Türkei beginnt mit dritten Impfungen +++ Neuinfektionen in Portugal auf höchstem Stand seit Februar

Agenturen/red

30.6.2021

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie setzt die türkische Regierung überraschend auf eine dritte Impfung. Unterdessen steigen die Infektionszahlen in Portugal weiter rasant. Die Ereignisse des Tages im Überblick.

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie setzt die türkische Regierung auf eine dritte Impfung. Das Gesundheitspersonal sowie Menschen über 50 Jahre, die bereits zweimal gegen das Coronavirus geimpft wurden, könnten sich ab Donnerstag für eine dritte Impfung registrieren, sagte der türkische Gesundheitsminister Fahrettin Koca laut der Staatsagentur Anadolu. Zu den Hintergründen der Entscheidung gab der Minister vorerst nichts bekannt.

Die Menschen könnten den Impfstoff unabhängig von den vorangegangenen Impfungen selbst wählen, hiess es. Die Türkei impft zurzeit mit dem Präparat von Biontech/Pfizer und mit einem des chinesischen Herstellers Sinovac. Bisher haben sich nach offiziellen Zahlen rund 40 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal impfen lassen.

Zahl der Corona-Neuinfektionen in Portugal auf höchstem Stand seit Mitte Februar

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Portugal hat den höchsten Stand seit Mitte Februar erreicht. Binnen 24 Stunden wurden 2362 neue Fälle verzeichnet, wie die Gesundheitsbehörden mitteilten. Mehr als die Hälfte davon entfiel auf die Hauptstadtregion Lissabon. Auch die Zahl der Corona-Patienten steigt in Portugal an. Den Daten zufolge gehen die meisten Infektionen in dem Land inzwischen auf die hochansteckende Delta-Variante des Coronavirus zurück.

Im Kampf gegen den Anstieg der Infektionszahlen hatte die portugiesische Regierung in der vergangenen Woche die Corona-Massnahmen in mehreren Regionen verschärft. Unter anderem wurden die Öffnungszeiten der Restaurants und die zugelassene Gästezahl eingeschränkt. An den Wochenenden gilt ein Reiseverbot zwischen der Hauptstadtregion und dem Rest des Landes.

Wegen der starken Ausbreitung der Delta-Variante hatte die Bundesregierung Portugal kürzlich als Virusvariantengebiet eingestuft, was besonders strenge Regeln bei der Wiedereinreise nach Deutschland zur Folge hat. Die Einstufung erfolgte zunächst für zwei Wochen, eine Verlängerung ist aber möglich. Als Virusvariantengebiete werden Länder oder Regionen eingestuft, in denen ansteckendere Varianten des Coronavirus verbreitet auftreten.


Die Ereignisse des Tages im Überblick:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Portugal hat den höchsten Stand seit Mitte Februar erreicht.
  • Die Schweiz spendet vier Millionen Impfdosen des Stoffes Astrazeneca gegen das Coronavirus.
  • Das BAG meldet 129 Neuinfektionen und einen Toten.
  • Fast drei Millionen Schweizer sind nun vollständig geimpft.
  • Die Schweiz spendet der WHO vier Millionen Impfdosen.
  • Die Delta-Variante befällt Ungeimpfte zehn- bis zwanzigmal häufiger als Geimpfte, warnt Taskforce-Mitglied Urs Karrer.

Agenturen/red

30.6.2021

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  • 22.16 Uhr
    Wir beenden den Live-Ticker am Mittwoch
  • 21.01 Uhr
    Delta-Variante verschärft Coronakrise im Iran

    Im Iran verstärkt sich die Sorge vor der Delta-Variante des Coronavius. «Wir sind deswegen schon seit einer Woche in der fünften Corona-Welle, die sich demnächst auch negativ auf die Anzahl der Toten und Neuinfektionen auswirken könnte», sagte Nader Tawakoli, Mitglied der nationalen Corona-Zentrale.

    Falls die Entwicklung so weitergehe, werde auch die Hauptstadt und Millionenmetropole Teheran bald wieder zur Roten Zone und somit als extrem infektionsgefährdet deklariert, so der Facharzt für Notfallmedizin laut Nachrichtenagentur Isna.

    Der Iran ist von der Corona-Pandemie besonders hart betroffen. Seit Beginn der Pandemie im Februar 2020 wurden laut Gesundheitsministerium mehr als 84'000 Todesfälle und über 3,2 Millionen Infektionen registriert.

    US-Sanktionen haben die Wirtschaftskrise im Land verschärft und erschweren den Kauf von ausländischen Impfstoffen erheblich. Dementsprechend gehen auch die Corona-Impfungen für die über 83 Millionen Menschen nur schleppend voran. Zwar soll das Land sieben Arten von lokalen Impfstoffen entwickelt haben, für eine Massenimpfung jedoch sind diese noch nicht zugelassen. Bislang wurden nur knapp über sieben Prozent der Iraner mit hauptsächlich russischen und chinesischen Vakzinen geimpft.

  • 20.33 Uhr
    Delta-Anteil an neuen Corona-Infektionen in Deutschland erneut verdoppelt

    Die besonders ansteckende Delta-Variante des Coronavirus ist auch in Deutschland weiter auf dem Vormarsch. Der Anteil der Ansteckungen mit der zuerst in Indien festgestellten Variante an allen Corona-Neuinfektionen verdoppelte sich in der dritten Juniwoche erneut, wie das deutsche Robert Koch-Institut (RKI) mitteilte. Die Experten gehen davon aus, dass Delta spätestens in dieser Woche zum dominierenden Virusstamm wird.

    Bereits in der Kalenderwoche 24, also bis zum 20. Juni, erhöhte sich der Anteil der Delta-Ansteckungen dem RKI zufolge auf 37 Prozent. «Die aktuell vorliegenden Daten zeigen, dass damit zu rechnen ist, dass die Variante B.1.617.2 (Delta) sich gegenüber den anderen Varianten (...) durchsetzen wird» und ab Kalenderwoche 26 «mindestens die Hälfte aller Neuinfektionen ausmacht», fügten die Experten hinzu.

    Trotz des steigenden Anteils der Delta-Variante ging die Gesamt-Inzidenz in Deutschland in den vergangenen Wochen stetig zurück. In Ländern wie Grossbritannien, Russland und Portugal war nach grossflächiger Ausbreitung der Delta-Variante allerdings auch die Gesamtinzidenz wieder gestiegen.

