Geschädigte sind nur Senioren Kapo Aargau warnt vor dieser dreisten Strom-Betrugsmasche

Dominik Müller

13.4.2026

Die Betrüger geben sich als Stromableser aus und verlangen Zutritt zur Wohnung.
Die Betrüger geben sich als Stromableser aus und verlangen Zutritt zur Wohnung.
Symbolbild: Keystone

Seit Anfang Jahr häufen sich Vorfälle, bei denen Diebe an der Haustüre von Senioren auftauchen und sich als Stromableser ausgeben. Die Kantonspolizei Aargau mahnt zu Vorsicht.

Dominik Müller

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  • In Aargauer Gemeinden gaben sich Täter als angebliche Stromableser aus, um sich Zutritt zu Wohnungen zu verschaffen und Wertsachen zu stehlen.
  • Besonders betroffen sind Seniorinnen und Senioren, wobei die Täter oft zu zweit vorgehen und mit Ablenkungsmanövern arbeiten.
  • Laut Kantonspolizei wurden seit Jahresbeginn rund 30 Fälle registriert.

Er sei Angestellter der industriellen Betriebe und müsse den Stromzähler ablesen, behauptete der Unbekannte an der Wohnungstüre. Sofort drängte er sich in die Wohnung und ging mit einem Gerät, das Signaltöne verursachte, durch die Räume.

Die 89-jährige Bewohnerin schöpfte Verdacht und wies den Fremden lautstark aus der Wohnung. Als er verschwunden war, musste die Frau erkennen, dass eine Armbanduhr fehlte. Mit der gleichen Masche gelangte am selben Tag ein Dieb auch in die Alterswohnung einer 93-Jährigen. Dort erbeutete der Täter Schmuck im Wert von rund 15'000 Franken.

Beide Vorfälle ereigneten sich am 25. März in zwei Aargauer Gemeinden, wie die Kapo Aargau nun in einer Mitteilung schreibt. Bereits seit Anfang Jahr beobachte die Kantonspolizei demnach eine auffällige Häufung solcher Delikte. Auf den ganzen Kanton verteilt, verzeichnet sie gegen 30 Fälle mit dieser spezifischen Masche.

Bei den Geschädigten handelt es sich ausnahmslos um Seniorinnen und Senioren, die mehrheitlich in Wohnungen, vereinzelt aber auch in Einfamilienhäusern leben.

So gehen die Täter vor

Sämtliche dieser Straftaten tragen gemäss Kapo die Handschrift von Tätern, die sich offensichtlich auf diese Methode spezialisiert haben. Die Erfahrung zeige, dass die Kriminellen oftmals zu zweit vorgehen: Während einer das Opfer ablenkt, schleicht ein Komplize in die Wohnung und sucht nach Bargeld, Bankkarten oder Wertsachen. Soweit die Kantonspolizei ein Signalement erheben konnte, war von Tätern und Täterinnen aus Ost- oder Südosteuropa die Rede, welche gebrochenes Deutsch sprachen.

Die Kantonspolizei Aargau mahnt ältere Menschen zu Vorsicht. «Egal, ob sich die Unbekannten als Strom-, Wasserableser oder als Handwerker ausgeben, sollen unangemeldete Personen nicht ins Haus gelassen werden», heisst es in der Mitteilung. Im Zweifel sollen Nachbarn hinzugezogen und die Polizei informiert werden.