Migros und Coop bauen Self-Checkout aus

smi

10.1.2022

Self checkout at Coop Sihlcity in Zurich, pictured on January 29, 2015. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Self Checkout im Coop Sihlcity am 29. Januar 2015 in Zuerich. (KEYSTONE/Christian Beutler)
Wird hier gerade ein Arbeitsplatz abgebaut? Self-Checkout in einer Coop-Filiale in Zürich.
KEYSTONE

Grossverteiler wie Migros und Coop bauen ihr Angebot an Selbstbedienungskassen laufend aus. Weniger Personal bräuchten sie deswegen nicht, beteuern beide.

smi

10.1.2022

Migros und Coop bauen den Self-Checkout aus und klassische Kassen ab. Neue oder renovierte Filialen stechen oft mit besonders vielen Selbstbedienungskassen hervor, wo die Kund*innen ihre Einkäufe selber scannen. Das berichtet «Watson» und verweist auf jüngst neu eröffnete Coop-Filialen in Biberist SO, Schüpfheim LU und Egerkingen SO. Auch die Migros setzt auf Self-Checkout. So sei dieser Bereich in der Filiale im Bahnhof Luzern um vier Stationen ausgebaut worden.

Mehrere tausend solcher Selbstbedienungskassen seien in der Schweiz in Betrieb. Coop-Sprecherin Rebecca Veiga erklärt, der Grossverteiler orientiere sich an den Bedürfnissen der Kundschaft. Diese nutze Self-Checkout und Self-Scanning vor allem für kleinere Einkäufe. Ist der Einkaufswagen voll, schätzten gemäss Veiga viele weiterhin die bediente Kasse.

Genaue Zahlen zur Anzahl Selbstbedienungskassen liegen gemäss Watson nicht vor. Migros bietet Self-Checkout (Produkte am Ausgang scannen) und Self-Scanning (Produkte schon am Regal scannen) sowie das Scannen und Bezahlen direkt am Regal in insgesamt über 1300 Filialen an.

Dass die Angebote gefragt sind, ist bei jedem Einkauf zu beobachten. Die UBS stellte in einer Studie 2019 fest, dass 57 Prozent der Einkaufenden Self-Checkout bereits nutzen und weitere 14 Prozent offen sind, diese Dienstleistung auszuprobieren.

Weniger Kassenpersonal, aber nicht weniger Mitarbeitende

Selbstbedienungskassen stehen für den Trend, Arbeitende durch Maschinen zu ersetzen sowie die Kunden einen Teil einer Dienstleistung selber erbringen zu lassen. Besonders der Abbau niederschwelliger Arbeitsplätze, die Supermarktkassen in grosser Zahl bieten, schürt Ängste.

Die Coop-Sprecherin hält dagegen: Der Dienst am Self-Checkout sei vielfältiger als die Arbeit an der Kasse. Die Migros betont, dass nicht das Ziel sei, Personal abzubauen, sondern vielmehr Kassierer*innen auch beratende Funktionen zu geben. Die Migros werde deshalb in Zukunft zwar weniger Kassier*innen brauchen, aber nicht weniger Mitarbeitende. Die vollständige Aufhebung der bedienten Kassen sei nicht geplant. Wie die Situation in 20 oder 50 Jahren aussieht, lasse sich heute noch nicht deuten.