63 Neuinfektionen in der Schweiz — Kanton Waadt schliesst zwei Schulen

Agenturen/dor/toko

30.6.2020 - 21:58

Das BAG meldet mit 62 Neuinfektionen weiterhin steigende Zahlen. Den USA drohen laut Anthony Fauci schon sehr bald 100'000 Neuinfektionen pro Tag. Unterdessen schliesst der Kanton Waadt nach positiven Coronatests zwei Schulen und schickt 80 Lehrer in Quarantäne. Die Ereignisse des Tages im Überblick.

In der Schweiz und in Liechtenstein sind innerhalb eines Tages 62 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Insgesamt gab es bisher 31'714 laborbestätigte Covid-19-Fälle, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Dienstag mitteilte.

 Am Montag waren dem BAG 35 neue Ansteckungen gemeldet worden, am Sonntag 62 und am Samstag 69. In der vergangenen Woche hatte die Zahl der eingegangenen bestätigten Neuinfektionen von Tag zu Tag zugenommen. In der gesamten letzten Woche erhielt das BAG die Bestätigung von 325 Fällen, im Vergleich zu 125 in der Vorwoche.

Nach zwei Covid-19-Infektionen in einer Schule in Yverdon-les-Bains, hat der Kanton Waadt beschlossen, die Lehrkräfte der 31 Klassen der Sekundarschule unter Quarantäne zu stellen. Auch die Lehrer der neun Primarklassen, die um selben Gebäude unterrichtet werden, müssen in die häusliche Isolation. Betroffen seien etwa 100 Mitarbeitende der Schulen, darunter 80 Lehrkräfte, wie Julien Schekter, Mediensprecher des Bildungsdepartements, mitteilte.

Die 800 Schüler selbst seien von der Quarantäne nicht betroffen, hiess es in einem Communiqué (französisch) der Kantonalregierung am Dienstag. Sie würden ein paar Tage früher in die Sommerferien geschickt und müssten bis zum Ende der offiziellen Schulzeit am Freitag, 3. Juli nicht mehr zum Unterricht kommen. Für Kinder, die bis dahin zu Hause nicht betreut werden können, würde eine Notbetreuung eingerichtet.

Einer der führenden Corona-Experten der US-Regierung hat angesichts der rapiden Zunahme der Neuinfektionen im Süden des Landes vor einer dramatischen Zuspitzung der Pandemie gewarnt. Falls der Anstieg in den betroffenen Bundesstaaten nicht unter Kontrolle gebracht werden könne, seien landesweit bald bis zu 100'000 Neuinfektionen pro Tag vorstellbar, warnte der Immunologe Anthony Fauci bei einer Anhörung im Senat. «Ich bin sehr besorgt», sagte er. «Wir bewegen uns in die falsche Richtung.» Zuletzt gab es in den USA rund 40'000 Neuinfektionen pro Tag — mehr als an den meisten Tagen der Hochphase der Pandemie im April.


Die Ereignisse des Tages im Überblick

Das Wichtigste in Kürze:

  • Wegen der durch die Pandemie verursachten schweren Krise der Luftfahrtbranche will der Flugzeugbauer weltweit rund 15'000 Stellen streichen.
  • Den USA drohen laut Anthony Fauci schon sehr bald 100'000 Neuinfektionen pro Tag.
  • Wissenschaftler haben in China eine Variante des Schweinegrippe-Virus identifiziert, die das Potenzial für eine Pandemie unter Menschen entwickeln könnte.
  • Der Genfer Gesundheitsdirektor Mauro Poggia wird morgen eine Maskenpflicht für den öffentlichen Verkehr beantragen.
  • Die Schweizer Wirtschaft hat sich laut den Konjunkturforschern der ETH Zürich (KOF) etwas aufgerappelt. Das Konjunkturbarometer steigt wieder leicht. Der Detailhandel freut sich über steigende Verkäufe.
  • Der Kanton Waadt schliesst zwei Schulen nach positiven Coronatests und schickt 80 Lehrer in Quarantäne. Für 800 Schüler beginnen die Sommerferien früher.
  • Das BAG vermeldet 62 neue Corona-Infektionen in der Schweiz und in Lichtenstein innert der letzten 24 Stunden.

21.41 Uhr: Biden: «Kriegspräsident» Trump hat das Corona-Schlachtfeld verlassen

Angesichts von mehr als 125'000 Corona-Toten in den USA und besorgniserregend steigenden Fallzahlen hat der designierte Präsidentschaftskandidat Joe Biden dem Amtsinhaber Donald Trump Versagen vorgeworfen. «Es scheint, dass unser ‹Kriegspräsident› sich ergeben, die weisse Flagge geschwenkt und das Schlachtfeld verlassen hat», sagte Biden bei einer Rede am Dienstag in Wilmington (Delaware). Er bezog sich damit auf Trumps Aussage vom März, er fühle sich in Zeiten des Kampfes gegen die Pandemie als «Kriegspräsident».

Trump habe Zeit für wirksame Massnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus vergeudet, sagte Biden. Die Infektionen stiegen in einer Reihe von Bundesstaaten an, grosse Ausbrüche könnten bevorstehen. «Donald Trump macht so gut wie gar nichts dagegen. Mister Präsident, die Krise ist real», sagte Biden. Der Demokrat sprach sich für eine grundsätzliche Maskenpflicht in der Öffentlichkeit und eine Rückkehr zur Zusammenarbeit mit der Weltgesundheitsorganisation WHO aus. Er selbst werde bis zur Abstimmung im November keine grossen Wahlkampfveranstaltungen abhalten.

21.28 Uhr: Ukraine produziert kostengünstiges Beatmungsgerät der ETH Zürich

Die ETH Zürich hat ein kostengünstiges und alltagstaugliches Beatmungsgerät für Schwellen- und Entwicklungsländer erarbeitet. Der Bund schiebt die Produktion des preiswerten Gerätes in der Ukraine mit 1,5 Millionen Franken an.

Ukraine produziert kostengünstiges Beatmungsgerät der ETH Zürich

Ukraine produziert kostengünstiges Beatmungsgerät der ETH Zürich

Die ETH Zürich hat ein kostengünstiges und alltagstaugliches Beatmungsgerät für Schwellen- und Entwicklungsländer erarbeitet. Der Bund schiebt die Produktion des preiswerten Gerätes in der Ukraine mit 1,5 Millionen Franken an.

30.06.2020

Der «Low Cost Lung Ventilator» wurde am Nachmittag in Bern von den ETH-Verantwortlichen erläutert und präsentiert. Zum Einsatz kommen soll es bei Menschen mit Atembeschwerden — etwa wegen dem Coronavirus. Das Gerät lässt sich aus standardisierten, lokal erhältlichen Bauteilen preisgünstig herstellen, wie das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) mitteilte.

Das wissenschaftliche Rüstzeug für das Beatmungsgerät ist «Open Source» und damit weltweit zugänglich. Durch die Verwendung der öffentlich zugänglichen Wissenschaftsdaten kann die ETH Zürich Forschungs- und Entwicklungskosten sparen.

21.12 Uhr: R-Wert im Kanton Zürich lag bei 1,75 

Der sogenannte R-Wert steht in der Pandemie immer wieder im Mittelpunkt. Ein Wert über 1 bedeutet, dass eine infizierte Person mindestens eine weitere ansteckt. 

Laut der Gesundheitsdirektion Zürich habe die Kennzahl am 20. Juni im Kanton bei 1,75 gelegen. Zudem sei die Zahl der Neuinfektionen zuletzt angesteigen, heute Dienstag wurden 28 gemeldet. Es seien in den kommenden Wochen zwar keine Kapazitätsengpässe zu erwarten, aufgrund der steigenden Zahlen sei «contact tracing aber stark gefordert.»

Wie es im Lagebulletin weiter heisst, könne das Auftreten weiterer Superspreding-Events eine Welle von Neuansteckungen beschleunigen. 

