«Wir stellen ein» Migros-Präsidentin will bis 2029 jährlich 1000 neue Arbeitsplätze schaffen

Philipp Fischer

27.12.2025

Migros-Präsidentin Ursula Nold will in den kommenden Jahren 140 neue Filialen eröffen.
Migros-Präsidentin Ursula Nold will in den kommenden Jahren 140 neue Filialen eröffen.
Archivbild: Keystone

Die Migros will in den kommenden Jahren in die Job-Offensive gehen. Präsidentin Ursula Nold kündigt neue Filialen an – und einen grossangelegten Stellenausbau.

Philipp Fischer

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  • Migros-Präsidentin Ursula Nold kündigt die Eröffnung von 140 neuen Filialen bis 2029 an.
  • Dabei sollen jährlich 1000 neue Stellen geschaffen werden.
  • Die neuen Läden sollen kleiner ausfallen und sich mehr am Einkaufsverhalten der Menschen orientieren.

In den vergangenen zwei Jahren hat die Migros gleich mehrere Geschäftsbereiche abgestossen. Parallel dazu fand ein grosser Stellenabbau statt. Nun will Migros-Präsidentin Ursula Nold die Kehrtwende einläuten.

Bis 2029 sollen insgesamt 140 neue Filialen eröffnet werden. «Es ist der grösste Ausbau, den das Unternehmen je in so kurzer Zeit vollzogen hat», erklärt Nold im Interview mit der «Aargauer Zeitung».

Der Fokus soll dabei auf kleineren Filialen liegen, um konkreter dem veränderten Einkaufsverhalten der Menschen Genüge zu tun. Mit dem verschlankten Laden nebenan sollen «rund 200’000 zusätzliche Haushalte besser erreicht werden». Nold konkretisiert: «Viele Kundinnen und Kunden machen heute keine Wocheneinkäufe mehr, sondern kaufen häufiger und gezielter ein, oft nach der Arbeit.»

E-Supermarkt – aber mit gleichem Personal

Bedenken gegenüber neuen Filialen, die auf Vollautomatisierung ohne Personal setzen, räumt Nold aus. Sie verweist auf die gerade neu eröffnete Filiale in Spreitenbach im Kanton Aargau. «Wir haben hier in Spreitenbach zwar nur noch eine einzige bediente Kasse, aber das Personal bleibt», so die Migros-Präsidentin. Ein Stellenabbau sei nicht vorgesehen. Somit könnten sich die Mitarbeitenden besser der Kundenberatung, der Frische und der Warenbewirtschaftung widmen.

Angesprochen auf die Personalkürzungen bei der Migros in den vergangenen Jahre verweist Nold gegenüber der «Aargauer Zeitung» auf die neu zu schaffenden Stellen: «Aktuell haben wir rund 1000 offene Stellen und rund 850 Lehrstellen. Die besagte Expansion mit 140 neuen Filialen wird zusätzliche Arbeitsplätze schaffen.»

Mitarbeitende, die in den vergangenen Jahren ihre Stellen verloren haben, seinen zu einem grossen Teil innerhalb der Migros weitervermittelt worden, so die 56-Jährige. Nold erklärt, dass von rund 1300 betroffenen Beschäftigten etwa 800 im Konzern eine neue Stelle gefunden hätten. Durch die geplanten Investitionen sollen nun jährlich zusätzlich 1000 neue Mitarbeitende eingestellt werden.

Entlassungswelle bei der Migros

Erst im vergangenen Jahr hat die Migros die Reisetochter Hotelplan, die Kosmetik- und Hygienetochter Mibelle sowie Melectronics und SportX abgestossen. Dabei kam es zu einem Abbau von bis zu 1500 Vollzeitstellen. Am Hauptsitz in Zürich wurden zudem Mitte 2024 rund 150 Stellen abgebaut.

Eine weitere Sparrunde wurde mit der Schliessung von vier Outlets in Eglisau, Niederurnen, Aathal und Bachenbülach verkündet. Anfang 2026 sollen die Standorte dicht gemacht werden. Insgesamt verlieren 24 Mitarbeitende ihre Stelle – sie sollen laut Migros aber Angebote für Jobs in Supermärkten erhalten.


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