Bis zu 4 Prozent mehr Schweizer geraten beim Ausland-Shopping unbemerkt in fiese Gebührenfalle

Sven Ziegler

30.4.2026

Einkaufen ennet der Grenze kann für Schweizer teuer werden. (Symbolbild)
Einkaufen ennet der Grenze kann für Schweizer teuer werden. (Symbolbild)
Keystone/Gian Ehrenzeller

Wer in Deutschland mit einer Schweizer Karte bezahlt, kann plötzlich mehr zahlen als erwartet. Genau das ist einer Touristin in Berlin passiert – und sorgt nun für Kritik. Dahinter steckt ein System, das zwar legal ist, aber Fragen aufwirft.

Sven Ziegler

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  • In Deutschland können bei Kartenzahlungen mit Schweizer Karten Zuschläge von bis zu rund vier Prozent anfallen.
  • Der Zahlungsanbieter Flatpay erlaubt solche Gebühren, um zusätzliche Kosten für Händler zu decken.
  • Konsumentenschützer kritisieren vor allem die mangelnde Transparenz und unklare Information vor dem Kauf.

Eine Restaurantrechnung, die plötzlich höher ausfällt als erwartet – genau das hat eine Schweizer Touristin in Berlin erlebt. Wie das SRF-Konsumentenmagazin «Espresso» berichtet, bemerkte sie den Aufpreis erst beim Bestätigen der Zahlung am Terminal. Der angezeigte Betrag lag über dem Preis auf der Rechnung.

Auffällig war dabei ein Detail: Die Abweichung trat immer dann auf, wenn sie an Geräten des Zahlungsanbieters Flatpay bezahlte. Auf dem Display erschien der Hinweis, dass für «Nicht-EU-Karten» eine Zusatzgebühr erhoben werde.

Zuschlag rechtlich zulässig

Rechtlich ist diese Praxis möglich. Innerhalb der EU sind zusätzliche Gebühren für Kartenzahlungen aus Mitgliedstaaten verboten. Für Karten aus Ländern ausserhalb der EU – dazu gehört auch die Schweiz – gelten jedoch andere Regeln.

Wie das Europäische Verbraucherzentrum Deutschland laut SRF erklärt, dürfen Händler solche Zuschläge erheben, sofern bestimmte Bedingungen erfüllt sind. Dazu gehört, dass Kundinnen und Kunden vor dem Kauf informiert werden und eine kostenlose Alternative, etwa Barzahlung, angeboten wird. Zudem darf die Gebühr nicht höher sein als die tatsächlichen Zusatzkosten für den Händler.

Kritik an mangelnder Transparenz

Genau hier setzt die Kritik an. Die betroffene Touristin bemängelt gegenüber SRF, dass der Zuschlag weder klar angekündigt noch verständlich ausgewiesen worden sei. Weder habe es sichtbare Hinweise im Geschäft gegeben, noch habe das Personal Auskunft geben können.

Auch die Darstellung am Terminal sei problematisch. Zwar erscheine der Hinweis auf die Zusatzgebühr, doch die konkrete Höhe werde nicht separat ausgewiesen. Stattdessen werde der Betrag direkt auf den Kaufpreis aufgeschlagen.

Hinzu kommt die Höhe der Gebühr: Laut Angaben des Kundendienstes von Flatpay beträgt sie rund 3,75 Prozent. Für die Kundin ist das unverhältnismässig – insbesondere, weil der Zuschlag unabhängig vom Einkaufswert gleich hoch ausfalle.

Offene Fragen zum Geldfluss

Ob auch andere Anbieter ähnliche Funktionen anbieten, ist laut SRF derzeit nicht klar. Bislang seien entsprechende Beispiele vor allem aus Deutschland bekannt geworden.

Für Schweizerinnen und Schweizer bedeutet das: Wer im Ausland mit Karte bezahlt, sollte den angezeigten Betrag genau prüfen – sonst kann es an der Kasse teurer werden als gedacht.