20.47 Uhr: Biden verzichtet wegen Corona-Pandemie auf Wahlkampfauftritte

Der designierte US-Präsidentschaftskandidat Joe Biden will wegen der Corona-Pandemie auf Wahlkampfauftritte vor grossem Publikum verzichteten. Er werde dem Rat der Ärzte folgen und keine solchen Veranstaltungen abhalten, sagte der US-Demokrat vor Journalisten in Wilmington im Bundesstaat Delaware. Der frühere Vizepräsident grenzt sich damit von Amtsinhaber Donald Trump ab, der nach dreimonatiger Coronavirus-Pause kürzlich trotz aller Warnungen seine Wahlkampfveranstaltungen wieder aufgenommen hatte.



«Dies ist wohl der ungewöhnlichste Wahlkampf in der jüngeren US-Geschichte», sagte Biden. Er selbst habe sich noch nicht auf das neuartige Coronavirus testen lassen, fügte der 77-Jährige hinzu.

In den USA wurden bereits mehr als 2,6 Millionen Coronavirus-Infektionen und mehr als 126'000 Todesfälle bestätigt. Das sind die mit Abstand höchsten Zahlen der Welt.

20.20 Uhr: Bericht: Italienische Grenzgänger haben sich im Wallis infiziert

In der norditalienischen Region Ossola sind neun Grenzgänger mit dem Coronavirus infiziert. Die meisten von ihnen sollen sich bei der Arbeit im Wallis angesteckt haben, möglicherweise bei einem Früchtehändler in Sitten.

Dies berichtet der «Walliser Bote». Demnach seien bei 30 Grenzgängern Tests durchgeführt worden — neun waren positiv. Zwei Personen befänden im kritischen Zustand.

20.01 Uhr: Flugzeugbauer Airbus will weltweit 15'000 Stellen streichen

Der Flugzeugbauer Airbus will wegen der Luftfahrt-Krise weltweit 15'000 Stellen streichen. Allein in Deutschland sollen etwa 5100 Stellen betroffen sein, teilte der Flugzeugbauer mit Schaltzentrale im französischen Toulouse mit.

«Die Branche befindet sich in einer beispiellosen Krise», hiess es in einer Mitteilung. Es werde erwartet, dass sich der Luftverkehr nicht vor 2023 erholen werde und möglicherweise erst 2025 wieder auf dem Niveau von vor Corona sein werde. Die Airlines nehmen sie wegen des Einbruchs im Markt durch die Corona-Krise zunächst nicht ab. Es werde bis Ende 2021 dauern, bevor Produktion und Auslieferungen wieder im Einklang stehen, sagte der Airbus-Chef dem Blatt.

Der Luftfahrt- und Rüstungskonzern Airbus ist wie die gesamte Luftfahrtbranche wegen der Covid-19-Pandemie in eine schwere Krise geraten. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte vor einigen Wochen ein 15 Milliarden Euro schweres Rettungspaket für die Luftfahrtindustrie angekündigt. In Frankreich arbeiten allein bei Airbus mit Schaltzentrale in Toulouse knapp 50'000 Menschen.

19.44 Uhr: UN: Pandemie erhöht Risiko der Genitalverstümmelung für Millionen

Die Coronavirus-Pandemie macht einem Bericht der Vereinten Nationen zufolge Fortschritte beim Kampf gegen Kinderehen und Genitalverstümmelungen zunichte. Wenn die dagegen ankämpfenden Projekte noch weitere Monate brach lägen, könnten im kommenden Jahrzehnt rund 13 Millionen Mädchen zusätzlich zwangsverheiratet werden und 2 Millionen Mädchen zusätzlich zur Genitalverstümmelung gezwungen werden, hiess es in einem am Dienstag vom Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) in New York veröffentlichten Bericht.

Bereits in diesem Jahr würden wohl rund 4,1 Millionen Mädchen weltweit zur Genitalverstümmelung und rund 33'000 Mädchen unter 18 in die Ehe gezwungen, hiess es weiter. «Die schädliche Behandlung von Mädchen bringt tiefgreifende und anhaltende Traumatisierung mit sich und raubt ihnen das Recht, ihr volles Potenzial zu erreichen», sagte UNFPA-Chefin Natalia Kanem. «Wir müssen das Problem an der Wurzel angehen, vor allem geschlechterdiskriminierende Regeln.»

19.28 Uhr: Fauci warnt: Den USA drohen 100'000 Neuinfektionen pro Tag

Einer der führenden Corona-Experten der US-Regierung hat angesichts der rapiden Zunahme der Neuinfektionen im Süden des Landes vor einer dramatischen Zuspitzung der Pandemie gewarnt. Falls der Anstieg in den betroffenen Bundesstaaten nicht unter Kontrolle gebracht werden könne, seien landesweit bald bis zu 100'000 Neuinfektionen pro Tag vorstellbar, warnte der Immunologe Anthony Fauci bei einer Anhörung im Senat. «Ich bin sehr besorgt», sagte er. «Wir bewegen uns in die falsche Richtung.» Zuletzt gab es in den USA rund 40'000 Neuinfektionen pro Tag — mehr als an den meisten Tagen der Hochphase der Pandemie im April.

Der Immunologe Anthony Fauci hat vor 100'000 Neuinfektionen pro Tag in den USA gewarnt.
KEYSTONE/AP/Kevin Dietsch

Die Pandemie könne derzeit nur eingedämmt werden, wenn die Menschen in der Öffentlichkeit konsequent Masken trügen und auf ihren Sicherheitsabstand achteten, sagte Fauci, der Direktor des nationalen Instituts für Allergien und Infektionskrankheiten ist. Wenn sich die Menschen nicht daran halten würden, «werden wir weiter grosse Probleme haben», warnte er.



Die besonders betroffenen Bundesstaaten wie Texas, Florida, Kalifornien und Arizona haben wegen des rasanten Anstiegs der Neuinfektionen zuletzt die Lockerung von Corona-Auflagen pausiert oder wieder rückgängig gemacht.

In den USA gibt es seit Beginn der Pandemie bereits 2,7 Millionen bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus. Mehr als 126'000 Menschen starben nach einer Infektion mit dem Erreger Sars-CoV-2.

19.07 Uhr: Studie: Behandlung mit Lopinavir-Ritonavir nicht wirksam

Die Medikamenten-Kombination von Lopinavir und Ritonavir hilft nicht gegen das Coronavirus. Sie «hat keinen positiven Effekt auf Patienten, die wegen Covid-19 ins Krankenhaus eingeliefert wurden», erklärten die Verantwortlichen der gross angelegten klinischen Studie Recovery in Grossbritannien. Ob die Kombination Patienten mit künstlicher Beatmung helfe, sei noch unklar.

«Diese vorläufigen Ergebnisse zeigen, dass Lopinavir-Ritonavir keine wirksame Behandlung für Covid-19-Patienten ist, die nicht künstlich beatmet werden», erklärte Studienleiter Peter Horby von der Universität Oxford.



Der Test von Lopinavir-Ritonavir an 1'596 Patienten ergab über einen Zeitraum von 28 Tagen hinweg keinen signifikanten Unterschied in Bezug auf ihre Sterblichkeit. Ausserdem gibt es der Studie zufolge keinen positiven Effekt auf den Krankheitsverlauf und die Dauer des Krankenhausaufenthalts.

Bis auf Dexamethason hat noch kein getestetes Medikament Wirkung auf Corona-Erkrankte gezeigt. Das von den USA geförderte Medikament Remdesivir steht vor der Zulassung auf dem europäischen Markt und wird von der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) empfohlen. Eine Studie hatte gezeigt, dass es den Krankenhausaufenthalt von Patienten leicht reduziert, aber keine Auswirkung auf die Sterblichkeit hat.

18.42 Uhr: Microsoft startet Qualifizierungsprogramm für Millionen Jobsuchende

Der Software-Riese Microsoft hat eine Qualifizierungsinitiative für 25 Millionen Arbeitssuchende weltweit gestartet. Das Programm soll besonders den Menschen unter die Arme greifen, deren Jobs durch die Folgen der Corona-Lungenkrankheit gestrichen wurden oder akut bedroht sind.

Über die Microsoft-Plattformen Linkedin, Github und Microsoft Learn sollen die digitalen Kompetenzen vermittelt werden, die auch in der Coronakrise besonders gefragt sind.