  • 19.52 Uhr
    Türkei beginnt mit dritten Corona-Impfungen

    Im Kampf gegen die Corona-Pandemie setzt die türkische Regierung auf eine dritte Impfung. Das Gesundheitspersonal sowie Menschen über 50 Jahre, die bereits zweimal gegen das Coronavirus geimpft wurden, könnten sich ab Donnerstag für eine dritte Impfung registrieren, sagte der türkische Gesundheitsminister Fahrettin Koca  laut der Staatsagentur Anadolu. Zu den Hintergründen der Entscheidung gab der Minister vorerst nichts bekannt.

    Die Menschen könnten den Impfstoff unabhängig von den vorangegangenen Impfungen selbst wählen, hiess es. Die Türkei impft zurzeit mit dem Präparat von Biontech/Pfizer und mit einem des chinesischen Herstellers Sinovac. Bisher haben sich nach offiziellen Zahlen rund 40 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal impfen lassen.

  • 19.31 Uhr
    Zahl der Corona-Neuinfektionen in Portugal auf höchstem Stand seit Mitte Februar

    Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Portugal hat den höchsten Stand seit Mitte Februar erreicht. Binnen 24 Stunden wurden 2362 neue Fälle verzeichnet, wie die Gesundheitsbehörden mitteilten. Mehr als die Hälfte davon entfiel auf die Hauptstadtregion Lissabon. Auch die Zahl der Corona-Patienten steigt in Portugal an. Den Daten zufolge gehen die meisten Infektionen in dem Land inzwischen auf die hochansteckende Delta-Variante des Coronavirus zurück.

    Corona-Intensivstation in einem Militärhospital bei Lissabon. Das von der Corona-Pandemie hart getroffene Portugal soll Hilfe durch die Bundeswehr erhalten.
    Corona-Intensivstation in einem Militärhospital bei Lissabon.
    Armando Franca/AP/dpa (Archivbild)

    Im Kampf gegen den Anstieg der Infektionszahlen hatte die portugiesische Regierung in der vergangenen Woche die Corona-Massnahmen in mehreren Regionen verschärft. Unter anderem wurden die Öffnungszeiten der Restaurants und die zugelassene Gästezahl eingeschränkt. An den Wochenenden gilt ein Reiseverbot zwischen der Hauptstadtregion und dem Rest des Landes.

    Wegen der starken Ausbreitung der Delta-Variante hatte die Bundesregierung Portugal kürzlich als Virusvariantengebiet eingestuft, was besonders strenge Regeln bei der Wiedereinreise nach Deutschland zur Folge hat. Die Einstufung erfolgte zunächst für zwei Wochen, eine Verlängerung ist aber möglich. Als Virusvariantengebiete werden Länder oder Regionen eingestuft, in denen ansteckendere Varianten des Coronavirus verbreitet auftreten.

  • 18.41 Uhr
    Brasilien setzt indischen Impfstoffdeal nach Korruptionsvorwürfen aus

    Angesichts von Korruptionsvorwürfen setzt die brasilianische Regierung den Vertrag über den Kauf von 20 Millionen Dosen des in Indien entwickelten und hergestellten Corona-Impfstoffs Covaxin vorübergehend aus. Dies teilte der brasilianische Gesundheitsminister Marcelo Queiroga mit.

    «Nach der vorläufigen Analyse (...) gibt es zwar keine Unregelmässigkeiten», schrieb Queiroga. Aber zur Einhaltung der Compliance-Richtlinien habe das Gesundheitsministerium beschlossen, den Vertrag für eine tiefere Analyse auszusetzen.

    Ein ehemaliger Mitarbeiter des Gesundheitsministeriums wirft dem Ministerium Unregelmässigkeiten bei der Bestellung von 20 Millionen Dosen des Impfstoffs Covaxin über einen brasilianischen Zwischenhändler bei der indischen Firma Bharat Biotech vor. Er berichtete von einem «ungewöhnlichen Druck» bei der Abwicklung. Der Preis von 15 Dollar soll zudem der höchste sein, den das Gesundheitsministerium bisher bereit gewesen ist, für eine Dosis zu zahlen. Dabei soll das Gesundheitsministerium den Impfstoff bestellt haben, bevor dieser im Land überhaupt zugelassen ist.

    Ein Abgeordneter, Bruder des Ex-Beamten, sagte aus, Präsident Jair Bolsonaro über diese Ungereimtheiten informiert zu haben. Diese Woche nun stellten Senatoren beim Obersten Gerichtshof in Brasília Strafanzeige gegen Bolsonaro wegen des Verdachts auf Amtsmissbrauch, da er den Verdacht auf Korruption ignoriert haben soll. Bolsonaro sagte, er habe keine Kenntnis von Unregelmässigkeiten gehabt.

  • 18.18 Uhr
    Stadt Wien verschärft Corona-Tests für Kinder

    In Österreichs Hauptstadt Wien wird entgegen aller landesweiten Corona-Lockerungen die Testregelung verschärft. Ab Donnerstag müssen alle Kinder ab sechs Jahren einen negativen Test vorweisen, wenn sie Lokale oder Veranstaltungen besuchen wollen, wie Bürgermeister Michael Ludwig bekannt gab. Bislang waren Tests erst ab zehn Jahren nötig; mit 1. Juli wird das Alter in den anderen Bundesländern sogar auf 12 Jahre erhöht.

    Der sozialdemokratische Bürgermeister warnte, dass die Gesundheitskrise noch nicht vorbei sei. «Die Mutationen sind ernst zu nehmen», sagte er und verwies besonders auf die deutlich ansteckendere Delta-Variante. Ausserdem wies Ludwig darauf hin, dass während der Ferien die regelmässigen Tests in den Schulen wegfallen, und dass die meisten Kinder weder geimpft noch von Covid-19 genesen sind.

    Ab Donnerstag werden in Österreich viele Beschränkungen aufgehoben. Grossveranstaltungen sind wieder erlaubt und Nachtlokale dürfen wieder öffnen. Auch die Maskenpflicht wird gelockert. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist vor einigen Tagenunter acht gefallen. In Wien stand die Inzidenz zuletzt bei 17,5.

