Preiskampf spitzt sich zuLeere Migros-Regale kurz vor Weihnachten – diese Marken sind betroffen
Maximilian Haase
11.12.2025
Die Migros spitzt den Preiskampf mit den Herstellern einiger Top-Marken zu (Symbolbild).
KEYSTONE/Melanie Duchene
Zwischen Migros und vielen grossen Marken tobt ein Preiskampf, der kurz vor Weihnachten für leere Supermarktregale sorgt. Was hinter dem Konflikt steckt – und welche Produkte es von Pepsi bis Kellogg's trifft.
«Lieferunterbruch» – dieses sperrige Wörtchen, das derzeit an vielen Migros-Preisschildern zu lesen ist, symbolisiert einen heiklen Konflikt. Der Preiskampf zwischen dem Detailhändler und zahlreichen grossen Markenherstellern weitet sich aus und führt ausgerechnet in der Vorweihnachtszeit zu Lücken in den Supermarktregalen.
Hatte sich die Migros erst kürzlich mit dem Schokoladenhersteller Lindt geeinigt, bleibt das Unternehmen bei vielen anderen Top-Marken hart.
Nach Recherchen der CH-Media-Zeitungen sind davon unter anderem die Pepsi-Gruppe, Kellogg's-Artikel und Perwoll-Waschmittel von Henkel betroffen, ausserdem Toblerone-Produkte des US-Unternehmens Mondelez, Thomy-Mayonnaisen von Nestlé und Rio-Mare-Thunfisch des italienischen Unternehmens Bolton.
Demnach sollen die beliebten Markenartikel nicht nachbestellt werden, solange die Hersteller nicht auf die Preisforderungen eingehen.
Auswirkungen auf Konsumenten erst jetzt
Migros-Chef Mario Irminger begründet den Schritt mit den gestiegenen Beschaffungspreisen, die aus Sicht des Händlers nicht nachvollziehbar seien. Internationale Konzerne hätten in den letzten Jahren höhere Margen durchgesetzt und fordern nun weitere Erhöhungen.
Man führe «derzeit Verhandlungen mit Grosskonzernen, um faire und nachvollziehbare Preise sicherzustellen und Preisaufschläge für Kundinnen und Kunden zu vermeiden», sagt auch Sprecherin Prisca Huguenin-dit-Lenoir gegenüber den Zeitungen von CH-Media.
Laut «Blick» berichtet ein Insider, dass die Migros bisher auf Lagerbestände zurückgreifen konnte, diese aber nun aufgebraucht seien. Die Verhandlungen über die Einkaufspreise liefen bereits seit Monaten, doch erst jetzt würden die Auswirkungen für die Kunden sichtbar. Man erwarte, dass die Regallücken bis ins neue Jahr bestehen bleiben und sich möglicherweise noch verschärfen.
Konzentration auf wenige Produkte
Gleichzeitig gehe die Migros selektiv vor, wie die CH-Media-Publikationen berichten: Von Kellogg’s stünden etwa «Frosties» weiterhin im Sortiment, während «Special K» und «Toppas» fehlten. Bei Toblerone seien die klassischen Riegel erhältlich, während Varianten wie «Toblerone Tiny Milk» nicht mehr angeboten würden. Auch bei Lindt habe man nicht sämtliche Tafeln aus dem Angebot genommen, sondern nur einen Teil des Sortiments.
Laut Irminger konzentriere sich die Migros auf etwa 1000 wichtige Artikel, sogenannte «Must-in-stock»-Produkte, bei denen man preislich mit Discountern gleichziehen wolle. Im Fokus stünden rund 60 grosse Markenlieferanten, so der Migros-Chef im SRF-Interview. Für frühere Preissenkungsrunden habe man rund 500 Millionen Franken investiert und dafür eine geringere Marge akzeptiert – diese Mittel sollen nun durch bessere Einkaufskonditionen wieder hereingeholt werden.
Der Migros-Chef sieht die bisherige Strategie des Unternehmens bestätigt. Man messe die Auswirkungen der Preiskampagne laufend, und in jenen Kategorien, in denen die Preise bereits gesenkt wurden, verzeichne man ein überdurchschnittliches Wachstum der Verkäufe.
Ob sich der Preiskampf mit den Markenherstellern jedoch ohne weitere sichtbare Lücken in den Regalen lösen lässt, bleibt vorerst offen. Zumindest Schoggi zum Fest soll es nach der Einigung mit Lindt jedenfalls wieder geben.