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Jetzt meldenDie Schweiz bereitete sich auf eine historische Zeremonie am Bürgenstock vor. Doch am Ende standen Donald Trump und Emmanuel Macron in Versailles vor den Kameras der Weltöffentlichkeit. Der Schweiz bleibt nur die Nebenrolle. Eine Analyse von Romandie-Chefredaktor Nicolas Barman.
Als Donald Trump am Mittwochabend unter den Kronleuchtern von Versailles seine Unterschrift unter das Iran-Abkommen setzte, war die Botschaft klar: Dieser Moment gehört Frankreich.
Neben Trump stand Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, die Kameras liefen, die Bilder gingen um die Welt. Für den französischen Präsidenten war es der perfekte Abschluss eines G7-Gipfels, den er in Évian weitgehend nach seinen Vorstellungen gestaltet hatte.
Dabei deutete lange vieles darauf hin, dass die Schweiz selbst im Zentrum dieser historischen Woche stehen könnte.
Seit Tagen kursierten Hinweise auf eine Zeremonie in der Schweiz. Der Bürgenstock, der sich mit der Ukraine-Konferenz einen Namen als internationale Verhandlungsplattform gemacht hatte, galt als logischer Ort für die nächste grosse diplomatische Inszenierung.
Auch Pakistan, das gemeinsam mit Katar zwischen Washington und Teheran vermittelte, sprach zunächst von einer Veranstaltung in der Schweiz. Der Eindruck entstand: Die eigentliche Unterschrift könnte auf Schweizer Boden erfolgen.

Donald Trump besuchte das Schloss Versailles in Begleitung des französischen Präsidenten Emmanuel Macron vor dem dort organisierten Abendessen. Dieser Empfang zur Unterzeichnung des Abkommens mit dem Iran fand am Tag nach dem G7-Gipfel in Evian statt.
Bild: AFP
Doch dann änderte sich die Lage überraschend.
Trump bestätigte am Mittwochabend, dass er das Dokument bereits in Versailles unterzeichnet habe. Zeitgleich veröffentlichte die iranische Nachrichtenagentur Irna Bilder von Präsident Massud Peseschkian mit dem unterschriebenen Abkommen.
Der symbolische Akt war vollzogen – ohne die Schweiz.
Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung, weil die Schweiz rund um den G7-Gipfel stark eingebunden war. Die Behörden unterstützten Frankreich bei Sicherheitsfragen, Logistik und Organisation. Der Gipfel fand schliesslich nur wenige Kilometer von der Schweizer Grenze entfernt statt.
Macron bedankte sich dafür sogar öffentlich. An seiner Abschlusspressekonferenz richtete er ausdrücklich Worte des Dankes an die Schweizer Behörden und sprach von einer wichtigen Zusammenarbeit während des Gipfels. Dies, obwohl sich die Behörden beider Länder uneins sind, wer die Kosten für die Sicherheit, etwa am Flughafen Genf übernehmen soll. Aktuell bleibt die Schweiz auf Kosten von rund 20 Millionen Franken sitzen.
Doch diplomatische Geschichte wird selten nach dem Aufwand geschrieben. Entscheidend sind die Bilder.
Und diese entstanden nicht auf dem Bürgenstock, sondern im rund 500 Kilometer Luftlinie entfernten Versailles. Frankreich stiehlt der Schweiz eiskalt die Show.
Ob in den kommenden Tagen dennoch Gespräche oder technische Verhandlungen in der Schweiz stattfinden, bleibt offen. Möglich ist, dass der Bürgenstock auch künftig als neutraler Ort für internationale Vermittlungen genutzt wird.
Der grosse Moment dieser Woche dürfte jedoch bereits gelaufen sein.
Während die Schweiz hoffte, erneut Gastgeber eines weltpolitischen Schlüsselmoments zu werden, sorgte Macron dafür, dass die entscheidenden Bilder aus Versailles kamen.
Bern half bei der Vorbereitung und legte sich ins Zeug – vergebens. Den Applaus erhält am Ende Paris.