  • 18.03 Uhr
    Deutschland setzt auf einheitliche Regeln für Rückkehrer aus Variantengebieten

    Im Kampf gegen die Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus setzt sich die Bundesregierung bei den Partnern in der Europäischen Union für scharfe Einreiseregeln nach deutschem Muster ein. «Die Gespräche auf europäischer Ebene über einheitlichere Regeln laufen», sagte Kanzleramtsminister Helge Braun den Zeitungen der Neuen Berliner Redaktionsgesellschaft sowie der «Stuttgarter Zeitung» und den «Stuttgarter Nachrichten».

    «Die Bundesregierung setzt sich dabei für ein Beförderungsverbot ein», sagte Braun. «Aus Variantengebieten einreisen dürfte dann nur noch, wer einen aussergewöhnlich wichtigen Grund dafür hat, Tourismus zählt nicht dazu.» Derzeit gelten in den EU-Staaten verschiedene Regeln zu Reiserückkehrern.

    Deutschland hatte kürzlich strenge Beschränkungen für Heimkehrer aus Virusvariantengebieten erlassen, wozu auch Portugal gehört. Die Heimkehrer müssen auf jeden Fall für 14 Tage in Quarantäne, auch wenn sie geimpft oder genesen sind. Sie können sich auch nicht freitesten. Die deutschen Massnahmen hatten Kritik in den betroffenen Ländern und Brüssel ausgelöst.

  • 16.50 Uhr
    2000 Corona-Fälle in Schottland mit EM-Zusammenhang

    Knapp 2000 Corona-Fälle in Schottland lassen sich nach offiziellen Angaben in Verbindung mit Spielen der Fussball-Europameisterschaft bringen. Zwei Drittel von 1991 positiv Getesteten seien Fans, die entgegen der Ratschläge aus dem Norden zu Spielen nach London gereist seien, wie die Gesundheitsbehörde Public Health Scotland mitteilte.

    Am 18. Juni hatten die Schotten in London gegen England gespielt. Knapp 400 Infizierte aus Schottland sollen im Stadion gewesen sein, während in der Innenstadt Tausende weitere Fans Strassen und Plätze bevölkerten.

    Die Infektionszahlen beziehen sich auf positiv Getestete, die während ihrer ansteckenden Phase EM-Spiele oder Fan-Events besucht haben – und zwar zwischen dem 11. und dem 28. Juni. Drei Viertel der Infizierten waren der Behörde zufolge zwischen 20 und 39 Jahre alt, neun von zehn waren Männer.

    Scotland supporters cheer on the stands during the Euro 2020 soccer championship group D match between England and Scotland at Wembley stadium in London, Friday, June 18, 2021. (AP Photo/Frank Augstein, Pool)
    Schottische Fans feuern ihre Mannschaft beim Spiel England gegen Schottland am 18. Juni  an. 2000 Corona-Fälle sollen in Schottland im Zusammenhang mit der EM stehen.
    AP Photo/Frank Augstein, Pool
  • 16.10 Uhr
    Video: Corona in Russland

  • 15.45 Uhr
    Schweiz spendet vier Millionen Impfdosen

    Die Schweiz spendet vier Millionen Impfdosen des Stoffes Astrazeneca gegen das Coronavirus. Die Spende soll über das internationale Impfprogramm Covax verteilt werden, wie die Regierung heute in Bern bekanntgab. Sie hat insgesamt 5,4 Millionen Dosen Astrazeneca-Impfstoff auf Lager, er ist bislang in der Schweiz aber noch gar nicht zugelassen. 

    Andreas Koenig, Stv. Leiter Dienstleistungszenter 2 BBL, installiert die Fahne der Uno, rechts, neben der Schweizerfahne auf dem Balkon des Bundeshauses, am Freitag, 26. Juni 2020 in Bern. Heute vor 75 Jahren am 26. Juni 1945 unterzeichneten 50 Staaten die Charta der Vereinten Nationen. Zur Feier des Jahrestages weht auf dem Bundeshaus an diesem Tag die Fahne der Uno. (KEYSTONE/Anthony Anex)
    Einträchtig: die Schweizer - und die UN-Fahne am 26. Juni 2021 auf Balkon des Bundeshauses.
    KEYSTONE

    Covax wurde im April 2020 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und anderen gegründet, um Impfstoffkandidaten zu fördern und eine faire Verteilung erfolgreicher Impfstoffe in aller Welt zu gewährleisten. Allerdings haben die reichen Länder dann separate Verträge mit Herstellern gemacht und den Markt zur Immunisierung zunächst der eigenen Bevölkerung weitgehend leer gekauft.

    Covax konnte bislang viel weniger Impfstoff verteilen als geplant. Bis Ende des Jahres sollten es zwei Milliarden Dosen sein. Bis Ende Juni waren es erst 89 Millionen.

  • 15.15 Uhr
    Auch Niederlande impfen jetzt Jugendliche

    Die Niederlande wollen nun auch 12- bis 17-Jährige gegen das Coronavirus impfen lassen. Dafür solle der Impfstoff der Hersteller Pfizer und Biontech genutzt werden, teilte Gesundheitsminister Hugo de Jonge am Mittwoch in Den Haag mit. Er folgt damit einer Empfehlung des Gesundheitsrates.

    Bisher konnten nur Jugendliche mit Vorerkrankungen geimpft werden. In der EU dürfen 12- bis 17-Jährige nur mit dem Impfstoff von Pfizer und Biontech geimpft werden. Die Vorzüge einer Impfung würden auch bei Jugendlichen schwerer wiegen als mögliche Nachteile. Kinder und Jugendliche würden zwar nur sehr selten schwer an Covid-19 erkranken, schreibt der Minister in einem Brief an das Parlament.

    Aber auch Minderjährige müssten in Krankenhäusern behandelt werden und einige litten langfristig unter den schweren Folgen. Ein hoher Impfgrad in der Bevölkerung könne auch eine vierte Infektionswelle im Herbst verhindern.

  • 14.20 Uhr
    Putin verteidigt Zwangsimpfungen 

    Der russische Präsident Wladimir Putin hat die zuletzt in einigen Regionen Russlands eingeführte Impfpflicht für Angestellte in bestimmten Branchen verteidigt.

    Er sei zuversichtlich, dass dadurch die jüngste Corona-Welle ausgebremst und ein landesweiter Lockdown verhindert werden könne, sagte Putin am Mittwoch in einer Fernsehsendung, in der er sich den Fragen von Bürgern stellte. Ein Lockdown würde bedeuten, dass ganze Unternehmen schliessen und Menschen ihre Arbeit verlieren würden, warnte er.