«Covid19 hat eine Gesundheits- wie auch eine Wirtschaftskrise ausgelöst, und während sich die Welt langsam erholt, müssen wir sicherstellen, dass niemand zurückbleibt», sagte Microsoft-Konzernchef Satya Nadella bei einer online übertragenen Veranstaltung.

«Heute bringen wir Ressourcen von Microsoft, Linkedin und Github zusammen, um die Art, wie Menschen neue Fähigkeiten erlernen und anwenden, neu zu denken.» Die Menschen sollten auf die Arbeitswelt der Zukunft vorbereitet werden. «Sie sind hungrig darauf, zu lernen, neue Fähigkeiten zu erwerben und ihre wirtschaftlichen Möglichkeiten zu erweitern.»

Für das Programm will Microsoft Daten aus der Linkedin-Plattform analysieren, um die am stärksten nachgefragten Jobprofile und die dafür notwendigen Qualifikationen zu identifizieren. Jobsuchende oder von Arbeitslosigkeit bedrohte Menschen sollen dann einen freien Zugang zu Lernprogrammen erhalten, mit denen sich die Betroffenen die Fähigkeiten aneignen können, die für diese besonders stark nachgefragten Jobprofile erforderlich sind.

Offizielle Zertifikate würden vergünstigt abgegeben, Tools zur Unterstützung bei der Arbeitssuche im Anschluss an die Qualifizierung sollen kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Sämtliche Angebote sind nach Microsoft-Angaben in vier Sprachen (Englisch, Französisch, Deutsch und Spanisch) verfügbar.

18.23 Uhr: Schweinegrippe-Variante G4 EA H1N1 hat Potenzial für Pandemie

Wissenschaftler haben in China eine Variante des Schweinegrippe-Virus identifiziert, die das Potenzial für eine Pandemie unter Menschen entwickeln könnte. Das berichtet das Team um George Gao vom Chinesischen Zentrum für die Kontrolle und Prävention von Krankheiten in Peking im US-Fachblatt «Proceedings of the National Academy of Sciences». Die Variante des Influenza-Virus H1N1, das ab 2009 als sogenannte Schweinegrippe zirkulierte, komme vor allem in Schweinen vor, könne aber auch Menschen infizieren, schreibt das Team.

Wissenschaftler haben in China eine Variante des Schweinegrippe-Virus identifiziert.
Cheng Min/XinHua/dpa (Symbolbild)

Die Virusvariante G4 EA H1N1 zeige alle Anzeichen als möglicher Auslöser einer Pandemie, mahnen die Wissenschaftler. Untersuchungen in Schweinebetrieben verschiedener chinesischer Provinzen hatten ergeben, dass diese Variante seit 2016 unter den Tieren vorherrscht. Zudem hatte etwa jeder zehnte von 338 untersuchten Beschäftigen in der Schweinehaltung im Blut Antikörper gegen den Erreger. Menschen könnten also grundsätzlich infiziert werden, folgert das Team.

Die Forscher haben die Sorge, dass sich das Virus besser an den Menschen anpassen und sich dann vermehrt ausbreiten könnte. Zudem biete eine Immunität gegen anderen Grippe-Erreger keinen Schutz gegen diesen Genotypen. Die Wissenschaftler empfehlen daher dringend, seine Verbreitung bei Schweinen und Menschen engmaschig zu kontrollieren.

Schweine gelten als wichtige Überträger von Influenza-Viren, weil sie sich mit Influenza-Viren sowohl von Vögeln als auch von Menschen anstecken können. Das als H1N1 bekannte Schweinegrippe-Virus hatte im Jahr 2009 Ängste vor einer globalen Pandemie ausgelöst, wurde aber schnell unter Kontrolle gebracht.

«Wir sind derzeit zu Recht mit dem Coronavirus abgelenkt», sagte der an der Studie beteiligte Veterinärmediziner Kin-Chow Chang von der Universität Nottingham am Dienstag der BBC. «Aber wir dürfen neue potenziell gefährliche Viren nicht aus den Augen verlieren».

18.02 Uhr: Finanzkommissionen diskutieren über Folgen der Corona-Krise

Die Finanzkommissionen von National- und Ständerat haben sich während zweier Tage mit den wirtschaftlichen und finanziellen Auswirkungen der Corona-Pandemie beschäftigt. Die entscheidenden Fragen sind noch immer unbeantwortet.

So ist unklar, ob und wann sich die Wirtschaft von der Krise erholen wird. Die Finanzkommissionen hörten dazu verschiedene Experten an, wie sie in einer Mitteilung schreiben. Daraus ergab sich allerdings kein eindeutiges Bild. Nationalbank-Präsident Thomas Jordan zum Beispiel geht davon aus, dass sich die Weltwirtschaft in den kommenden Jahren nicht vollständig erholen wird.

Der Vertreter des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) erwartet, dass sich in der Schweiz bis Ende 2020 eine Normalisierung der Wirtschaftsaktivität und eine Rückkehr auf das Niveau vor der Krise in nahezu allen Wirtschaftsbereichen einstellen wird. Auch Jan-Egbert Sturm von der Konjunkturforschungsstelle (KOF) der ETH Zürich erwartet, dass der Privatkonsum sowie die Exporte und Importe relativ schnell wieder auf ihrem früheren Niveau sein werden.

Finanzminister Ueli Maurer hatte ebenfalls noch wenig Handfestes vorzuweisen. Er präsentierte den Kommissionen zwei Berichte, die Kommissionen diskutierten in der Folge die möglichen Vorgehensweisen in Bezug auf den Schuldenabbau und über Steuersenkungen oder -erhöhungen.

Verschiedene Mitglieder hätten sich bereits erste Entscheide des Bundesrats gewünscht, heisst es in der Mitteilung. Laut Maurer gibt es aber immer noch viele Unsicherheiten, etwa über die tatsächliche Höhe der Schulden. Der Bundesrat will dazu eine Gesamtschau erstellen will, bevor er weitere Entscheide fällt. Die Mehrheit der Finanzkommissionen unterstützte dieses Vorgehen.

17.30 Uhr: Mehr Neuinfektionen in England

In weiten Teilen Englands könnte Medienberichten zufolge wieder eine Verschärfung der Kontaktbeschränkungen in der Corona-Krise drohen. In insgesamt 36 Städten und Regionen stiegen die Covid-19-Fälle wieder an, berichtete am Dienstag der «Telegraph». In Leicester sind – als erste Stadt in England – bereits Lockerungen der Pandemie-Massnahmen wieder zurückgenommen worden. Um die Massnahmen durchzusetzen, ist auch eines Gesetzesänderung geplant.

Den genauen Ursachen für den Anstieg müsse noch auf den Grund gegangen werden, sagte der britische Gesundheitsminister Matt Hancock am Dienstag der BBC. Er schloss Faktoren wie Armut, Sprachprobleme und eine hohe Zahl von Mitgliedern in Haushalten nicht aus. «Wir empfehlen den Menschen in Leicester, zu Hause zu bleiben so viel sie können, und wir raten von allen nicht dringend notwendigen Reisen von und nach Leicester ab», hatte Hancock am Montag im Parlament mitgeteilt. Geschäfte und Schulen müssten wieder schliessen.

Leicester am 30. Juni 2020.
BNild: Keystone

Die Neuinfektionen in der Stadt mit etwa 350'000 Einwohnern machten nach Angaben von Hancock in der vergangenen Woche zehn Prozent aller Fälle in England aus. Grossbritannien ist mit mehr als 43'500 Todesfällen bei nachweislich mit dem Coronavirus infizierten Menschen das am schwersten von der Pandemie betroffene Land in Europa. Jeder Landesteil in Grossbritannien bestimmt über seine eigenen Massnahmen im Kampf gegen die Pandemie.

Seit Mitte Juni sind Läden in England wieder offen. Auch der Schulunterricht wurde für bestimmte Jahrgangsstufen wieder aufgenommen. Vom 4. Juli an sollen auch Pubs, Restaurants, Hotels, Museen, Kirchen und Büchereien wieder öffnen. Der britischen Regierung wird vorgeworfen, zu spät und falsch auf den Ausbruch des Corona-Erregers reagiert zu haben. Die Lockerungen der Massnahmen in England halten viele Kritiker für verfrüht.

