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Bei der katholischen Kirchgemeinde Zollikon-Zumikon ZH hat es vergangene Woche geknallt.
Screenshot Google Maps
Die katholische Kirchgemeinde Zollikon-Zumikon ZH hat ihrer Führung das Vertrauen entzogen. Nach Kritik an Auftragsvergaben und möglichen Interessenkonflikten wurden sämtliche bisherigen Mitglieder der Kirchenpflege abgewählt.
Die katholische Kirchgemeinde Zollikon-Zumikon hat an ihrer Kirchgemeindeversammlung sämtliche Sitze der Kirchenpflege neu besetzt. Alle sieben bisherigen Mitglieder verpassten die Wiederwahl. Die sieben neu kandidierenden Personen wurden dagegen gewählt. Auch das Präsidium geht an einen neuen Amtsinhaber.
Der Entscheid fiel an einer ausserordentlich gut besuchten Versammlung mit über 220 Stimmberechtigten, berichtet der «Zolliker Zumiker Bote». Formal stand die Jahresrechnung 2025 auf der Traktandenliste. Diese wurde mit deutlicher Mehrheit genehmigt. Die Diskussionen konzentrierten sich jedoch vor allem auf Feststellungen der Rechnungsprüfungskommission (RPK).
Die RPK kritisierte unter anderem die Vergabe der Buchhaltungsführung an ein Mitglied der Kirchenpflege, das gleichzeitig Mitinhaber eines Treuhandunternehmens ist. Zudem beanstandete sie verschiedene Auftragsvergaben im Bereich von Bau- und Malerarbeiten. Dabei wurden Fragen zur Transparenz der Verfahren sowie zu möglichen Interessenkonflikten aufgeworfen.
Die betroffenen Mitglieder der Kirchenpflege wiesen die Vorwürfe zurück. Sie erklärten, die geltenden Ausstandsregeln eingehalten zu haben. Zudem verwiesen sie darauf, dass bislang keine zuständige Behörde ein Fehlverhalten festgestellt habe. Auch die Vergaben seien nach ihrer Darstellung korrekt erfolgt.
Einige Versammlungsteilnehmer plädierten daher auch dafür, zunächst den Entscheid der Aufsichtsbehörden abzuwarten. Andere argumentierten, es gehe nicht um strafrechtliche Schuld, sondern um Vertrauen in die Führung der Kirchgemeinde.
Nach Abschluss der geheimen Wahl stand das Ergebnis kurz vor Mitternacht fest. Alle sieben neuen Kandidierenden wurden gewählt. Die bisherigen Mitglieder erreichten das absolute Mehr nicht. Die neu Gewählten interpretierten das Resultat gegenüber dem «Zolliker Zumiker Boten» als klares Signal der Mitglieder. Man habe gespürt, dass das Vertrauen in die bisherige Führung gelitten habe.
Der Fall in Zollikon und Zumikon ist bereits der zweite grosse Kirchen-Knatsch in den vergangenen 12 Monaten. Erst Ende vergangenen Jahres kam es in der Reformierten Kirchgemeinde Illnau-Effretikon zum Eklat. Dort stritten sich verschiedene Lager unter anderem über Finanzkompetenzen, Immobiliengeschäfte und die Rolle der Kirchenpflege.