    Seit letztem Donnerstag meldete Russland jeden Tag mehr als 20'000 bestätigte Corona-Neuinfektionen und rund 600 Todesfälle. Mit 669 Toten gab es am Mittwoch einen neuen Höchstwert. Die Regierung führt den Anstieg der Zahlen auf den laxen Umgang der Russen mit den Corona-Vorschriften, die geringe Impfbereitschaft und die Verbreitung von Virusvarianten wie der zuerst in Indien festgestellten Delta-Variante zurück.

    Russian President Vladimir Putin attends his annual live call-in show in Moscow, Russia, Wednesday, June 30, 2021. Speaking in a live call-in program Wednesday, Vladimir Putin has voiced hope that the country could avoid a nationwide lockdown amid a surge of new infections. (Sergei Savostyanov, Sputnik, Kremlin Pool Photo via AP)
    Präsident Wladimir Putin heute im russischen Fernsehen.
    AP

    18 russische Regionen – von Moskau über St. Petersburg bis zum abgelegenen Sachalin – verhängten daraufhin eine Impfpflicht für Angestellte im Einzelhandel und im Dienstleistungsgewerbe, in Gesundheitsberufen sowie für Lehrerinnen und Lehrer.

    Putin selbst lüftete das Geheimnis, mit welchem Impfstoff er sich hat impfen lassen – Sputnik V. Er sei gebeten worden, sich nicht dazu zu äusseren, um keinem Hersteller einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen, sagte er. «Aber ich sehe, dass es viele Fragen gibt.»

  • 13.55 Uhr
    Fast 3 Millionen vollständig geimpft

    Insgesamt wurden bis vorgestern Abend 7'232'100 Impfdosen an die Kantone und Liechtenstein ausgeliefert. 2'943'263 Personen sind bereits vollständig geimpft. Bislang wurden 2'889'314 Zertifikate für vollständig Geimpfte ausgestellt.

    29'148 Personen mussten bisher wegen einer Covid-19-Erkrankung im Spital behandelt werden. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung belief sich auf 10'350.

    Aufgrund der Kontakt-Rückverfolgung befanden sich laut Angaben des BAG 839 Menschen in Isolation und 1615 Menschen in Quarantäne. Zusätzlich befanden sich 2229 Personen in Quarantäne, die aus einem Risikoland heimgekehrt waren.

    In den vergangenen 24 Stunden wurden dem BAG 17'605 neue Corona-Tests gemeldet. Seit Beginn der Pandemie wurden in der Schweiz und in Liechtenstein 8'306'968 Tests auf Sars-CoV-2 durchgeführt, den Erreger der Atemwegserkrankung Covid-19, wie das BAG weiter mitteilte. Insgesamt gab es 703'004 laborbestätigte Fälle von Ansteckungen mit dem Coronavirus.

  • 13.35 Uhr
    129 Neuinfektionen in der Schweiz

    Dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) sind am Mittwoch für die Schweiz und Liechtenstein innerhalb von 24 Stunden 129 neue Coronavirus-Ansteckungen, ein neuer Todesfall und sechs Spitaleinweisungen gemeldet worden. Der Anteil der Delta-Variante ist gestiegen.

    Damit sind es gleich viele Ansteckungen wie am Dienstag und ähnlich viele Spitaleinweisungen (Dienstag: 8) und Todesfälle (2). Am Mittwoch vor einer Woche waren dem BAG 154 neue Ansteckungen, zwei neue Todesfälle und 16 Spitaleinweisungen gemeldet worden.

    Von den festgestellten mutierten Varianten des Coronavirus betrafen 29,1 Prozent die Delta-Mutation aus Indien (B.1.617.2). Sie gilt als besorgniserregend. Bei ihr werden eine erhöhte Ansteckungsgefahr, ein erhöhtes Risiko einer erneuten Infektion und eine reduzierte Wirksamkeit einer Covid-19-Impfung vermutet. Am Montag und Dienstag lag ihr Anteil noch bei 12,3 Prozent.

    Die Auslastung der Intensivstationen in den Spitälern beträgt zur Zeit 67,7 Prozent. Der durch Covid-19-Patientinnen und -Patienten belegte Anteil sinkt weiter und liegt derzeit bei 4,9 Prozent der verfügbaren Betten.

    Die Reproduktionszahl R, die angibt, wie viele Personen eine infizierte Person im Durchschnitt ansteckt, lag vor rund zehn Tagen bei 0,54. Auf 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner wurden in den vergangenen zwei Wochen 18,99 laborbestätigte Coronavirus-Infektionen gemeldet.

  • 13.30 Uhr
    Homeoffice öffnet Tür für neue Mitarbeitende

    Die Tendenz zu mehr Homeoffice hat den Pool an potenziellen Mitarbeitenden für Firmen vergrössert. Wenn sie teilweise von zuhause arbeiten können, sind laut einer Befragung nämlich viele Arbeitnehmende bereit, auch etwas mehr Pendelzeit zum Arbeitsort auf sich zu nehmen.

    Gerade für Unternehmen abseits der grossen Zentren könnte sich die Homeoffice-Arbeit, die durch die Coronakrise häufiger wurde, als Chance erweisen, heisst es in einer Medienmitteilung des Karrierenetzwerks Xing.

    Über die Hälfte der 500 berufstätigen Befragten gaben an, sie würden einen längeren Arbeitsweg in Erwägung ziehen, wenn sie dafür regelmässig von zuhause aus arbeiten könnten. Nur 13 Prozent lehnten einen längeren Arbeitsweg kategorisch ab.

    IMAGE DISTRIBUTED FOR VELUX SCHWEIZ AG FOR EDITORIAL USE ONLY - Im Dachgeschoss bietet sich die Moeglichkeit einen ruhigen Rueckzugsort fuer das Homeoffice einzurichten. Dezente und niedrige Einrichtungsgegenstaende unter den Schraegen betonen die gesamte Raumhoehe. // Weiterer Text ueber ots und http://presseportal.ch/de/pm/100055682/100873111 (obs/VELUX Schweiz AG via KEYSTONE)
    Die Pflicht ist gefallen, aber das Homeoffice bietet auch Vorteile.
    Symbolbild: KEYSTONE

    Für Unternehmen sei es daher durchaus interessant, das Einzugsgebiet für neue Mitarbeitende durch das Anbieten von Homeoffice zu vergrössern, heisst es in der Mitteilung. So werde die Auswahl an potenziellen Mitarbeitenden grösser. Denn nur gerade jede und jeder fünfte Befragte wäre auch bereit, für eine neue Stelle an einen anderen Wohnort umzuziehen.

