Proteste in Einsiedeln SZ Massvoll-Präsident Rimoldi in Gewahrsam +++ Am Bahnhof kommt es zu Scharmützeln +++ «Umzug war gesäumt von braunem Filz»

Dominik Müller

22.2.2025

Buhrufe für Kundgebung gegen Alice Weidel in Einsiedeln SZ

Buhrufe für Kundgebung gegen Alice Weidel in Einsiedeln SZ

Zweihundert Personen haben am Samstagnachmittag in Einsiedeln SZ unter Pfiffen und Buhrufen von Gegendemonstranten «gegen Rechts» und die deutsche Politikerin Alice Weidel demonstriert. Anlass war, dass die AfD-Politikerin auch in Einsiedeln wohnt.

22.02.2025

Einen Tag vor der deutschen Bundestagswahl fand eine bewilligte Kundgebung gegen rechts in Alice Weidels Wohnort Einsiedeln statt. Gegendemonstrierende tauchten auf. Die Polizei stellte sich zwischen die Fronten.

Redaktion blue News

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Am Samstag fand in Einsiedeln – dem Wohnort von AfD-Kanzlerkandidatin Alice Weidel – eine Kundgebung gegen rechts statt.
  • Das rief auch Gegendemonstrierende auf den Plan.
  • Die Polizei stellte sich zwischen die Fronten.
  • blue News berichtet über die Entwicklungen im Ticker.
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  • 17.52 Uhr

    «Mass-Voll»-Präsident Rimoldi in Gewahrsam

    Unter den fünf vorübergehend festgenommenen Personen befindet sich auch «Mass-Voll»-Präsident Nicolas Rimoldi. Die Kantonspolizei Schwyz bestätigte seine Festnahme.

  • 16.45 Uhr

    Polizei: «Provokationen und Handgreiflichkeiten»

    Laut der Kantonspolizei Schwyz versammelten sich am Nachmittag in Einsiedeln etwa 250 Demonstrierende sowie rund 1000 Zuschauerinnen und Zuschauer. Zudem reisten mehrere Hundert Gegendemonstrierende an.

    Die Polizei führte zahlreiche Personenkontrollen durch und verwies viele Mitglieder der Gegenbewegung des Ortes. Fünf Personen wurden vorübergehend festgenommen, da sie entweder verbotene Gegenstände bei sich trugen oder polizeiliche Anweisungen missachteten. Gegen sie werden entsprechende Anzeigen erstattet.

    Während der Demonstration kam es zu Provokationen und körperlichen Auseinandersetzungen, grössere Ausschreitungen konnten jedoch verhindert werden. Bislang liegen keine Meldungen über verletzte Personen oder Sachbeschädigungen vor.

  • 16.05 Uhr

    Ausgepfiffen, ausgebuht und beschimpft

    Obwohl die Kundgebung nur klein war, war ein grosses Aufgebot mit Polizisten aus mehreren Kantonen vor Ort. Grund dafür war, dass auch zu einer nicht bewilligten Gegendemonstration aufgerufen worden war.

    Die Kundgebung zog durch das Dorf Einsiedeln und wurde praktisch die ganze Zeit von Dutzenden Personen ausgepfiffen, ausgebuht und beschimpft. Einige der Gegendemonstranten hielten Schweizerfahnen, andere AfD-Plakate in die Höhe. «Alice bleib bei uns»-Rufe waren zu hören.

    Polizisten in Kampfmontur schützten den Demonstrationszug, als er an dem imposanten Benediktinerkloster vorbei zum Paracelsuspark zog. Immer wieder kam es zu Wortgefechten mit den Gegendemonstranten. Zu diesen gehörte auch die Gruppe «Mass-Voll», die unter «Liberté»-Rufen mit ihren violetten Fahnen aufgetaucht war, aber sofort von der Polizei weggeleitet wurde.

  • 15.44 Uhr

    Teilnehmer zieht Fazit: «Das stimmt mich traurig»

    Die Demonstration ist beendet. Teilnehmer Rico Fanchini, Gastronom aus Zürich, zieht für blue News ein Fazit: «Die vielen braunen Zaungäste haben gezeigt, wie wichtig es ist, aufzustehen und mit dieser Demo ein Zeichen gegen Rechts zu setzen. Für Vielfalt und Inklusion.» Es sei an der Zeit, für die Freiheit einzustehen. Denn für ihn sei klar: «Es nimmt beängstigende Züge an. Das stimmt mich traurig.»

