Grosse GefahrVater fährt mit Kindern über Gletscher – Bergretter schlagen Alarm
Sven Ziegler
20.4.2026
Am Klein Matterhorn kam es zu einer gefährlichen Situation. (Symbolbild)
Keystone
Ein Vater fährt mit seinen Kindern am Klein Matterhorn abseits der Piste durch spaltenreiches Gelände. Experten sprechen von einer lebensgefährlichen Situation und warnen: Solche Fälle sind keine Seltenheit.
Was nach einem gewöhnlichen Skitag aussieht, entpuppt sich als hochriskante Situation. Am Klein Matterhorn bei Zermatt ist ein Vater mit seinen Kindern einen steilen Hang hinuntergefahren, der nicht gesichert ist und von Gletscherspalten durchzogen wird.
Die Szene wurde aus einer Gondel heraus gefilmt. Zu sehen ist, wie ein Kind sich mühsam durch den tiefen Schnee kämpft, während ein anderes am Boden liegt. Der Vater steht weiter unten und wirkt unsicher.
Wie «pomona.ch» berichtet, stammt das Video von einem Skilehrer, der seit mehreren Jahren in Zermatt arbeitet. Er sagt, es sei «beängstigend», solche Szenen zu beobachten.
Der Grund liegt im Gelände selbst. Was im Winter wie ein gleichmässiger Hang wirkt, ist im Sommer ein zerklüfteter Gletscher mit tiefen Spalten. Diese können auch bei Schneebedeckung lebensgefährlich sein.
Wie die Walliser Rettungsorganisation KWRO mitteilt, gab es im Jahr 2026 im Oberwallis bereits 15 Einsätze wegen Spaltenstürzen, allein sechs davon im April.
Die Bergung ist aufwendig und gefährlich. In der Regel kommen Helikopter sowie speziell ausgebildete Rettungsspezialisten zum Einsatz. In einzelnen Fällen endet ein Sturz tödlich.
Gefahr oft unterschätzt
Trotz Warnschildern und Absperrungen verlassen viele Wintersportler die gesicherten Pisten. Im konkreten Fall seien Vater und Kinder unter einer Absperrung hindurchgefahren, heisst es im Bericht.
Zwar ist das Befahren solcher Hänge in der Schweiz grundsätzlich erlaubt. Allerdings geschieht dies auf eigene Verantwortung.
Experten warnen, dass insbesondere internationale Gäste die Risiken häufig unterschätzen. Abseits der markierten Pisten gebe es keine Sicherung – und damit auch keinen Schutz vor verborgenen Gefahren.
In anderen Skigebieten, etwa in Nordamerika, gelten strengere Regeln. Dort können gesperrte Bereiche vollständig geschlossen werden. Wer sich nicht daran hält, riskiert neben dem Entzug des Skipasses auch rechtliche Konsequenzen.
In der Schweiz hingegen bleibt die Verantwortung bei den Wintersportlern selbst – mit potenziell fatalen Folgen.
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