    Die Umzugsbereitschaft ist laut der Befragung bei Männern mit einem Viertel deutlich höher als bei Frauen (16%). Der Hauptgrund, warum die Befragten selbst für eine Traumstelle nicht umziehen wollen, sind die sozialen Kontakte. Fast ein Drittel befürchtet, an einem neuen Wohnort sozial isoliert zu sein.

  • 13.10 Uhr
    Streit um Zwangsquarantäne für 249 Schüler auf Mallorca

    In Spanien ist heftiger Streit über die Zwangsquarantäne für 249 teils noch minderjährige Schüler in einem Hotel auf Mallorca entbrannt.

    Die Regionalregierung hatte die Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus verschiedenen spanischen Regionen zwangsweise in ein Hotel eingewiesen, weil sie engen Kontakte zu positiv aufs Coronavirus getesteten Schülern hatten. Insgesamt gibt es nach Abiturfahrten von verschiedenen Abschlussjahrgängen auf die Mittelmeerinsel in Spanien mehr als tausend Corona-Fälle.

    Die fast 250 jungen Leute sind nun im Hotel «Palma Bellver» untergebracht, das eigens für Quarantänezwecke von den Behörden angemietet wurde. Viele protestierten in sozialen Medien und mit Transparenten an den Balkonen ihrer Hotelzimmer gegen die zehntägige Quarantäne. Sie sprechen von «Entführung».

    Der TV-Sender RTVE berichtete, 64 der Schüler seien positiv auf das Virus getestet worden, die anderen 185 negativ. Insgesamt hatten sich mindestens tausend Schüler angesteckt, die nach der Rückkehr an ihre Wohnorte nun mit Tausenden enger Kontakte in Quarantäne sind. Einige der Schüler, die nun in Zwangsquarantäne im Hotel auf Mallorca sitzen, hatten noch versucht, die Insel zu verlassen. Grösstenteils wurden sie aber von der Polizei abgefangen.

    Die Staatsanwaltschaft bezeichnete die Zwangsmassnahme inzwischen als rechtswidrig, wie die «Mallorca Zeitung» berichtete. Die regionale Gesundheitsbehörde habe alle Schüler unter Generalverdacht gestellt, ohne von Fall zu Fall darzulegen, wie es zu einer Infektion gekommen sein könnte. Es wurde erwartet, dass ein Verwaltungsrichter in Kürze über Fortsetzung oder Aufhebung der Quarantäne entscheidet.

    Viele der jungen Spanier steckten sich mutmasslich auf einer Fähre zu der Insel sowie bei Partys in Hotelzimmern und an Stränden und einem Konzert in der Stierkampfarena von Palma an. Die Corona-Zahlen steigen in dem 47-Millionen-Einwohner-Land nach längerer Zeit wieder. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt derzeit bei fast 58. Sorgen bereitet auch die starke Ausbreitung der als besonders ansteckend geltenden Delta-Variante des Coronavirus im Nachbarland Portugal.

  • 12.29 Uhr
    Delta-Variante in fünf von sechs Schweizer Kläranlagen

    In fünf von sechs untersuchten Schweizer Kläranlagen haben Forschende bis zum 15. Juni die Delta-Variante nachgewiesen. Laut Schätzungen machte die Variante bereits damals in Zürich ein Drittel und in der Region Bern die Hälfte aller aufgespürten Corona-RNA-Moleküle aus.

    Das sagte der ETH-Bioinformatiker Niko Beerenwinkel in einem auf der Webseite der Hochschule veröffentlichten Interview.

    Bis zum 20. Mai liess sich die erstmals in Indien aufgetauchte Delta-Variante noch nicht in Abwasserproben nachweisen.

    Forschende des Wasserforschungsinstituts Eawag, der ETHs Lausanne und Zürich sind den verschiedenen Coronavirus-Mutanten auf der Spur. Derzeit entnehmen sie regelmässig Abwasserproben aus den Kläranlagen in Altenrhein SG, Chur, Laupen BE, Lausanne, Lugano TI und Zürich.

  • 11.05 Uhr
    Streit in Australien um Astrazeneca für Jüngere

    Widersprüchliche Impfempfehlungen zum Corona-Vakzin von AstraZeneca haben vor allem unter jungen Menschen in Australien für Verwirrung gesorgt. Die Regierung in Canberra hatte am Montag beschlossen, den Impfstoff entgegen früherer Empfehlungen grundsätzlich für alle Erwachsenen freizugeben.

    Doch die Regionalregierungen in Queensland und Westaustralien rieten am Mittwoch Menschen unter 40 Jahren davon ab. Hintergrund sind die sehr seltenen Fälle von Blutgerinnseln im Gehirn, die auch in Deutschland zu einer Impfempfehlung nur für Ältere geführt hatten.

    epa09312613 Empty streets in Sydney, Australia, 30 June 2021. More than five million people in Greater Sydney and its surrounds have gone into a 14-day lockdown as health authorities try to regain control of a coronavirus outbreak.  EPA/MICK TSIKAS AUSTRALIA AND NEW ZEALAND OUT
    Lockdown: Sydney am 30. Juni.
    EPA

    Die australische Regierung hatte zuletzt AstraZeneca nur für alle über 60 Jahren empfohlen. Grund für die Freigabe für alle war, dass es von dem Impfstoff, der auch in Australien hergestellt wird, deutlich mehr gibt als von jenem von Biontech und Pfizer und dass die Regierung die Impfungen beschleunigen will.

    Erst fünf Prozent der Bevölkerung Australiens sind vollständig geimpft. Australien ist von der Pandemie weitgehend verschont geblieben, wegen neuer Cluster, vor allem durch die ansteckendere Delta-Variante, gelten aber im Moment Beschränkungen für rund die Hälfte der Bevölkerung.

    Die Gesundheitsbeauftragte von Queensland, Jeannette Young, betonte aber, es gebe in ihrer Region nur 42 aktive Fälle. Da müssten junge Leute kein Risiko eingehen und sich den Impfstoff von AstraZeneca verabreichen lassen, sagte sie.