16.45 Uhr: Neue Schweinegrippe in China aufgetaucht

Eine neue, hochansteckende Form der Schweinegrippe ist in China entdeckt worden. Wie die «BBC» berichtet. Die bei den Borstentieren festgestellte Krankheit trage «alle Merkmale» einer Infektion, die sehr anpassungsfähig sei und genau beobachtet werden müsse. Den letzten grossen Ausbruch einer Schweinegrippe gab es 2009, der allerdings weniger Opfer gefordert hatte als befürchtet. Der Name des neuen Virus: A/H1N1pdm09.

16.30 Uhr: Covi-App soll reisefreundlicher werden

Rein technisch könnte die Swiss-Covid-App bereits im August auch in Deutschland, Österreich und Italien eingesetzt werden – wenn rechtzeitig eine Einigung mit der EU zustande kommt. Das sagte der Leiter Abteilung Digitale Transformation im BAG, Sang-Il Kim. Geplant sei das grössere Update der App für August. Dann könnten die Userinnen und User im Ausland wählen, in welchem der drei Länder sie bei Kontakten mit Covid-19-Infizierten gewarnt werden wollten.

Mit Frankreich werde der Austausch nicht funktionieren, weil das Land eine andere Schnittstelle benutze. Ein «Stolperstein» im Zeitplan könnte sein, dass die Schweiz noch kein ein institutionelles Rahmenabkommen mit der EU hat und damit bei rechtlichen Übereinkommen der EU aussen vor gelassen werde. Der Bundesrat, unter anderem Innenminister Alain Berset, setze sich auf den diplomatischen Kanälen für eine schnelle Lösung ein.

Die Covi-App komtm beimn Volk gut an.
Bild: Keystone

Mit der Downloadrate zeigte sich Kim bisher zufrieden. Sein Angaben zufolge wurde die App bereits bis zu 1,2 Millionen mal heruntergeladen. Aktiv genutzt wird sie gemäss dem Bundesamt für Statistik (BFS) bisher von 920'000 Userinnen und Usern. Gehe man von rund 6,4 Millionen Handys in der Schweiz aus, die mit der App kompatibel sind, so hätten in den ersten sechs Tag bereits jeder Sechste die Anwendung heruntergeladen, so Kim. Er persönlich wäre froh, wenn am Ende zwei Millionen Menschen die App nutzen würden.

Doch viel wichtiger als die Nutzerzahlen seien die Nutzergruppen: Denn vor allem bei jüngeren Menschen, die viel unterwegs seien und mit vielen anderen Menschen Kontakt hätten, wäre die App ein wichtiges Hilfsmittel zur Nachverfolgung der Infektionsketten. «Dann haben wir einen Mehrwert», sagte Kim. Ein erstes Update der App gibt es bereits Mitte Juli mit der Aktualisierung der Betriebssysteme. So könnten einige Bugs, wie zum Beispiel «irritierende Fehlermeldungen von Apple und Google», behoben werden. Ausserdem würden damit die Messungen verbessert und Batterielaufzeit erhöht.

16.15 Uhr: Über 10,4 Millionen Infektionen weltweit

Ein kurzes Update zur weltweiten Pandemie-Lage laut Johns Hopkins University: 10'424'992 Infektionen wurden bestätigt, 509'516 Menschen sind an Covid-19 bisher gestorben.

Bei den bestätigten Fällen liegen die USA mit 2'683'000 Fällen vorne. Dahinter liegen Brasilien (1'368'000), Russland (647'000), Indien (567'000), Grossbritannien (313'000), Peru (282'000), Chile (276'000), Spanien (249'000) und Italien (240'0000).

15.55 Uhr: Angst vor irreversiblen Folgen

Passend zum wenig erfreulichen Eintrag zuvor hier weitere medizinische Erkenntnisse, die schmerzhaft sind. «Wir dachten, das sei bloss ein Virus der Atemwege befällt», erklärt Kardiologe Eric Topol dem kanadischen Nachrichtenportal «Global News». «Es hat sich herausgestellt, dass es Bauchspeicheldrüse angreift. Es greift das Herz an. Es greift die Leber an, das Gehirn, die Nieren und andere Organe.

Die Krankheit könne das Blut verklumpen und so Schlaganfälle oder multiples Organversagen auslösen. Neurologische Symptome betreffen neben des Verlusts von Geruchs- oder Geschmackssinn Krampfanfälle, Kopfweh, Benommenheit oder Verwirrung. Die Genesung kann lange dauern – und möglicherweise könnte sie unvollständig bleiben.

«Für jeden Tag im Spital braucht man bis sieben Tage, um wieder zu alter Stärke zurückzufinden», rechnet dazu Sadiya Khan, einer Kardiologin aus Chicago, vor. «Je älter man ist, desto schwerer wird das, und es kann auch sein, dass ,man nie wieder auf das alte Level zurückkommt.» Ins selbe Horn stösst Jay Butler von der US-Behörde Centers for Disease Control and Prevention: «Es gibt Einzelberichte von Leute, die permanent müde und kurzatmig sind. Es ist schwer zu sagen, wie lange das anhalten wird.»

15.15 Uhr: Alarmierende Covid-19-Studie aus Israel

Schlechte Nachrichten aus Israel: Lungenärzte des Shaare-Zedek-Spitals in Jerusalem haben Akten gesichtet und Patienten befragt, die an Covid-19 erkrankt waren.

Blutentnahme in einem Spital in Lugano.
Bild: Keystone

Das Ergebnis: Auch mehrere Wochen nach ihrer Genesung hatten über die Hälfte der Befragten noch Atemprobleme und verspürten allgemeine Schwäche, berichtet die «Jerusalem Post». «Die Mehrheit ist noch nicht wieder auf dem Level und in der Verfassung, in der sie vor ihrem Spitalaufenthalt waren.» Ob die früheren Patienten einen starken oder milden Covid-19-Verlauf hatten, war dabei übrigens nicht entscheidend.

Die beteiligten Ärzte schränkten jedoch ein, dass dieser erste Eindruck erst noch bestätigt werden müsse: «Das ist eine Studie mit bloss wenigen Dutzend Patienten», sagte Spitaldirektor Gabriel Izbicki. Weil das anfängliche Ergebnis aber «sehr beängstigend» sei, hätte sich sein Team entschieden, ihre Arbeit dennoch jetzt schon zu veröffentlichen. Ausserdem könne so die internationale Forschergemeinschaft besser die mittel- und langfristigen Folgen der Pandemie untersuchen.

14.40 Uhr: Bayern beschliesst Corona-Tests für alle

Die Regierung des deutschen Bundeslandes Bayern hat die kostenlose Corona-Tests für die gesamte Bevölkerung beschlossen. Das Testkonzept laute «schneller, kostenlos und für jedermann», sagte Ministerpräsident Markus Söder am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in München.

Er kündigte an, dazu die Kapazitäten von aktuell 20 000 auf 30 000 Tests pro Tag zu erhöhen.

14.25 Uhr: Ab sofort gilt Maskenpflicht in Berner Gefängnissen

Häftlinge, Mitarbeitende und Besucher müssen in allen Berner Regionalgefängnissen ab sofort Schutzmasken tragen. Das teilte die Sicherheitsdirektion heute Dienstag mit. Die Anordnung gilt für die Justizvollzugsanstalten Bern, Biel, Burgdorf, Thun und Moutier. Dort sitzen rund 400 Häftlinge ein, 250 Personen arbeiten in den Gefängnissen.

«Bis jetzt ist es gelungen, das Virus von den Regionalgefängnissen fernzuhalten. Mit dieser Massnahme können wir das Ansteckungsrisiko weiterhin möglichst tief halten», erläutert Regierungsrat Philippe Müller den Grund für das Vorgehen. Für die eingewiesenen Personen gelte die Maskenpflicht nur in jenen Zeiträumen, in denen sie sich ausserhalb ihrer Zellen aufhalten, heisst es in der Mitteilung.

