Grosse Karte zeigtHier zahlst du am meisten für Medikamente
Sven Ziegler
2.12.2025
In gewissen Regionen bezahlt man deutlich mehr für Medikamente.
Bildmontage // Keystone
Der neue Arzneimittelreport von Helsana zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Kantonen: Während einige Regionen über 1100 Franken pro Person für Medikamente ausgeben, bleiben andere klar unter der 900-Franken-Marke.
Die Medikamentenkosten pro Kopf variieren stark: Das Tessin, Basel-Landschaft und Graubünden liegen über 1100 Franken, Appenzell Innerrhoden und Uri hingegen klar darunter.
Hohe Kosten hängen mit einer älteren Bevölkerung und dichter medizinischer Versorgung zusammen; in der Ost- und Zentralschweiz ist der Medikamenteneinsatz traditionell zurückhaltender.
Insgesamt stiegen die landesweiten Medikamentenkosten 2024 auf 9.4 Milliarden Franken – ein Plus von 3.6 Prozent.
Darin zeigt sich: Die Kosten sind je nach Region extrem unterschiedlich. Die Analyse weist dem Tessin erneut die Spitze zu: Kein anderer Kanton kommt auf höhere Ausgaben pro Person. Auch Basel-Landschaft und Graubünden überschreiten die Marke von 1100 Franken pro Kopf deutlich.
Diese Kantone kombinieren mehrere Faktoren, die den Medikamentenverbrauch nach oben treiben: eine ältere Bevölkerungsstruktur, eine hohe Dichte an spezialisierten medizinischen Angeboten und eine Versorgungstradition, die auf häufigere Behandlungen und Verschreibungen ausgerichtet ist.
Kantone wie Genf, Basel-Stadt oder Neuenburg befinden sich ebenfalls über dem nationalen Durchschnitt von 1019 Franken pro Person. Dort schlägt die städtische Versorgungsrealität durch – mit einem dichten Angebot an Fachärzten und Spitälern, die tendenziell mehr und komplexere Therapien abgeben.
Auf der anderen Seite zeigen Appenzell Innerrhoden und Uri, dass es auch anders geht. Sie liegen klar unter 900 Franken pro Kopf. Beide Kantone haben eine traditionell zurückhaltende Verschreibungspraxis und eine altersmässig anders zusammengesetzte Bevölkerung.
Geringere Kosten in ländlichen Regionen
Die Helsana-Autoren sprechen hier von kulturellen Faktoren, die den Medikamenteneinsatz beeinflussen: In der Ost- und Zentralschweiz sei der Umgang mit Arzneimitteln seit Jahren spürbar zurückhaltender.
In ländlichen Regionen mit weniger spezialisierter Versorgung wird hingegen seltener behandelt und öfter abgewartet. Diese Unterschiede zeigen sich nicht nur bei den Kosten, sondern auch bei der Anzahl der Bezüge pro Person: In Kantonen wie Basel-Stadt, Tessin und Genf liegt sie klar über dem schweizweiten Schnitt von 15.3 Bezügen. In Obwalden, Zug oder Appenzell Innerrhoden bleiben die Werte markant tiefer.
Trotz regionaler Unterschiede steigt der Gesamtaufwand weiter: 9.4 Milliarden Franken hat die Grundversicherung 2024 für Medikamente ausgegeben – 3.6 Prozent mehr als im Vorjahr. Wachstumstreiber sind laut Helsana sowohl die demografische Entwicklung als auch der zunehmende Einsatz hochpreisiger Therapien.