  • 10.45 Uhr
    Corona-Zahlen steigen weltweit wieder

    Die Zahl der gemeldeten Corona-Infektionen weltweit ist vergangene Woche erstmals seit Mitte April wieder leicht gestiegen. Das berichtete die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf. Gleichzeitig wurden weltweit so wenig Todesfälle durch eine Corona-Infektion gemeldet wie seit November 2020 nicht mehr. Die Zahlen beziehen sich auf die sieben Tagen bis zum 27. Juni.

    Die WHO ruft Behörden auf, besonders bei religiösen und sportlichen Grossveranstaltungen strikt auf die Einhaltung von Hygiene-Massnahmen zu achten. «Ungenaue Planung oder Einschätzung von Ansteckungsrisiken erlauben es dem Virus, sich auszubreiten», warnt die WHO.

    Besorgniserregend seien die Zahlen aus Afrika. Dort stieg die Zahl der gemeldeten Infektionen im Vergleich zur Vorwoche um 33 Prozent, die Zahl der gemeldeten Todesfälle um 42 Prozent. In der WHO-Europa-Region stieg die Zahl der gemeldeten Fälle um zehn Prozent. Zu der Region gehören 53 Länder von Albanien bis Usbekistan.

    People queue in the Windhoek, Namibia centre, to be tested for COVID-19 on Tuesday June 15, 2021. Africa is facing a devastating resurgence of COVID-19 infections whose peak will surpass that of earlier waves as the continent's countries struggle to vaccinate even a small percentage of the population, top health officials said Thursday June 24, 2021. (AP Photo/Dirk Heinrich)
    Steigende Zahlen: Ein Testzentrum in Windhoek in Namibia Mitte Juni 2021.
    AP

    Weltweit wurden vergangene Woche 2,6 Millionen Infektionen gemeldet, zwei Prozent mehr als in der Vorwoche, und 57'000 Todesfälle, zehn Prozent weniger als in der Vorwoche. Seit Beginn der Pandemie haben sich nach der WHO-Statistik mindestens 180 Millionen Menschen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert, fast vier Millionen sind ums Leben gekommen.

    Bei beiden Fällen dürfte es nach Expertenmeinung hohe Dunkelziffern geben, weil nicht in allen Ländern gleich viel getestet wird und nicht alle Infektionen und Todesfälle registriert werden. In absoluten Zahlen gab es vergangene Woche die meisten Neuinfektionen in Brasilien, gefolgt von Indien, Kolumbien und Russland. Berechnet auf 100'000 Einwohner war der Anstieg besonders gross auf den Seychellen, in Namibia und der Mongolei.

    Bis zum 29. Juni haben 96 Länder das Auftauchen der Virusvariante Delta gemeldet. Weil in vielen Ländern aber Kapazitäten zur Bestimmung der Varianten fehlt, geht die WHO davon aus, dass sie viel weiter verbreitet ist. Weil sie ansteckender ist als andere Varianten werde sie sich in den kommenden Monaten zur dominanten Variante entwickeln, so die WHO.

  • 9.45 Uhr
    Britische Wirtschaft schrumpft stärker als erwartet

    Corona-Beschränkungen und die Folgen des Brexit haben die britische Wirtschaft zu Jahresbeginn etwas stärker belastet als erwartet. Die Wirtschaftsleistung (BIP) sei im ersten Quartal des laufenden Jahres gegenüber dem Vorquartal um 1,6 Prozent gefallen, teilte das Statistikamt ONS in London nach einer zweiten Schätzung mit. Damit wurde eine erste Erhebung leicht nach unten korrigiert.

    In der ersten Schätzung hatte die Statistikbehörde für die Monate Januar bis März nur einen Rückgang der Wirtschaftsleistung um 1,5 Prozent gemeldet. Analysten hatten eine Bestätigung der ersten Erhebung erwartet. Der Rückgang folgt auf einen Anstieg des BIP um 1,3 Prozent im Schlussquartal 2020.

    Laut ONS lag die Wirtschaftsleistung in den ersten drei Monaten des Jahres 8,8 Prozent unter dem Niveau des vierten Quartals 2019. Dies ist das letzte Quartal, in dem sich die Corona-Krise noch nicht auf die Wachstumszahlen auswirkte. Im Vergleich zum ersten Quartal 2020 schrumpfte die Wirtschaftsleistung um 6,1 Prozent, wie die Behörde weiter mitteilte. In dieser Betrachtung wurde die erste Schätzung bestätigt.

  • 9.30 Uhr
    Südkorea: Vor Lockerung steigen Zahlen an

    Unmittelbar vor einer geplanten Lockerung der Corona-Beschränkungen sind die Fallzahlen in Südkorea wieder deutlich gestiegen. Am Mittwoch meldete das Gesundheitsministerium 794 Neuinfektionen, ein neuer Höchstwert innerhalb von 24 Stunden. 80 Prozent der Fälle wurden aus dem Grossraum Seoul gemeldet, wo mehr als die Hälfte der 52 Millionen Südkoreaner leben.

    Ab Donnerstag sollen in Südkorea wieder Zusammenkünfte von bis zu sechs Personen möglich sein und nicht mehr nur vier. Zudem sollten die abendlichen Öffnungszeiten von Restaurants und Cafés von 22 Uhr auf Mitternacht verlängert werden. Ausserhalb des Grossraums Seoul sollen auch die Abstandsregeln gelockert werden. Sollten die Fallzahlen weiter zunehmen, werde man aber die Regeln rasch wieder verschärfen, sagte Gesundheitsminister Kwon Deok Cheol.

  • 9.15 Uhr
    Dänemark kauft Rumänien Impfdosen ab

    Dänemark hat mit Rumänien eine Vereinbarung über den Kauf von mehr als 1,1 Millionen Dosen des von Biontech und Pfizer entwickelten Corona-Impfstoffs getroffen. Das teilte das dänische Gesundheitsministerium in einer Pressemitteilung mit.

    Der Kauf werde möglich, weil die Impffreudigkeit in Rumänien zurzeit nicht sehr gross sei und das Land deshalb seine überschüssigen Impfdosen verkaufen wolle, sagte Gesundheitsminister Magnus Heunicke.

    Das Staatliche Serum-Institut rechnet damit, dass die ersten Lieferungen möglicherweise bereits diese Woche kommen. «Mit den aus Rumänien gekauften Impfstoffen können schnell mehr Dänen geimpft werden», so Heunicke. Das sei nicht zuletzt jetzt wichtig, da sich die ansteckendere Delta-Variante immer mehr ausbreite.