In allen Regionalgefängnissen des Kantons Bern gilt ab sofort eine Maskenpflicht für Häftlinge und Personal.
KEYSTONE/Alessandro della Valle

13.55 Uhr: London wappnet sich mit vielen Polizisten für Pub-Öffnungen

Die Londoner Polizei schliesst gewalttätige Auseinandersetzungen bei den Pub-Öffnungen am kommenden Samstag nicht aus. Daher werde die Zahl der Einsatzkräfte deutlich erhöht, sagte Scotland-Yard-Chefin Cressida Dick am Dienstag dem Sender BBC.

Es würden «eine Menge» Polizisten in der britischen Hauptstadt zu sehen sein. Sie sage die Ausschreitungen zwar nicht voraus, so Dick. Doch betonte sie: «Wir sind absolut vorbereitet.»

Bereits in den vergangenen Wochen war es in der britischen Hauptstadt mehrfach zu gewalttätigen Auseinandersetzungen bei illegalen Strassenpartys und Demonstrationen gegen Rassismus gekommen. Dabei wurden auch Dutzende Polizisten angegriffen und verletzt.

Premierminister Boris Johnson hat für den 4. Juli die bislang umfangreichsten Lockerungen der Corona-Massnahmen in England angekündigt. Neben den beliebten Pubs dürfen unter anderem auch Restaurants, Hotels, Friseurläden, Museen und Galerien unter bestimmten Sicherheitsvorkehrungen wieder öffnen. In Pubs müssen zum Beispiel Menschenansammlungen am Tresen vermieden werden.

13.20 Uhr: Fast 2500 Einkaufstouristen gebüsst

2448 Personen sind während der ausserordentlichen Lage beim Einkaufstourismus erwischt worden. Insgesamt wiesen die Schweizer Zollbeamten an den Grenzen 112'049 Personen zurück. Gleichzeitig brach der grenzüberschreitende Personenverkehr um bis zu 80 Prozent ein.

Nachdem der Bundesrat am 16. März die ausserordentliche Lage ausgerufen und gleichzeitig auch Einreisebeschränkungen erlassen hatte, schloss die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) 130 kleinere Grenzübergänge. Systematische Binnenkontrollen wurden wieder eingeführt und nur noch systemrelevante Personen durften einreisen.

Wie die EZV am Dienstag mitteilte, musste sie bis am 14. Juni an den Grenzen insgesamt 112'049 Personen zurückweisen. Nur gerade 16'854 Personen wurde die Einreise gewährt, weil sie sich in einer «Situation der äussersten Notwendigkeit» befanden.

Gleichzeitig wurde 8848 Personen wegen «Verstosses gegen die Covid-Massnahmen» mit einer Geldstrafe von 100 Franken gebüsst. 2458 Fälle davon betrafen den Einkaufstourismus und verbotene Warenübergaben an der Grenze.

Während des Lockdowns wurden fast 2500 Einkaufstouristen wegen «Verstosses gegen die Covid-Massnahmen» gebüsst. (Symbolbild)
KEYSTONE/TI-PRESS/FRANCESCA AGOSTA

12.45 Uhr: Bündner Gesundheitsdirektor warnt: «Es ist noch nicht vorbei»

Der Bündner Gesundheitsdirektor Peter Peyer warnt eindringlich vor einem Aufflammen der Ansteckungen mit dem Coronavirus und empfiehlt das Tragen von Masken. «Es ist noch nicht vorbei», betont der SP-Politiker.

Im Kanton Graubünden wurde am Montag ein Fall von sechs jungen Leuten bekannt, die in der serbischen Hauptstadt Belgrad am vorletzten Wochenende Party gefeiert und sich mit dem Virus angesteckt hatten. Sie wurden nach der Rückkehr isoliert und die Kontaktpersonen in Quarantäne versetzt.

«Es braucht jetzt rasche Verhaltensänderungen», fordert Peyer. Sonst drohe eine Verschärfung der Massnahmen. Veranstaltungen mit mehr als 300 Personen könnten verboten, Clubs geschlossen und der Zugang zu Party-Plätzen eingeschränkt werden.

«Wir haben es selber in der Hand, wir sollten es nicht verspielen» ruft Peyer dazu auf, Masken überall dort zu tragen, wo der empfohlene Abstand von eineinhalb Metern nicht oder nur schwer eingehalten werden kann.

12.25 Uhr: 62 neue Coronafälle in der Schweiz

In der Schweiz und in Liechtenstein sind innerhalb eines Tages 62 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Insgesamt gab es bisher 31'714 laborbestätigte Covid-19-Fälle, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Dienstag mitteilte.

Am Montag waren dem BAG 35 neue Ansteckungen gemeldet worden, am Sonntag 62 und am Samstag 69. In der vergangenen Woche hatte die Zahl der eingegangenen bestätigten Neuinfektionen von Tag zu Tag zugenommen. In der gesamten letzten Woche erhielt das BAG die Bestätigung von 325 Fällen, im Vergleich zu 125 in der Vorwoche.

Bisher starben in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein gemäss BAG 1684 Menschen, die positiv auf Covid-19 getestet worden waren. Das sind zwei mehr als am Vortag.

11.50 Uhr: Nach 620'000 Diensttagen – Armee und Zivilschutz beenden Corona-Einsatz

Der vom Bundesrat angeordnete Einsatz der Schweizer Armee im Rahmen der Corona-Pandemie ist heute Dienstag beendet worden. Auch das Aufgebot des Zivilschutzes ist zu Ende. Zusammen leisteten Armee- und Zivilschutzangehörige rund 620'000 Diensttage.

Die letzten noch im Einsatz verbliebenen 50 Armeeangehörigen und Berufsmilitärpolizisten, die bei der Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV) eingesetzt wurden, werden heute von ihrem Auftrag entbunden, wie die Schweizer Armee mitteilte.

Damit ist der vom Bundesrat am 16. März angeordnete Assistenzdienst-Einsatz «Corona 20» der Schweizer Armee offiziell nach 107 Tagen beendet. Armeeangehörige leisteten im Rahmen des Corona-Einsatzes rund 320'000 Diensttage.

Der Zivilschutz leistete seit Mitte Februar in allen 26 Kantonen gegen 300'000 Diensttage im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie, vor allem zur Unterstützung des Gesundheitswesens, wie das Bundesamt für Bevölkerungsschutz mitteilte.

11.05 Uhr: WHO: «Das schlimmste wird noch kommen»

Sechs Monate nach ersten Meldungen über das neue Coronavirus im chinesischen Wuhan – und weltweit inzwischen mehr als zehn Millionen Infektionen – ist die Pandemie nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) noch lange nicht beendet. «Wir alle wollen, dass dies vorbei ist, wir alle wollen mit unserem Leben weitermachen. Aber die harte Realität ist: Es ist noch nicht einmal annähernd vorbei», sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus auf einer Pressekonferenz am Montagabend.

Mit Blick auf das Ausmass der Pandemie mit inzwischen mehr als 500'000 Todesfällen sagte er: «Dies hätte mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln verhindert werden können.» Tedros forderte die Länder auf zu testen, soziale Kontakte zurückzuverfolgen und Quarantäneregeln zu verhängen.

Verantwortlich für das Ausmass der Corona-Pandemie sind nach Tedros Einschätzung Versäumnisse bei der Umsetzung grundlegender Gegenmassnahmen sowie eine mangelnde Einheit innerhalb und zwischen Ländern. «Das schlimmste wird noch kommen», sofern dieses politische Problem nicht angegangen wird, sagte der WHO-Chef. «Deshalb müssen wir unsere Kräfte bündeln und dieses gefährliche Virus gemeinsam bekämpfen.»

10.25 Uhr: Kanton Waadt schliesst zwei Schulen nach positiven Coronatests

Nach zwei Covid-19-Infektionen in einer Schule in Yverdon-les-Bains, hat der Kanton Waadt beschlossen, die Lehrkräfte der 31 Klassen der Sekundarschule unter Quarantäne zu stellen. Auch die Lehrer der neun Primarklassen, die um selben Gebäude unterrichtet werden, müssen in die häusliche Isolation. Betroffen seien etwa 100 Mitarbeitende der Schulen, darunter 80 Lehrkräfte, wie Julien Schekter, Mediensprecher des Bildungsdepartements, mitteilte.

