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Die Winterthurer Stadtpolizei macht derzeit mit Unstimmigkeiten in der Führungsebene Schlagzeilen.
Symbolbild: Keystone
Soll die Führung der Stadtpolizei Mitglied im Polizeiverband sein? Diese Frage beschäftigte die Beamten in Winterthur. Ein entsprechender Vorstoss scheiterte zwar, legte aber bestehende Spannungen offen.
Bei der Stadtpolizei Winterthur gibt es erneut Anzeichen für Spannungen in der Führung. An der Jahresversammlung des Polizeibeamtenverbands der Stadt Winterthur (PBV) wurde Anfang Mai ein Antrag diskutiert, der darauf abzielte, Polizeikommandant Anjan Sartory und weitere Mitglieder der Geschäftsleitung aus dem Verband auszuschliessen, wie der «Tages-Anzeiger» berichtet.
Begründet wurde der Vorstoss laut Antrag mit der Wahrung der Unabhängigkeit des Verbands, der Vermeidung von Interessenkonflikten und dem Schutz sensibler Informationen. Mehrere Teilnehmende der Versammlung werteten den Antrag gegenüber der Zeitung als Ausdruck von Misstrauen gegenüber Sartory.
Zur Abstimmung kam letztlich nicht der Ausschluss selbst, sondern eine mögliche Statutenänderung. Diese hätte verhindert, dass Kommandant und Geschäftsleitung künftig Mitglied im PBV sein können. Der Vorstoss scheiterte jedoch äusserst knapp.
Der frühere Stadtpolizist und heutige Ehrenmitglied Peter Baumberger kritisierte die Mitgliedschaft des Kommandanten im Verband deutlich. «Aus meiner Sicht gehört der Kommandant nicht in den PBV», wird er vom «Tages-Anzeiger» zitiert. Zudem erklärte er vor der Abstimmung: «Wenn ich merken würde, dass man mich nicht mehr in diesem Verband haben möchte, würde ich umgehend meinen Austritt bekannt geben.»
Laut mehreren Quellen enthielten sich zahlreiche aktive Polizistinnen und Polizisten der Stimme. Baumberger begründete dies mit der Anwesenheit Sartorys im Saal: «Wer will sich schon seine Karriere verscherzen, indem man gegen den Kommandanten stimmt?» Eine weitere Quelle sprach ebenfalls von einer grossen Zahl an Enthaltungen und einem Abstimmungsausgang mit nur einer oder zwei Stimmen Unterschied.
Sartory verteidigte seine Mitgliedschaft auf Anfrage des «Tages-Anzeigers». Er sei dem Verband beigetreten, weil ihm «der Austausch mit den Mitarbeitenden und die Stärkung des Berufsbildes» wichtig seien. Zu den verbandsinternen Abläufen und dem Abstimmungsverhalten äussere er sich nicht.
Der Medienverantwortliche des PBV bezeichnete die Schilderungen der Vorgänge als «im Wesentlichen korrekt».