  • 9 Uhr
    Impf-Quote bei Olympioniken bei 84 Prozent

    Der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) Thomas Bach hat in einem Brief an die olympische Athletengemeinde für eine noch höhere Impfbereitschaft unter den Beteiligten der Sommerspiele in Tokio geworben.

    84 Prozent der Mitglieder der ausländischen Delegationen werden nach Angaben des Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees bereits gegen Corona geimpft in Japan ankommen. «Auch wenn diese Zahlen schon unsere Erwartungen übertreffen, appelliere ich an eure olympische Ambition und Leidenschaft, alle Bemühungen fortzusetzen, diese Zahlen noch höher zu treiben», schrieb Bach in dem Brief.

    Demnach seien in der IOC-Abordnung für Tokio fast alle Mitglieder geimpft worden oder durch eine frühere Corona-Infektion immunisiert. Unter den anreisenden Medienvertretern liege diese Quote zwischen 70 und 80 Prozent. «Das zeigt den tiefen Respekt vor den japanischen Gastgebern und allen Beteiligten der Olympischen Spiele», befand Bach.

    Die offizielle Delegationsbekleidung von Swiss Olympic von On fotografiert waehrend der Kleiderabgabe von Swiss Olympic im Distributionszentrum Dosenbach-Ochsner Sport in Luterbach, am Dienstag, 29. Juni 2021 in Luterbach. Ein Teil der Schweizer Olympiadelegation erhaelt heute die offizielle Bekleidung fuer die Olympischen Spiele in Tokio (Japan). (KEYSTONE/Anthony Anex)
    Die offizielle Delegationsbekleidung von Swiss Olympic.
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    Der 67-Jährige forderte die Athletinnen und Athleten erneut auf, sich mit den umfassenden Massnahmen gegen die Verbreitung des Coronavirus bei den Tokio-Spielen vertraut zu machen. «Ich muss euch kaum daran erinnern, dass wir alle die olympische Bewegung repräsentieren und dass die Augen der Welt auf uns gerichtet sein werden, jeder Schritt wird beobachtet», betonte Bach.

    Gut drei Wochen vor Eröffnung der Sommerspiele in Japan hält die Kritik an der Austragung des Grossereignisses an. In Umfragen hatte sich zuletzt konstant eine Mehrheit der Japaner für eine erneute Verschiebung oder Absage der Spiele ausgesprochen. Ausländischen Olympia-Fans ist die Einreise nach Japan verboten.

  • 8 Uhr
    Warnung vor der Delta-Variante

    «Die Frage ist nicht, ob Delta zur neuen dominanten Virus-Variante wird, sondern nur, wann», zitiert der «Tages-Anzeiger» den Epidemiologen Marcel Salathé. Infektiologe Urs Karrer von der Taskforce des Bundes warnt, eine Variante sei dabei besonders gefährlich: «Delta kann nach den Sommerferien in Schulen zu neuen Corona-Hotspots führen.»

    Besonders gefährdet seien diejenigen, die den Pieks verweigern: «Delta infiziert Ungeimpfte zehn- bis zwanzigmal häufiger als Geimpfte.» Die Schulen sollten vorsichtig sein und jetzt Massnahmen ergreifen, so Karrer: Tests, CO2-Messungen und Masken könnten hier Abhilfe schaffen.

    Nationalratspraesident Andreas Aebi, hinten Mitte, sowie die 6. Schulklasse vom Schulzentrum Elzmatte Langenthal beobachten die Produktion von Sahne beim Projekt StadtLand, am Montag, 28. Juni 2021, auf dem Bauernhof der Familie Kraehenbuehl in Oberhuenigen. Zusammenhalt - Zuversicht - Zufriedenheit..Diese drei Stichworte hat sich Nationalratspraesident Andreas Aebi ueber sein Praesidialjahr gestellt. Zum Stichwort Zusammenhalt ist es ihm ein grosses Anliegen, den Dialog insbesondere zwischen Stadt und Land zu foerdern. Mit dem Ziel, 1000 Schueler*innen ein unvergessliches Erlebnis zu ermoeglichen. Schulklassen erhalten die Moeglichkeit, einen Tag auf dem Land oder in der Stadt zu verbringen und dabei dort typische Erlebnisse zu machen.(KEYSTONE/Peter Schneider)
    Eine Klasse des Schulzentrums Elzmatte Langenthal beobachten auf dem Bauernhof der Familie Krähenbühl in Oberhünigen am 28. Juni die Produktion von Sahne beim Projekt StadtLand.
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    12- bis 15-Jährigen empfiehlt Karrer die Impfung: «Auch wenn in dieser Altersklasse fast nur milde Verläufe vorkommen, überwiegt der Nutzen der Impfung die Risiken klar, sonst hätte die Heilmittelbehörde Swissmedic keine Zulassung erteilen können. Es geht um den Schutz der Jugendlichen selbst, insbesondere auch um den Schulbetrieb und andere für die Entwicklung wichtige Aktivitäten wie Musik und Sport zu erleichtern.»

  • 7.20 Uhr
    Knapper Impfstoff verhindert Erholung des Tourismus

    Die schleppenden Corona-Impfkampagnen in vielen Ländern machen eine schnelle Erholung vieler Tourismusregionen zunichte. Betroffen sind vor allem ärmere Länder, wie die UN-Konferenz für Handel und Entwicklung (Unctad) und die UN-Tourismusorganisation (UNWTO) am Mittwoch in Genf berichteten.

    Im vergangenen Jahr haben demnach direkte und indirekte Folgen des Tourismuseinbruchs das Bruttoinlandsprodukt – die Produktion von Waren und Dienstleistungen nach Abzug aller Vorleistungen – weltweit um schätzungsweise 2,4 Billionen Dollar (etwa 2,2 Billionen Franken) geschmälert. Nach UNWTO-Angaben waren international etwa eine Milliarde weniger Touristen unterwegs als im Jahr davor, ein Einbruch von 73 Prozent.

    epa02412126 A man jumps off the end of the pier in a daily ritual that is over 60 years old as men and boys gather at the end of each day to jump into the see in downtown Stone Town, Zanzibar, Tanzania, 25 October 2010. Called 'Katchu' or to dive in Swahili, men enjoy the cool water after the heat of the tropics. EPA/KIM LUDBROOK
    Einheimische baden auf Sansibar in Tansania.
    Archivbild: KEYSTONE

    Auch in diesem Jahr sei im Vergleich zu 2019 ein Minus von 1,7 bis 2,4 Billionen Dollar zu befürchten – vor allem, wenn das Impftempo in Ländern mit niedrigen Einkommen nicht rasch anziehe. Entsprechend litten diese Länder am meisten, während die Erholung in reichen Ländern mit hohen Impfraten – etwa Frankreich, Deutschland, die Schweiz, Grossbritannien und die USA – schneller komme.