    Die Motivation, an der Kundgebung teilzunehmen, begründet Fanchini so: «Ich möchte nicht, dass kommende Generationen sagen müssen: ‹Warum habt ihr weggeschaut?›» Nun habe er keine Stimme mehr und sei «glücklich und stolz auf dem Heimweg».

  • 15.37 Uhr

    Bekanntes Gesicht in Einsiedeln

    Auch vor Ort: Komiker Stefan Büsser, der Teilnehmende der Demonstration interviewte. Es ist anzunehmen, dass er einen Beitrag für seine SRF-Sendung «Late Night Switzerland», die morgen Abend ausgestrahlt wird, realisiert.

    Mit Komiker Stefan Büsser ist auch ein bekanntes Gesicht in Einsiedeln vor Ort.
    Mit Komiker Stefan Büsser ist auch ein bekanntes Gesicht in Einsiedeln vor Ort.
    blue News Leserreporter
  • 15.32 Uhr

    Impression aus Einsiedeln: «Alice aus dem Hinterland»

    Die Message ist klar und richtet sich gegen AfD-Kanzlerkandidatin Alice Weidel.
    Die Message ist klar und richtet sich gegen AfD-Kanzlerkandidatin Alice Weidel.
    blue News Leserreporter
  • 15.18 Uhr

    «Wir brauchten eine Polizeieskorte»: Am Bahnhof kommt es zu Scharmützeln

    Die Demonstrationen im Dorf sind beendet. Allerdings kommt es derzeit am Bahnhof Einsiedeln zu hektischen Szenen. Die Teilnehmer*innen der bewilligten Demonstration werden von Polizisten räumlich von den Gegendemonstranten abgeschirmt. Einzelne Scharmützel sind zu verzeichnen, so wird beispielsweise Schnee aus den Seitengassen geworfen.

    «Es geht ab. Wir brauchten eine Polizeieskorte zurück zum Bahnhof», berichtet ein blue News Leserreporter.

    Proteste in Einsiedeln

    Proteste in Einsiedeln

    Einen Tag vor der deutschen Bundestagswahl findet eine bewilligte Kundgebung gegen rechts in Alice Weidels Wohnort Einsiedeln statt. Gleichzeitig ist eine unbewilligte Gegendemo angekündigt.

    22.02.2025

  • 14.44 Uhr

    «Der Umzug war gesäumt von braunem Filz»

    Mittlerweile ist der Demonstrationszug im Paracelsuspark eingetroffen. «Wir sind am Ziel angekommen», berichtet ein blue News Leserreporter. «Der Umzug war gesäumt von braunem Filz.» Aber man habe die Gegendemonstranten mit Parolen zum Schweigen gebracht.

  • 14.38 Uhr

    Polizei weist «Mass-Voll» weg – Demonstranten ziehen durch Dorf

    Proteste in Einsiedeln

    Proteste in Einsiedeln

    Einen Tag vor der deutschen Bundestagswahl findet eine bewilligte Kundgebung gegen rechts in Alice Weidels Wohnort Einsiedeln statt. Gleichzeitig ist eine unbewilligte Gegendemo angekündigt.

    22.02.2025

  • 14.34 Uhr

    200 Personen nehmen an Demo teil

    Zweihundert Personen haben sich am Samstagnachmittag in Einsiedeln SZ versammelt, um «gegen Rechts» und die deutsche Politikerin Alice Weidel zu demonstrieren. Weidel kandidiert für die AfD für das deutsche Bundeskanzleramt und wohnt auch in Einsiedeln.

    Die Kantonspolizei Schwyz ist am Samstag aufgrund der angekündigten Demos in Einsiedeln mit viel Personal vor Ort.
    Die Kantonspolizei Schwyz ist am Samstag aufgrund der angekündigten Demos in Einsiedeln mit viel Personal vor Ort.
    Keystone

    Die Alternative für Deutschland (AfD) wird vom deutschen Verfassungsschutz in Teilen als rechtsextrem eingestuft. «Weidel raus» hiess es auf Plakaten.

