Mindestfranchise soll steigen Bund will Volk ans Portemonnaie – viele Senioren betroffen

Sven Ziegler

13.3.2026

Bundesrätin Baume-Schneider ist für die Krankenkassen zuständig. (Archivbild).
Bundesrätin Baume-Schneider ist für die Krankenkassen zuständig. (Archivbild).
sda

Der Bundesrat macht ernst mit der Reform der Krankenkassen-Franchise. Die Mindestfranchise soll von heute 300 auf 400 Franken steigen. Der Vorschlag geht nun in die Vernehmlassung.

Sven Ziegler

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Der Bundesrat schickt eine Erhöhung der Krankenkassen-Mindestfranchise in die Vernehmlassung.
  • Die Franchise soll von 300 auf 400 Franken steigen – erstmals seit 2004.
  • Künftig soll ein Mechanismus die Franchise automatisch an die Gesundheitskosten anpassen.

Der Bundesrat will die Mindestfranchise der Krankenkassen erhöhen. Die Landesregierung hat am Freitag eine entsprechende Änderung des Krankenversicherungsgesetzes (KVG) in die Vernehmlassung geschickt.

Konkret soll die Mindestfranchise der obligatorischen Krankenversicherung von heute 300 auf 400 Franken steigen. Es wäre die erste Anpassung seit über 20 Jahren.

Die Massnahme geht auf eine Motion der St. Galler SVP-Ständerätin Esther Friedli zurück, die das Parlament im März 2025 angenommen hatte. Wie blue News damals berichtete, forderte das Parlament den Bundesrat auf, die Franchise an die gestiegenen Gesundheitskosten anzupassen.

Automatischer Mechanismus geplant

Neu soll zudem ein automatischer Mechanismus greifen. Sinkt der Anteil der Gesundheitskosten, den Versicherte selbst tragen – also über Franchise, Selbstbehalt und Spitalkosten –, unter einen bestimmten Wert, wird die Franchise erhöht.

Dieser Schwellenwert liegt bei 13,5 Prozent der Gesamtkosten der obligatorischen Grundversicherung. Ziel der Regelung ist es laut Bundesrat, Versicherte zu einem zurückhaltenderen Umgang mit medizinischen Leistungen zu bewegen.

Mehr Eigenverantwortung – tiefere Prämien?

Mit der Reform will der Bundesrat erreichen, dass Versicherte medizinische Leistungen zurückhaltender in Anspruch nehmen. Dadurch sollen die Kosten der Grundversicherung sinken.

Langfristig könnte dies laut Bundesrat auch zu leicht tieferen Krankenkassenprämien führen.

Baume-Schneider zu Krankenkassenprämien: «Muss weiterschauen, dass man Kostendämpfungen erreichen kann»

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Die Krankenkassenprämien steigen 2026 durchschnittlich um 4,4 Prozent. Die mittlere Monatsprämie beträgt 393.30 Franken.

23.09.2025

Die Anpassung müsse jedoch moderat bleiben, damit Menschen nicht aus finanziellen Gründen auf notwendige medizinische Behandlungen verzichten.

Kinder sollen weiterhin keine Mindestfranchise bezahlen müssen. Die letzte Erhöhung der Mindestfranchise erfolgte 2004, als sie von 230 auf 300 Franken angehoben wurde.

Heute wählen rund 45 Prozent der Erwachsenen die Mindestfranchise, während 55 Prozent eine höhere Wahlfranchise haben. Viele davon sind Senioren. Die Statistik zeigt: Je älter die Bevölkerung ist, desto grösser ist der Anteil der Personen mit Mindestfranchise

Die SVP fordert denn auch, dass Ältere mehr für die Krankenkasse bezahlen müssen als jüngere Personen. Mehr dazu liest du in diesem Artikel.