In Yverdon-les Bains VD wurden knapp 100 Mitarbeitend zweier Schulen in Quarantäne geschickt. Für die Eleven beginnen die Sommerferien damit ein paar Tage früher als geplant.
KEYSTONE/LAURENT GILLIERON

Die 800 Schüler selbst seien von der Quarantäne nicht betroffen, hiess es in einem Communiqué (französisch) der Kantonalregierung am Dienstag. Sie würden ein paar Tage früher in die Sommerferien geschickt und müssten bis zum Ende der offiziellen Schulzeit am Freitag, 3. Juli nicht mehr zum Unterricht kommen. Für Kinder, die bis dahin zu Hause nicht betreut werden können, würde eine Notbetreuung eingerichtet.

10.05 Uhr: Aktuelle Zahlen zur Corona-Pandemie

9.45 Uhr: Erste positive Signale – Konjunktur zieht wieder leicht an

Die Schweizer Wirtschaft hat sich laut den Konjunkturforschern der ETH Zürich (KOF) etwas aufgerappelt. Nach drei Monaten mit starken Rückgängen in Folge ist das KOF-Konjunkturbarometer im Juni wieder etwas gestiegen, wenn auch deutlich weniger als von Ökonomen prognostiziert.

Das Barometer zog im Berichtsmonat um 9,8 auf 59,4 Punkte an, wie die KOF-Ökonomen am Dienstag erklärten. Die Corona-Krise und der Lockdown hatten den Frühindikator noch im Mai auf einen historischen Tiefstand von 49,6 Punkten gedrückt.

Mit einem Wert vergleichbar zum April befinde sich das Barometer jedoch weiterhin beträchtlich unter seinem langjährigen Mittel, merkte das KOF an. Die Aussichten für die Schweizer Konjunktur würden nun zwar etwas aufklaren, seien aber immer noch stark gedämpft.

Am stärksten hätten sich die Aussichten für das Verarbeitende Gewerbe aufgehellt – sie lägen aber nach wie vor auf einem sehr niedrigen Niveau, so die KOF. Ebenfalls von einem sehr tiefen Niveau ausgehend hätten auch die übrigen Dienstleistungen und das Baugewerbe leicht positivere Signale ausgesandt. «Nahezu unverändert düster» seien die Perspektiven für das Gastgewerbe und den privaten Konsum.

9.17 Uhr: Erholung im Detailhandel

Die Umsätze im Schweizer Detailhandel sind im Mai nach starken Einbrüchen in den beiden Vormonaten wieder deutlich gestiegen. Im Vergleich zum Vormonat stiegen die Verkäufe um fast ein Drittel. Die Branchen waren dabei noch immer unterschiedlich von den Umständen durch die Pandemie betroffen, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Dienstag mitteilte.

Saisonbereinigt gegenüber dem April lag das Plus gemäss den provisorischen Daten des BFS bei 30,2 Prozent. Insbesondere der Lebensmittel-Detailhandel wuchs im Vorjahresvergleich stark. Dort betrug das Plus 20,8 Prozent. Der Non-Food-Bereich verzeichnete dagegen noch ein Minus von 3,2 Prozent.

Auch im Vergleich zum Vorjahr zeigte sich im Mai ein Plus: Demnach lag dieses – um Verkaufs- und Feiertagseffekte bereinigt –bei den Detailhandelsumsätzen bei 5,6 Prozent.

Mit Bodenklebern, aber trotzdem: Der Detailhandel floriert wieder. 
Bild: Keystone

8.50 Uhr: «McDreamy» ruft zum Maskentragen auf

Er wurde in seiner Rolle als «McDreamy» in der Spitalserie «Grey's Anatomy» mit Mundschutz weltbekannt – nun ruft US-Schauspieler Patrick Dempsey (54) mit einem bekannten Serienzitat seine Fans dazu auf, während der Corona-Pandemie Mund-Nasen-Masken zu tragen. «Es ist ein wunderschöner Tag, um Leben zu retten», schrieb Dempsey zu einem Foto von sich auf Instagram.

Dempsey war zehn Jahre lang in der Rolle des Arztes Dr. Derek Shepherd in «Grey's Anatomy» zu sehen. Diesen Satz sagte er gewöhnlich, bevor er in eine Operation ging. Zu seinem Foto postete er nun den Hashtag «Deine Taten können Leben retten».

Dempseys Ermutigung kommt, nachdem in mehrere Bundesstaaten der USA ein Anstieg der positiven Fälle von Covid-19 verzeichnet wurde. Deswegen wurden einige Lockerungen wieder rückgängig gemacht (siehe weiter unten im Ticker). 

8.06 Uhr: Flamingo-Betreiber räumt Fehler ein

Der sogenannte Superspreader-Vorfall vom Wochenende in Zürich hat Folgen für das betroffene Lokal: Der Kanton will den Flamingo-Club vorübergehend schliessen. Das berichtet der «Blick» mit Berufung auf eine superprovisorische Verfügung, die der Redaktion vorliege. 

Im Flamingo hatte ein mit dem Coronavirus infizierter Gast weitere fünf Personen angesteckt, 300 Personen mussten in Quarantäne.

Der Clubbetreiber gesteht nun gegenüber der Zeitung, dass manche Gäste in den Club gelangt seien, ohne überhaupt ihre Kontaktdaten angegeben zu haben. «Einige wenige Freunde des Hauses kamen an dem Abend rein, ohne sich auf die Liste zu schreiben. Ich kenne vier der Corona-Positiven persönlich, leider», zitiert «Blick» den Mann. «Ein grosser Fehler!»

Gemäss einer Mitteilung der Aargauer Regierung sollen auch die mehr als 20 Ansteckungen in einem Lokal in Spreitenbach, die gestern publik wurden, in Verbindung mit dem Flamingo stehen. Entsprechende Abklärungen laufen. 



7.55 Uhr: US-Bundesstaaten verschärfen Massnahmen

Angesichts eines raschen Anstiegs von Corona-Neuinfektionen treten mehrere US-Bundesstaaten bei den Lockerungen der Corona-Auflagen auf die Bremse. So müssen etwa in Arizona Bars, Fitnesszentren und Kinos wieder schliessen.

Der Gouverneur von Arizona, Douglas Ducey, erklärte am Montag (Ortszeit), auch Veranstaltungen mit über 50 Teilnehmern seien nun wieder verboten – und das nur eine Woche nach einem grossen Auftritt von US-Präsident Donald Trump in Arizona. Diese Anordnungen gelten zunächst bis Ende Juli.

Am kommenden Feiertagswochenende bleiben in Südkalifornien ausserdem die Strände im Bezirk Los Angeles geschlossen. Auch Velowege, Parkplätze und Piers sind von Freitag bis Montag nicht zugänglich, teilte der Bezirk am Montagabend mit. Ebenso wurde das traditionelle Feuerwerk zum Nationalfeiertag am 4. Juli abgesagt.

Allein im Bezirk Los Angeles County mit rund zehn Millionen Einwohnern wurden am Montag knapp 3'000 neue Coronavirus-Infektionen verzeichnet – die höchste Zahl an einem einzelnen Tag. Auch in Teilen Floridas sollten die Strände geschlossen bleiben. Der Bundesstaat Nevada verschob die nächste Stufe seiner Lockerungen am Montag bis Ende Juli.

6.17 Uhr: Genf erster Kanton mit Maskenpflicht?

Der Genfer Gesundheitsdirektor Mauro Poggia wird am Mittwoch in der Kantonsregierung den Antrag für eine Maskenpflicht in den Genfer Trams und Bussen stellen, um damit die weitere Ausbreitung des Coronavirus zu bekämpfen. Poggia, der seine sechs Genfer Regierungskollegen von der Wirksamkeit dieser Massnahme wird überzeugen müssen, kündigte seine Absicht im Gespräch mit dem «Tages-Anzeiger» an. Es gehe um Prävention, sagte Poggia vom Mouvement Citoyens Genevois (MCG). Er sei entschlossen, die Maskenpflicht auch durchzuziehen, wenn Genf als einziger Kanton eine solche Massnahme beschliesse.

