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In der Dampfzentrale Bern ist der interne Machtkampf eskaliert.
Wikimedia Commons
In der Berner Dampfzentrale ist es zu einem Eklat gekommen: Der gesamte Vereinsvorstand ist zurückgetreten – eine neue strategische Leitung mit prominenten Namen übernimmt. Ob die Stadt Bern der alten Crew weiterhin Millionen-Subventionen zuspricht, bleibt offen.
Die Spannungen rund um die Dampfzentrale Bern haben einen neuen Höhepunkt erreicht. Wie die «Berner Zeitung» berichtet, ist der gesamte Vorstand des Vereins um Präsidentin Brigitte Hilty Haller bei der Mitgliederversammlung vom Montagabend zurückgetreten. An ihre Stelle trat eine neue strategische Leitung, die klar hinter der bisherigen Geschäftsführung steht.
Rund 100 Personen nahmen an der Sitzung teil – darunter auch zahlreiche neue Mitglieder. Sie stellten sich hinter die Geschäftsleitung um Anneli Binder, Roger Ziegler und Karin Bitterli. «Es folgte eine Lobhudelei auf die jetzige Dampfzentrale-Crew nach der anderen», sagte ein langjähriges Vereinsmitglied gegenüber der «BZ». «Der Verein wurde gekapert, es war wie in einem schlechten Piratenfilm.»
Zu den neu Gewählten gehört unter anderem Rapper Grégoire Vuilleumier alias Greis. Auch Theatermacher Martin Schick, Stadträtin Franziska Geiser (GB) und AL-Politikerin Tabea Rai ziehen in die strategische Leitung ein. Bei der Aktion habe auch SP-Nationalrätin Tamara Funiciello eine Rolle gespielt, schreibt die «Berner Zeitung».
Der Machtkampf zwischen der Geschäftsleitung und der Vereinsführung war entfacht worden, nachdem die Stadt Bern im Juni verkündet hatte, den Leistungsvertrag mit der Dampfzentrale neu auszuschreiben. Jährlich stehen 2,4 Millionen Franken Subventionen im Raum.
Kulturbeauftragte Franziska Burkhardt erklärte damals im Gespräch mit der Plattform J: «Das Potenzial ist noch nicht ausgeschöpft.»
Kritik kam insbesondere von der lokalen Tanzszene, die monierte, im Mehrspartenhaus zu wenig Platz zu finden.
Ursprünglich wollte sich der alte Vereinsvorstand mit einer neuen Geschäftsführung erneut um die Subventionen bewerben. Nun aber hat die aktuelle Geschäftsleitung die Oberhand gewonnen – mit Unterstützung prominenter Mitstreiter.
Ob die Stadt Bern dem bestehenden Team trotz Kritik erneut den Zuschlag erteilen wird, ist allerdings unklar.