Zu heiss zum LernenLehrerverband fordert wirksamen Hitzeschutz für Schulkinder
Carsten Dörges
27.5.2026
Bei hohen Temperaturen leiden Schüler*innen in ihren Klassenräumen.
Bild: Marijan Murat/dpa
Überhitzte Klassenzimmer beeinträchtigen die Gesundheit und die Lernleistung von Schüler*innen erheblich. Der Lehrerverband will nun eine Obergrenze von 26 Grad in Innenräumen festlegen.
Redaktion blue News
27.05.2026, 21:30
27.05.2026, 21:31
Carsten Dörges
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
An Schulen in der Schweiz fehlen bislang verbindliche Grenzwerte für Hitzetage.
Der Lehrerverband fordert in einem Positionspapier nun standardisierte Messungen und Sanierungen.
Für den Schulbetrieb bei Hitze soll ein mehrstufiges System mit verbindlichen Massnahmen eingeführt werden.
Schwitzende Schüler*innen in überhitzten Klassenzimmern: Bereits am Mittag sind in Schulzimmern an Sommertagen Temperaturen von 30 Grad Celsius möglich. Nachmittags wurden Spitzenwerte von bis zu 42 Grad Celsius registriert, zeigen Messungen aus der Praxis. Für Kinder sind solche Temperaturen besonders belastend, da sie weniger schwitzen als Erwachsene.
Während Schüler*innen bereits in diesen Maitagen mit der Hitze zu kämpfen haben, fordert der Dachverband der Lehrerinnen und Lehrer (LCH) Bund und Kantone zum Handeln auf. Eine Obergrenze von 26 Grad in Innenräumen soll als verbindlicher Grenzwert für regulären Unterricht festgelegt werden, fordert der LCH in einem neu veröffentlichen Positionspapier. Ausserdem wird eine Sanierungsoffensive gefordert, um Schulgebäude und Aussenbereiche hitzetauglich zu machen.
Mehrstufiges System bei Hitze
Beschattung, Nachtauskühlung, Begrünung und geeignete Bauweisen sollen als Massnahmen im Vordergrund stehen. Lediglich dort, wo das nicht ausreicht, soll auf eine aktive Raumkühlung zurückgegriffen werden. Hierbei soll ein Betrieb mit erneuerbaren Energiequellen im Vordergrund stehen.
Für den Schulbetrieb bei Hitze schlägt der LHC daher ein mehrstufiges System vor. Im Normalbetrieb bis 26 Grad können schon vorbeugende Massnahmen im regulären Unterricht stattfinden. Bei 26 bis 30 Grad soll nur noch eingeschränkter Unterricht stattfinden, teilweise mit Verlegung in kühlere Zeiten oder Räume. Über 30 Grad soll dann der reguläre Unterricht eingestellt werden.
Kein Heimschicken möglich
Da es wegen der Aufsichtspflicht kein «Hitzefrei» im Sinne eines Heimschickens möglich ist, müssen Massnahmen wie die Nutzung kühlerer Räume, Verlagerung des Unterrichts nach draussen oder die Verlagerung des Unterrichts in den frühen Vormittag einwandfrei geklärt werden.
Der LHC will keine kurzfristigen Lösungen, es soll ein neues Hitzemanagement mit verbindlichen Standards geben. Hierbei stehen dann klare Zuständigkeiten und eine gesicherte Finanzierung durch Bund und Kantone im Vordergrund.