Ein Teil der Kantone hält kantonale Alleingänge für wenig sinnvoll, da die Bevölkerung laut der Waadtländer Gesundheitsdirektorin Rebecca Ruiz (SP) sehr mobil ist und über die Kantonsgrenzen hinweg pendelt. Gerade in den Sommerferien sei ohnehin das halbe Land in anderen Landesteilen unterwegs, sagte Ruiz am Montag. Derzeit ist keine Maskenpflicht für die Waadt vorgesehen, die Staatsrätin wollte aber nicht ausschliessen, dass sich dies ändern könnte, sollte sich die epidemiologische Situation verschlechtern. Laut «Tages-Anzeiger» soll eine Genfer Maskenpflicht mit der Waadt, Genfs einzigem Nachbarkanton, aber koordiniert werden.

Die Kantone werden in den kommenden Tagen verschiedene koordinierte Corona-Verhaltensregeln wie etwa eine Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr diskutieren. Entschieden ist noch nichts. Darauf einigten sich Gesundheitsminister Alain Berset sowie Vertreter der Kantone an einem Treffen vom Montag.

Kantone diskutieren Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr

Kantone diskutieren Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr

Die Kantone werden in den kommenden Tagen verschiedene Corona-Verhaltensregeln wie etwa eine Maskentragpflicht im öffentlichen Verkehr diskutieren. Entschieden ist noch nichts.

29.06.2020

Zurzeit bleibt das Bundesamt für Gesundheit (BAG) bei der dringenden Empfehlung, im öffentlichen Verkehr eine Maske zu tragen, wenn es viele Leute hat und der Abstand nicht eingehalten werden kann.

Der Bundesrat selbst wird – vorläufig – keine Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr verordnen. Das machte Berset am Montag bei einem Treffen mit der Delegation der kantonalen Gesundheitsdirektoren klar. Stattdessen spielt Berset den Ball den Kantonen zu: Die «ausserordentliche Lage» sei beendet und die Schweiz sei «ein föderalistisches Land».

Falls die Kantone eine Maskenpflicht für sinnvoll erachteten, dann sollten sie das auf ihrem Territorium selber verordnen, betonte Berset. Der Bund werde nur dann wieder die Führung übernehmen, wenn die Kantone ihn formell darum ersuchten, heisst es im «Tages-Anzeiger».

Noch gibt es keine Maskenpflicht in den öffentlichen Verkehrsmitteln im Kanton Genf, aber mit Desinfektionsmittel ausgerüstete Mitarbeiter der Transports publics genevois (TPG) verteilen Masken an die Passagiere.
Bild: Keystone/Salvatore Di Nolfi

6.12 Uhr: Viele deutsche Branchen erwarten Aufschwung 2021

Nach der tiefen Rezession infolge der Coronavirus-Pandemie erwarten viele Wirtschaftsverbände in Deutschland im kommenden Jahr kräftiges Wachstum. Allerdings werden nach Einschätzung des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW/Köln) die Zuwächse nicht allen Branchen ausreichen, um auf Vorkrisenniveau zurückzukehren. «Das Produktionspotenzial dürfte in der Industrie und auch im Dienstleistungsbereich wohl auch in 2021 vielfach deutlich unterausgelastet bleiben», schreibt das IW auf Grundlage einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage unter Wirtschaftsverbänden. In einigen Bereichen werde die Wirtschaftsleistung erst im Jahr 2022 wieder das Niveau von vor der Coronavirus-Krise erreichen. «Wir haben das Tal der Tränen erreicht», sagte IW-Direktor Michael Hüther der Nachrichtenagentur DPA in Frankfurt. «Im dritten Quartal sollte es schon eine positive Entwicklung geben. Aber es bleibt im zweiten Halbjahr 2020 noch sehr mühsam.»

Das IW befragt regelmässig Branchenverbände Deutschlands nach ihren Produktionserwartungen, Beschäftigungsperspektiven und Investitionsplanungen. An der aktuellen Sonderumfrage in der Corona-Krise beteiligten sich 31 Verbände – aus Industrie, Bauwirtschaft und dem Dienstleistungssektor.

5.49 Uhr: Olaf Scholz verspricht Finanzhilfen für Europa

Der deutsche Finanzminister Olaf Scholz hat die Bereitschaft der deutschen Regierung unterstrichen, den Wiederaufbau europäischer Krisenstaaten mit Finanzhilfen zu unterstützen. «Unser Wohlstand in Deutschland hängt massiv davon ab, dass unsere Unternehmen ihre Produkte ins Ausland verkaufen oder von dort Produkte kaufen können.» Italien, Spanien und andere europäische Länder seien extrem wichtige Handelspartner für Deutschland, so Scholz gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland am Dienstag. «Deshalb ist es in unserem ureigensten Interesse, wenn wir alle einen Beitrag dafür leisten, dass diese Länder, die von der Corona-Pandemie besonders gebeutelt worden sind, wieder rasch auf die Beine kommen.» Der SPD-Politiker sagte weiter: «Deutschland wird seinen Beitrag leisten, weil wir solidarisch sind. Das sind wir übrigens nicht erst seit dem Euro – schon Bundeskanzler Helmut Schmidt gab deutsche Finanzhilfen an Italien.»

Der französische Präsident Emmanuel Macron und Kanzlerin Angela Merkel hatten im Mai einen Hilfsfonds in Höhe von 500 Milliarden Euro vorgeschlagen, um die europäische Wirtschaft aus der Corona-Krise zu bringen. EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen präsentierte anschliessend einen schuldenfinanzierten Wiederaufbauplan mit einem Volumen von 750 Milliarden Euro. Davon sollen 500 Milliarden Euro als Zuschüsse und 250 Milliarden als Kredite an EU-Staaten vergeben werden. Verhandelt wird der Plan zusammen mit dem nächsten siebenjährigen EU-Finanzrahmen, für den die Kommission 1,1 Billionen Euro ansetzt.

5.30 Uhr: Wie erging es dem Detailhandel im Mai?

Heute stehen neueste Daten zur Entwicklung der Schweizer Wirtschaft im Mittelpunkt des Geschehens. Angesichts der dramatischen Umsatzeinbrüche bei den Unternehmen aufgrund der Coronavirus-Massnahmen dürfte der Fokus aber auf den Detailhandel fallen, der von den Einschränkungen nur teilweise betroffen war. Gegen 8:30 Uhr publiziert das Bundesamt für Statistik BFS die Detailhandelsumsätze für den Monat Mai.

Gegen 9:00 Uhr gibt zudem die Konjunkturforschungsstelle KOF der ETH Zürich ihre neuesten Einschätzungen zur Entwicklung der Schweizer Volkswirtschaft mittels ihres Konjunkturbarometers bekannt.

4.52 Uhr: Diskussion: Finanzpolitische Bewältigung der Krise

Die Finanzkommissionen der eidgenössischen Räte treffen sich heute zu einem finanzpolitischen Seminar, das ausschliesslich der Bewältigung der Coronavirus-Krise gewidmet ist. Diskutiert werden sollen die Auswirkungen auf die schweizerische Wirtschaftspolitik in den kommenden Jahren. Instrumente, wie die Schuldenbremse, dürften dabei ebenso thematisiert werden, wie die Frage, mit welchen Massnahmen die sich anhäufenden Schulden in den nächsten Jahren getilgt werden sollen. Am Nachmittag informieren die Finanzkommissionen über erste Ergebnisse.

4.06 Uhr: Johnsons Plan für die geschwächte Wirtschaft 

Der britische Premierminister Boris Johnson will am heutigen Dienstag seine Pläne zur Ankurbelung der wegen der Coronavirus-Pandemie geschwächten britischen Wirtschaft vorstellen. Geplant sind massive staatliche Investitionen in die Modernisierung der Infrastruktur.

Johnson liess sich dabei nach eigenen Angaben vom «New Deal» des ehemaligen US-Präsidenten Franklin D. Roosevelt inspirieren. Johnson will unter anderem eine Milliarde Pfund in Schulen investieren, zudem sollen Gelder in weitere Infrastruktur- sowie Breitband-Projekte fliessen. «Wir werden bauen, bauen, bauen», hiess es in Ausschnitten seiner für heute erwarteten Rede, die sein Büro am späten Abend veröffentlichte.

