um Massnahmen gegen die Klimakrise zu finanzieren.

Das Vermögen des Top-Bankers wird laut «Watson» auf 150 bis 200 Millionen Franken geschätzt.

Diesen unerfreulichen Brief hat UBS-CEO Sergio Ermotti vom Betreibungsam Zug erhalten.

Diesen unerfreulichen Brief hat UBS-CEO Sergio Ermotti vom Betreibungsam Zug erhalten.

Watson/Juso

Betreibung ist politisch motiviert

Die Juso hat das Datum der Forderung bewusst auf den 19. März 2023 gelegt – jenen Tag, an dem die UBS die Credit Suisse übernommen hat. Wenige Tage später wurde Ermotti erneut zum CEO ernannt.

Hostetmann betont gegenüber «Watson», dass Banken eine Mitverantwortung für die Klimaerwärmung trügen – und Ermotti als deren CEO in der Verantwortung stehe.

Ein Teil seines zukünftigen Erbes solle daher zur Bekämpfung der Klimakrise eingesetzt werden. Die Erben des Top-Managers hätten nichts für das erwartete Vermögen geleistet, argumentiert die Juso-Präsidentin.

Jurist hält Betreibung für missbräuchlich

Rechtlich dürfte die Forderung allerdings wenig Substanz haben. Der Medienrechtler Urs Saxer bezeichnet die Betreibung als politische Aktion ohne ernsthafte Grundlage. Dennoch sei eine öffentliche Diskussion über das Vermögen Ermottis legitim.

Auch Schuldbetreibungs- und Konkursrechtsexperte Samuel Baumgartner äussert Zweifel an der rechtlichen Zulässigkeit. Zwar könne grundsätzlich jede Person eine Betreibung einleiten – auch ohne Nachweis einer Forderung. Doch mit einem Rechtsvorschlag könne der Schuldner das Verfahren vorerst stoppen.

In diesem Fall liege klar ein Rechtsmissbrauch vor, da es sich nicht um eine reale finanzielle Forderung, sondern um ein politisches Signal handle.

Die Aktion dürfte für die Jungsozialist*innen nicht ganz billig gewesen sein. Die Gebühr für einen Zahlungsbefehl ist abhängig von der geforderten Summe. Ab einem Betrag von einer Million Franken kostet das Ausstellen des Zahlungsbefehls pauschal 400 Franken – zahlbar im Voraus.

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