«Man weiss, wer im Stadion ist, wenn es zu Straftaten kommt»

Von Philipp Dahm

19.11.2021

Die Grasshopper Fans zuenden Pyros im Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen dem Grasshopper Club und dem FC Zuerich im Letzigrund, am Samstag, 23. Oktober 2021 in Zuerich. (KEYSTONE/Ennio Leanza)
Grasshopper-Fans zünden am 23. Oktober im Letzigrund Pyros beim Derby gegen den FCZ.
Bild: Keystone

Die Konferenz der Kantonalen Justiz- und Polizeidirektorinnen und -direktoren will Ausschreitungen wie zuletzt in Zürich verhindern – und Tickets nur noch gegen Identifikation abgeben.

Von Philipp Dahm

19.11.2021

Gestern und heute hat sich die Konferenz der Kantonalen Justiz- und Polizeidirektorinnen und -direktoren (KKJPD) in Mendrisio beraten – und heute stand auch das Thema Hooliganismus auf der Agenda.

blue News erreicht den Luzerner SVP-Regierungsrat Paul Winiker auf der Rückreise aus dem Tessin. Der Vorsitzende der AG Bewilligungsbehörden berichtet, wie die Kantone in der Sache denken.

Zur Person
Der Luzerner Regierungsrat Paul Winiker anlaesslich einer Podiumsdiskusion der AVIA, zur bevorstehenden Referendumsabstimmung zur Beschaffung von neuen Kampfflugzeugen am Samstag, 22. August 2020 im Le Theatre in Emmenbruecke. (KEYSTONE/Urs Flueeler).
KEYSTONE

Paul Winiker ist seit 2015 Regierungsrat in Luzern. Der SVP-Politiker steht dem Justiz- und Sicherheitsdepartement vor.

Was ist bei der heutigen Sitzung in Sachen Hooligans herausgekommen?

Wir haben eine einstimmige Forderung an die Bewilligungsbehörden gestellt, ab der Saison 22/23 Tickets nur noch gegen Identifikation auszugeben. Die Massnahme ist von den Polizeikommandanten vorgeschlagen worden.

Was erhoffen Sie sich davon?

Sie dient einerseits dazu, dass man weiss, wer im Stadion ist, wenn es zu Straftaten oder Gewalt kommt, und sie wirkt andererseits präventiv, weil man kontrollieren kann, dass keine Leute mit Stadion- oder Rayonverbot ins Stadion kommen.

Kann die Massnahme Randale wie zuletzt in Zürich verhindern?

Es ist nur eine Teil-Massnahme. Sie wird nicht alles verhindern – vor allem bei dem, was vor dem Stadion stattfindet. Aber es ist eine Grund-Massnahme, die sinnvoll, einfach und technisch problemlos durchführbar ist.

Das hat nicht zuletzt die Pandemie gezeigt.

Es wurde oft moniert, es sei zu aufwändig und gehe nicht. Aber ich habe es beim Länderspiel am Montag erlebt: 17'000 Zuschauerinnen und Zuschauer, ein volles Stadion und es gab keine Probleme mit der Identitätskontrolle. Das sollte auch weiterhin möglich sein.

Swiss players with midfielder Xherdan Shaqiri, left, celebrate during the 2022 FIFA World Cup European Qualifying Group C match between Switzerland and Bulgaria at the Swissporarena stadium in Lucerne, Switzerland, Monday, November 15, 2021. (KEYSTONE/Alessandro della Valle)
Es geht doch: Fans, Xherdan Shaqiri und Co freuen sich am 15. November in Luzern Nati-Sieg gegen Bulgarien.
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Waren auch andere Massnahmen im Gespräch?

Es wurde auch über die Massnahme Sperrung des Gästesektor gesprochen. Das ist eine der potenziellen Massnahmen, die auch von der Polizeidirektoren-Konferenz geprüft worden ist.

Mit welchem Ergebnis?

Die Massnahme kann vom Verband oder von den Vereinen verhängt werden, wenn andere Mittel nicht ausreichen. Das ist aber bereits im Hooligan-Konkordat festgelegt worden.