Minder stellt Selektion im Schulsystem infrage «Die Gymiprüfungen gehören abgeschafft» 

SDA

5.4.2026 - 06:41

Übergänge vor der Sekundarschule sollten prüfungsfrei erfolgen, sagte Thomas Minder, Präsident des Verbands Schulleiterinnen und Schulleiter Schweiz, dem "SonntagsBlick". (Archivbild)
Übergänge vor der Sekundarschule sollten prüfungsfrei erfolgen, sagte Thomas Minder, Präsident des Verbands Schulleiterinnen und Schulleiter Schweiz, dem "SonntagsBlick". (Archivbild)
Keystone

Der Präsident des Schulleiterverbands stellt die frühe Selektion im Schweizer Bildungssystem infrage. Gymiprüfungen sollen abgeschafft und Übergänge künftig prüfungsfrei gestaltet werden.

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Keystone-SDA, Redaktion blue News

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  • Schulleiter-Präsident Thomas Minder fordert die Abschaffung von Gymiprüfungen und eine spätere, prüfungsfreie Selektion im Schulsystem.
  • Frühzeitige Selektion verstärke laut ihm soziale Ungleichheiten, weshalb heterogene Klassen und spätere Entscheidungen bevorzugt werden sollten.
  • Zudem verlangt Minder eine längere und anspruchsvollere Lehrerausbildung, sieht jedoch politische und finanzielle Hürden.

Thomas Minder hat im «SonntagsBlick» die frühe Selektion im Schweizer Schulsystem grundsätzlich infrage gestellt. Der Präsident des Verbands Schulleiterinnen und Schulleiter Schweiz sagte, Übergänge vor der Sekundarschule sollten prüfungsfrei erfolgen.

«Die Gymiprüfungen gehören abgeschafft», erklärte er im Interview mit der Zeitung mit Blick auf das Langzeitgymnasium. «Man weiss aus der Wissenschaft, dass jeder Übertritt in der Schule soziale Ungleichheiten verstärkt». Der Verband sei deshalb der Auffassung, dass es vor der Sekundarschule keine Selektion geben solle. Manche Kantone würden die Übergänge bereits prüfungsfrei gestalten.

Minder plädiere für eine spätere Selektion am Ende der Schulzeit sowie für heterogene Klassen mit unterschiedlichen Schwierigkeitsniveaus.

Zugleich kritisierte er die Ausbildung der Lehrpersonen als unzureichend angesichts wachsender Anforderungen. Lehrpersonen müssten neben Fachwissen auch soziale, emotionale und kommunikative Kompetenzen mitbringen. «Es ist eine Mission impossible, dies in den drei Studienjahren zu erreichen», sagte Minder zur Zeitung.

Er forderte mindestens vier Jahre Ausbildung und einen Masterabschluss für alle Lehrpersonen. «Politisch dürfte das sehr schwierig durchzusetzen sein, weil die Kosten steigen würden. Doch es würde sich längerfristig auszahlen», sagte Minder weiter. Der Lehrermangel lasse sich trotz längerer Ausbildung durch eine Einbindung angehender Lehrpersonen bereits vor Abschluss des Studiums in den Schulbetrieb abfedern.