    Allerdings dürften frühestens 2023 wieder so viele Touristen international unterwegs sein wie vor der Pandemie, so die Organisationen. Viele Länder haben ihre Reisebeschränkungen noch nicht aufgehoben. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) spricht von Impfnationalismus in reichen Ländern und moralischem Versagen.

    Einige Regierungen hätten einen Grossteil des knappen Impfstoffs aufgekauft, statt sich einer solidarischen Verteilung in aller Welt anzuschliessen. Während mancherorts bereits junge gesunde Menschen geimpft würden, setzten Pflegekräfte in anderen Ländern ihr Leben bei der Versorgung von Corona-Kranken täglich aufs Spiel, ohne selbst geimpft zu sein.

  • 6:05 Uhr
    Nordkoreas Diktator kritisiert Fehler bei Corona-Abwehr

    Schwere Fehler im Kampf gegen das Coronavirus haben Nordkorea nach den Worten von Machthaber Kim Jong-un in eine Krise gestürzt. Kim gab bei einem erweiterten Treffen des Politbüros der herrschenden Arbeiterpartei in Pjöngjang «hochrangigen Beamten» die Schuld für die Krisensituation und warf ihnen Pflichtverletzung vor.

    Sie hätten einen «entscheidenden Fall» herbeigeführt, der eine grosse Krise für die Sicherheit des Staats und der Bevölkerung ausgelöst habe, wurde Kim am Mittwoch von den staatlich kontrollierten Medien zitiert. Was passierte und was konkret die Sicherheitsrisiken sind, wurde in den Berichten nicht erwähnt.

    Das weithin isolierte Nordkorea ist eines der wenigen Länder, die bisher keinen einzigen Infektionsfall mit Sars-CoV-2 gemeldet haben. Das Land hatte bereits frühzeitig die Grenzen dichtgemacht und ein «nationales Notfallsystem» gegen das Virus eingerichtet. Beobachter gehen aber davon aus, dass es bereits zu Erkrankungen gekommen ist.

    Das Politbüro-Treffen wurde nach diesen Berichten am Dienstag einberufen, um sich mit den Nachlässigkeiten von Führungskräften der Partei und des Staats zu beschäftigen, die die Entscheidungen der Partei nicht umgesetzt hätten. Es gehe dabei um Massnahmen, die die «Präventionskampagne» gegen die weltweite Gesundheitskrise erforderten.

    Den betroffenen Kadern drohen laut Kim auch rechtliche Konsequenzen. «Jetzt ist die Zeit, eine Revolution in der Personalverwaltung durchzuführen, bevor die akuten wirtschaftlichen Probleme gelöst werden.»

    In Südkorea wird davon ausgegangen, dass die durch die Corona-Pandemie begründete verschärfte Abschottung die Wirtschaftsprobleme des Landes verschärft hat. Nordkorea ist wegen seines Atomwaffenprogramms internationalen Sanktionen unterworfen.

    epa09312433 A photo released by the official North Korean Central News Agency (KCNA) shows North Korean leader Kim Jong-un speaking during an enlarged meeting of the Political Bureau of the Central Committee of the Workers' Party of Korea (WPK) at the office building of the Party Central Committee in Pyongyang, North Korea, 29 June 2021 (issued 30 June 2021). According to KCNA, Kim Jong-un presided over the meeting to “deal with some leading officials' dereliction of duty in implementing the major policy tasks of the Party and the state and to provide a fresh turning point in the personnel administration within the Party.† EPA/KCNA   EDITORIAL USE ONLY
    Kim Jong-un gab bei einem erweiterten Treffen des Politbüros der herrschenden Arbeiterpartei in Pjöngjang «hochrangigen Beamten» die Schuld für die Krisensituation durch die Pandemie und warf ihnen Pflichtverletzung vor.
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  • 3:45 Uhr
    China und Deutschland streiten wegen Impfstoffpolitik

    Bei einem Treffen der Gruppe der 20 wichtigsten Industriestaaten und Schwellenländer (G20) haben sich Deutschland und China gegenseitig wegen ihrer Impfstoffpolitik kritisiert. Bundesaussenminister Heiko Maas sagte bei der Ankunft am Dienstag, dass darüber gesprochen werde müsse, dass vom Impfstoffansatz der Russen und Chinesen nicht viel gehalten werde. Diese haben ihre im Inland hergestellten Impfstoffe gegen das Coronavirus an ärmere Länder verkauft, obwohl auch andere Staaten Interesse hatten. Der chinesische Aussenminister Wang Yi kritisierte, Länder mit Kapazitäten sollten es vermeiden, Vakzine zu stark zu horten.

    Im Westen wird vermutet, dass China und Russland ärmere Länder mit den eigenen Impfstoffen versorgen, um ihren Einfluss auszubauen. Keines der beiden Länder schickte seinen Aussenminister zu dem G20-Treffen nach Süditalien. Wang nahm aus der Ferne daran teil.

    Die Aussen- und Entwicklungsländer der G20 einigten sich darauf, mehr gegen Hunger in der Welt zu unternehmen. Der Gastgeber Luigi Di Maio sagte, seit 2014 nehme der Hunger zu. Die Coronavirus-Pandemie könne dazu führen, dass weitere 100 Millionen Menschen an Hunger leiden. «Es ist klar, dass einer der ersten Schritte, um eine bessere Welt aufzubauen, ist, dafür zu sorgen, dass jeder gefüttert wird», sagte der italienische Aussenminister. In Afrika Hilfe zu leisten werde sich auch auf die Migration nach Europa auswirken. Er kündigte an, dass Italien im Oktober eine Konferenz zu Afrika veranstalten werde.

    epa09310475 Italian Foreign Minister Luigi Di Maio arrives for a G20 Foreign and Development Ministers' meeting in Matera, southern Italy, 29 June 2021.  EPA/TONY VECE
    Italiens Aussenminister Luigi Di Maio bei seiner Ankunft am G20-Treffen in Matera in Süditalien.
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