Rund 10 Millionen Franken Lohnsystemwechsel beim Bund verursacht Millionen-Mehrkosten

Lea Oetiker

3.2.2026

Der Bundesrat führte 2025 ein neues Lohnsystem ein, das automatische Erhöhungen begrenzt.
Der Bundesrat führte 2025 ein neues Lohnsystem ein, das automatische Erhöhungen begrenzt.
IMAGO/CHROMORANGE

Die Kritik an den hohen Bundeslöhnen reisst nicht ab: Obwohl der Bund seine Lohnstruktur ab 2027 marktnäher will, rechnen Experten mit Millionenmehrkosten.

Lea Oetiker

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Bundesangestellte verdienen deutlich mehr als Beschäftigte in der Privatwirtschaft.
  • Der Bundesrat führte 2025 ein neues Lohnsystem ein, das automatische Erhöhungen begrenzt.
  • Obwohl das Reformmodell zunächst Mehrkosten von rund 10 Millionen Franken verursacht, erwartet der Bund langfristige Einsparungen.

Vor drei Jahren zeigte eine Studie des Instituts für Wirtschaftspolitik (IWP), dass Bundesangestellte im Schnitt 11,6 Prozent mehr verdienen als Beschäftigte in der Privatwirtschaft mit vergleichbarer Tätigkeit. Seither stehen die Löhne der Bundesangestellten in der Kritik.

«Wir müssen dafür sorgen, dass mehr gut ausgebildete Leute in der Privatwirtschaft arbeiten und dort den Fachkräftemangel lindern», sagte auch UBS-CEO Sergio Ermotti zum «Tages-Anzeiger». Viele würden direkt nach dem Studium in die Verwaltung gehen, wo sie besser verdienen und einen fast schon garantierten Arbeitsplatz hätten.

Das hohe Lohnniveau beim Bund hängt bislang eng mit dem bisherigen Gehaltssystem zusammen, das automatische jährliche Erhöhungen von bis zu 4 Prozent vorsieht. 2024 erhielten 96,7 Prozent der Bundesangestellten eine gute oder sehr gute Personalbeurteilung – und damit eine Lohnerhöhung, wie die Zeitung weiter schreibt.

Mehrkosten im Jahr 2027

Auf die wachsende Kritik reagierte der Bundesrat im Mai 2025 mit einem neuen, «stärker marktorientierten» Lohnmodell. Künftig sollen Gehaltssprünge kleiner ausfallen, das Erreichen des Lohnmaximums wird nur noch bei aussergewöhnlichen Leistungen möglich sein.

Dennoch rechnen Personalverantwortliche mit Mehrkosten im Einführungsjahr 2027: Weil die Einstiegslöhne angehoben werden, um den Wegfall automatischer Lohnsteigerungen zu kompensieren, könnten einzelne Mitarbeitende schon 2026 vierstellige Beträge zusätzlich pro Jahr erhalten.

Das Eidgenössische Personalamt (EPA) schätzt die Mehrkosten auf rund 10 Millionen Franken, mittelfristig soll das neue System aber Einsparungen von bis zu 35 Millionen bringen, schreibt der «Tages-Anzeiger». Kurzfristig dürfte die Diskussion über die hohen Beamtenlöhne jedoch weitergehen: 2024 überschritt der Durchschnittslohn im Bund erstmals 130’000 Franken pro Jahr. Ein Rekord, der 2027 voraussichtlich erneut fallen wird.