Kündigung wegen «Renovation» Mieter finden ihre Wohnungen bei Booking – für 8200 Franken

Andreas Fischer

1.6.2026

Mehrfamilienhäuser in Zürich: Bei Booking bringen sie den Eigentümern ein Vielfaches der ursprünglichen Mietpreise. 
Mehrfamilienhäuser in Zürich: Bei Booking bringen sie den Eigentümern ein Vielfaches der ursprünglichen Mietpreise. 
KEYSTONE (Symbolbild)

Wegen angeblicher Renovationen mussten Mietende in Zürich ihre Wohnung verlassen. Heute wird sie als Ferienunterkunft vermietet – zu einem Preis, der ein Vielfaches der früheren Monatsmiete beträgt.

Redaktion blue News

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Acht Mietparteien mussten ihre Wohnungen in einem Mehrfamilienhaus in Zürich-Seebach wegen Renovations- und Aufstockungsarbeiten verlassen.
  • Doch die angekündigte Modernisierung fand bis heute nicht statt. Die Wohnungen werden als Ferienunterkunft oder zur Kurzzeitmiete angeboten – zu einem deutlich höheren Preis.
  • Eine betroffene Mieterin fühlt sich getäuscht, weil ihr nach dem Auszug trotz entsprechender Signale nie ein neuer Mietvertrag angeboten wurde.

Wenn die Mieten steigen und bezahlbarer Wohnraum immer knapper wird, steigt der Frust. Erst recht, wenn man wegen angeblicher Renovationsarbeiten aus der eigenen Wohnung ausziehen muss – und diese dann für einen horrenden Preis bei Booking wiederfindet.

Genau das ist einer Mieterin im Zürcher Quartier Seebach widerfahren, berichtet «20 Minuten». Als Ferienwohnung vermietet kosten fünf Nächte 1665 Franken – mehr als die ursprüngliche Monatsmiete.

Der Frau und ihrem Partner wurde 2022 die Wohnung gekündigt. Als Grund seien damals Renovations- und Aufstockungsarbeiten angegeben worden. Laut «20 Minuten» waren insgesamt acht Mietparteien in dem Haus in der Katzenbachstrasse betroffen. Allerdings seien an den Wohnungen heute keine grossen Veränderungen sichtbar.

Einfach «übers Ohr gehauen»

Für die ehemalige Bewohnerin sei das alles «ein schlechter Witz». Die Verwaltung habe damals angedeutet, die alten Mietparteien nach der Renovation bevorzugt zu berücksichtigen. Bis heute hätten sie aber keinen neuen Mietvertrag angeboten bekommen.

Wunder nimmt das kaum: Bereits kurz nach ihrem Auszug sei die neu möblierte Wohnung – ohne sichtbare Renovationsarbeiten – teurer und befristet weitervermietet worden. Der Mietpreis sei anfangs von 1490 Franken auf über 2000 Franken im Monat gestiegen. Heute zahle man für die Wohnung in der Kurzzeitmiete über 8000 Franken pro Monat. Die gekündigte Mieterin fühlt sich angesichts dieser Entwicklung schlichtweg «übers Ohr gehauen».

Laut «20 Minuten» haben Eigentümer und Verwaltung der Liegenschaft seit dem Auszug der Frau mehrfach gewechselt. Derzeit würde das Haus einem Paar mit Wohnsitz in New York City gehören. Nach Ablauf der derzeitigen befristeten Mietverhältnisse solle nach dem 31. Januar 2027 mit Baumassnahmen begonnen werden. «Ziel des Projekts ist die nachhaltige Erneuerung der Liegenschaft sowie die Schaffung zusätzlichen Wohnraums», wird die Verwaltung zitiert.

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