  • 14.32 Uhr

    «Die Stimmung vor Ort ist ausgelassen»

    Auf dem Dorfplatz wird nun eine Kundgebung mit einer Rednerin abgehalten. Dabei skandieren sie «Nazis raus» – auf der gegenüberliegenden Strassenseite kontern die Demonstrierenden der Gegendemo mit Buhrufen und Pfiffen.

    «Die Stimmung vor Ort ist ausgelassen», berichtet ein blue News Leserreporter. Von einem «wütenden Mob», wie «Mass-Voll»-Aktivist Nicolas Rimoldi die Demonstranten gegenüber mehrerer Medien benannt, sei nichts zu sehen.

  • 14.22 Uhr

    Anti-Weidel-Demonstranten treffen auf «Mass-Voll»

    Proteste in Einsiedeln

    Proteste in Einsiedeln

    Einen Tag vor der deutschen Bundestagswahl findet eine bewilligte Kundgebung gegen rechts in Alice Weidels Wohnort Einsiedeln statt. Gleichzeitig ist eine unbewilligte Gegendemo angekündigt.

    22.02.2025

  • 14.12 Uhr

    «Mass-Voll» zeigt trotz Demo-Verbot Flagge

    Es geht los mit der Demo. Und wie angekündigt, hält sich die Gruppe «Mass-Voll» nicht an das Gegendemo-Verbot der Kantonspolizei Schwyz und ist in Einsiedeln vor Ort. Die Behörden haben im Vorfeld angekündigt, in diesem Fall einzuschreiten und die betroffenen Personen von Einsiedeln wegzuweisen.

    Die Gruppe «Mass-Voll» präsentiert trotz Demo-Verbot ihre Flagge in Einsiedeln.
    Die Gruppe «Mass-Voll» präsentiert trotz Demo-Verbot ihre Flagge in Einsiedeln.
    blue News Leserreporter
  • 13.42 Uhr

    Kantonspolizei Schwyz: «Gegendemo wird nicht toleriert»

    Ein Gesuch für eine Demonstration unter dem Namen «Gegen den Rechtsruck» für den Samstag, 22. Februar 2025 sei seitens des Bezirks bewilligt worden, schreibt die Kantonspolizei Schwyz in einer Mitteilung.

    Ebenfalls seien Organisatoren einer Gegendemonstration in Kontakt mit dem Bezirk Einsiedeln und der Kantonspolizei Schwyz getreten. «Ein Gesuch für eine Gegendemonstration kann in der momentanen Situation nicht bewilligt werden», heisst es. Die Begründung der Behörden: Zwei gleichzeitige Demonstrationen im Dorfkern Einsiedeln stellt ein zu grosses Sicherheitsrisiko dar.

    «Somit ist eine Gegendemonstration in Einsiedeln nicht bewilligt und wird von der Polizei auch nicht toleriert», schreibt die Kapo weiter. Den Gesprächsführenden seien verschiedene örtliche und zeitliche Alternativen vorgeschlagen worden, welche jedoch abgelehnt wurden. «Sollten Personen der Gegenbewegung trotzdem Kundgebungen in Einsiedeln planen oder durchführen, werden diese konsequent von Einsiedeln weggewiesen.»

    Aufgrund der Veranstaltung muss am Samstagnachmittag im Raum Einsiedeln mit grossen Verkehrseinschränkungen gerechnet werden.

Am Samstagnachmittag soll in Einsiedeln, am Wohnort der AfD-Kanzlerkandidatin Alice Weidel, eine «Demo gegen rechts» stattfinden. Die Kundgebung startet um 14 Uhr beim Dorfplatz, die Route führt über die Hauptstrasse zum Paracelsuspark.

Die Kundgebung, die einen Tag vor der deutschen Bundestagswahl stattfindet, ist von den Behörden bewilligt worden. Die Kantonspolizei Schwyz rechnet im Raum Einsiedeln mit grossen Verkehrseinschränkungen.

Rechte Gruppierungen haben als Antwort auf die Veranstaltung zu einer Gegendemo aufgerufen. «Mass-Voll»-Präsident Nicolas A. Rimoldi hat eine «Demo gegen Links» angekündigt. Auch die Freiheitstrychler werden gemäss einer Mitteilung von «Mass-Voll» anwesend sein. Diese Kundgebung ist von den Behörden allerdings nicht bewilligt worden.