3.10 Uhr: Strände in Los Angeles am Wochenende zu

Angesichts eines raschen Anstiegs von Corona-Neuinfektionen in Südkalifornien werden im Bezirk Los Angeles die Strände am kommenden Wochenende geschlossen. Auch Fahrradwege, Parkplätze und Piers sind von Freitag bis Montag nicht zugänglich, teilte der Bezirk am Montagabend (Ortszeit) mit. Ebenso wurde das traditionelle Feuerwerk zum Nationalfeiertag (4. Juli) abgesagt.

In Los Angeles County mit rund 10 Millionen Einwohnern wurden am Montag knapp 3'000 neue Coronavirus-Infektionen verzeichnet, die höchste Zahl an einem einzelnen Tag seit Beginn der Pandemie. Seit März wurden in dem Bezirk mehr als 100'000 Fälle bekannt.

Gouverneur Gavin Newsom hatte am Sonntag in Teilen des US-Bundesstaats eine erneute Schliessung von Bars angeordnet. Der Erlass gilt in sieben Bezirken, darunter auch in der Millionenmetropole Los Angeles. Kalifornien hatte sehr früh als Vorsichtsmassnahme Corona-Beschränkungen erlassen, diese zuletzt aber langsam gelockert.

Nach zweimonatiger Schliessung waren die Strände in Los Angeles Mitte Mai wieder für sportliche Aktivitäten, wie Schwimmen oder Joggen, geöffnet worden. Dabei mussten die Menschen aber voneinander Abstand halten und ausserhalb des Wassers eine Schutzmaske tragen.

Newsom hatte Mitte Juni für den Westküstenstaat mit knapp 40 Millionen Einwohnern eine Maskenpflicht angeordnet. Demnach müssen Kalifornier in der Öffentlichkeit, etwa beim Einkaufen, Busfahren oder am Arbeitsplatz eine Mund-Nasen-Schutzmaske tragen.

3 Uhr: Japans Industrieproduktion schrumpft deutlich

Japans Industrieproduktion ist im Mai deutlich gesunken. Wie die Regierung am Dienstag auf Basis vorläufiger Daten bekannt gab, ging der Ausstoss im Vergleich zum Vormonat um 8,4 Prozent zurück.

Eine Analysten-Prognose hatte im Mittel einen Rückgang um 5,6 Prozent vorhergesagt. Im April war die Industrieproduktion in der drittgrössten Volkswirtschaft der Welt bereits angesichts der globalen Coronavirus-Pandemie um revidiert 9,8 Prozent geschrumpft.

Für Juni und Juli rechnen die Industrieunternehmen jedoch wieder mit einer Erholung. So dürfte die Produktion im Juni um 5,7 Prozent und im Juli um 9,2 Prozent steigen. Die Arbeitslosenrate stieg derweil im Mai von 2,6 auf 2,9 Prozent. Japan war im 1. Quartal in die Rezession gefallen.

2.06 Uhr: Corona-Patienten bei Spitalbrand getötet

Bei einem Feuer auf der Intensivstation einer Klinik in Ägypten sind sieben Covid-19-Patienten umgekommen. Ereignet habe sich der Brand am Montag in der Corona-Station eines Privatkrankenhauses in Alexandria entlang der Nordküste des Landes, sagte Staatsanwalt Mohammed El-Scharif. Bei den Opfern handele es sich um sechs Männer und eine Frau. Die Zivilschutzbehörde nannte einen Kurzschluss als Brandursache, die Polizei ermittelt noch. Vorläufigen Berichten zufolge wurde das Feuer durch eine explodierte Klimaanlage im Raum ausgelöst. Sofort hätten Krankenpfleger versucht, die Flammen unter Kontrolle zu bringen, doch seien die Opfer da schon in dichten, wabernden Rauch gehüllt gewesen.

1.56 Uhr: EU-Corona-Hilfen nur für reformbereite Länder

Der Fraktionschef der Europäischen Volkspartei (EVP) im EU-Parlament, Manfred Weber, hat betont, dass die Corona-Hilfen der Europäischen Union an klare Bedingungen geknüpft sind. Es gebe Richtlinien für die Verteilung des Hilfspakets im Umfang von 750 Milliarden Euro. «Wir werden die Gelder nur freigeben, wenn die Mitgliedstaaten im Inneren reformbereit sind und das Geld für Zukunftsinvestitionen ausgeben», sagte Weber der «Rheinischen Post» (Dienstag). «Wir wollen den Steuerzahlern versichern, dass Länder nur Geld bekommen, wenn sie eine unabhängige Justiz und unabhängige Medien haben.»

Mit Bezug auf Polen und Ungarn sagte der CSU-Politiker: «Uns machen manche Länder Sorgen. Wer die Werte Europas, die demokratischen Regeln nicht einhält, kann von der EU kein Geld bekommen», sagte Weber und fügte hinzu: «Die EU ist kein Bankautomat, sondern eine Wertegemeinschaft.»

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen hat in der Corona-Krise einen schuldenfinanzierten Wiederaufbauplan mit einem Volumen von 750 Milliarden Euro präsentiert. Davon sollen 500 Milliarden Euro als Zuschüsse und 250 Milliarden als Kredite an EU-Staaten vergeben werden. Verhandelt wird der Plan zusammen mit dem nächsten siebenjährigen EU-Finanzrahmen, für den die Kommission 1,1 Billionen Euro ansetzt.

1.27 Uhr: Sperrmassnahmen in Leicester wieder eingeführt

Angesichts eines rapiden Anstiegs von Corona-Fällen in der Stadt Leicester führt die britische Regierung dort eine Reihe von Sperrmassnahmen wieder ein. Dazu gehöre eine erneute Schliessung von Schulen, teilte Gesundheitsminister Matt Hancock am Montagabend vor Abgeordneten mit. Zudem müssen Geschäfte im englischen Leicester, die keine essenziellen Güter wie Lebensmittel oder Medizin verkaufen, schon wieder dicht machen – keine zwei Wochen nach der Wiederöffnung. Die Regierung habe «schwierige, aber wichtige Schritte» zugunsten der rund 350'000 Bewohner von Leicester ergreifen müssen, sagte Hancock.

Vergangene Woche waren zehn Prozent aller bestätigten Corona-Fälle im Land auf die Stadt entfallen. Jeden Tag werden dort zwischen sechs und zehn Erkrankte pro Tag in Krankenhäuser eingewiesen – also mehr als in anderen Orten, wie Hancock mitteilte.

Ab dem kommenden Samstag hat die Regierung von Premierminister Boris Johnson eigentlich für England weitreichende Lockerungen der Corona-Beschränkungen in Aussicht gestellt. Leicester wird nun davon vorerst ausgenommen.

0.53 Uhr: Zukunft der US-Wirtschaft «ungewiss»

Die Entwicklung der US-Wirtschaft ist nach Einschätzung von US-Notenbankchef Jerome Powell angesichts der Coronavirus-Krise äusserst schwer absehbar. Der Ausblick sei «aussergewöhnlich ungewiss». Dies sagte Powell laut einem vorab veröffentlichten Redetext für eine Kongressanhörung am Dienstag. Die weitere Entwicklung hänge zu grossen Teilen davon ab, wie erfolgreich die Coronavirus-Pandemie eingedämmt werden könne. Erst, wenn sich die Menschen wieder ganz sicher fühlten, sei mit einer vollständigen Konjunkturerholung zu rechnen, hiess es.

Die wirtschaftliche Aktivität ziehe aber bereits früher wieder an, als dies erwartet worden war. Dies sei zwar zu begrüssen – berge allerdings auch Risiken vor allem für die Coronavirus-Eindämmung.

Entscheidend sei auch, wie nachhaltig die US-Regierung die Volkswirtschaft unterstütze, fügte Powell hinzu. Der US-Kongress hat bereits fast drei Billionen Dollar an Hilfen genehmigt. Doch der Fed-Chef signalisierte in seiner Erklärung, dass möglicherweise noch mehr Gelder notwendig sein könnten. Die US-Notenbank Fed selbst hat angekündigt, die Konjunktur mit sämtlichen ihr zur Verfügung stehenden Mittel zu stützen.

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