Geld auf eigenes Konto überwiesen Krankenkassen-Mitarbeiter erbeutet mit dreistem Trick hohe Prämiensumme

Dominik Müller

28.4.2026

Das Logo der Berner Krankenkasse KPT auf dem Gebäude des Hauptsitzes in Bern-Wankdorf.
Das Logo der Berner Krankenkasse KPT auf dem Gebäude des Hauptsitzes in Bern-Wankdorf.
Keystone

Ein ehemaliger KPT-Mitarbeiter steht im Verdacht, sich über Monate hinweg illegal bereichert zu haben. Er soll Rückzahlungen von Krankenkassenprämien gezielt auf sein eigenes Konto umgeleitet haben.

Dominik Müller

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Ein Ex-Mitarbeiter der Krankenkasse KPT soll Rückzahlungen nach Todesfällen systematisch auf sein eigenes Konto umgeleitet haben.
  • Auf diese Weise habe er rund 354'000 Franken erbeutet.
  • Der Betrug mit 87 manipulierten Transaktionen flog erst auf, als eine Witwe eine ausstehende Zahlung meldete.

Ein ehemaliger Mitarbeiter der Berner Krankenkasse KPT soll sich über Monate hinweg unrechtmässig bereichert haben. Laut einem Entscheid des Berner Obergerichts nutzte er eine Schwachstelle im System: Rückzahlungen von vorausbezahlten Prämien nach Todesfällen leitete er auf sein eigenes Konto um – offenbar in der Annahme, dass fehlende Beträge von Angehörigen oft unbemerkt bleiben, berichtet der «Tages-Anzeiger».

Zwischen April 2024 und März 2025 soll der Mann auf diese Weise 87 Transaktionen manipuliert und insgesamt rund 354'000 Franken abgezweigt haben.

Erst als sich die Witwe eines verstorbenen Versicherten bei der KPT nach einer ausstehenden Rückzahlung erkundigte, flog der Fall auf. Die KPT reichte gemäss Bericht daraufhin Anzeige ein, die Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland eröffnete Ermittlungen.

Grossteil des Geldes verschwunden

Der Beschuldigte wehrte sich unter anderem gegen die Sperrung seines Kontos – jedoch ohne Erfolg. Das Gericht wies seine Beschwerde ab. Zum Zeitpunkt der Kontosperrung befanden sich laut Staatsanwaltschaft nur noch rund 17'000 Franken darauf.

Die KPT bestätigte den Fall auf Anfrage des «Tages-Anzeigers». Ein Sprecher erklärte, alle betroffenen Rückzahlungen seien inzwischen korrekt ausgeführt worden. «Entdeckte Schwachstellen bei Prozessen und Systemen» würden nun «rasch und konsequent» behoben. Gleichzeitig will die Versicherung im Falle einer Verurteilung versuchen, den Grossteil des Schadens zurückzufordern.


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