Überhöhte PFAS-WerteMit Chemie belastet – Verkaufsstopp für zwei Schweizer Fischarten
Sven Ziegler
14.11.2025
Hechte dürfen genauso nicht mehr verkauft werden wie Egli.
KEYSTONE
Im Zugersee wurden bei Hecht und Egli zu hohe Werte sogenannter PFAS-Chemikalien gemessen. Der Kanton verhängt deshalb ein Verkaufsverbot – und warnt auch private Fischerinnen und Fischer vor häufigem Verzehr.
Keystone-SDA
14.11.2025, 13:10
Sven Ziegler
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
Der Kanton Zug hat in Hechten und Eglis aus dem Zugersee überhöhte PFAS-Werte festgestellt.
Der Verkauf und die Weitergabe dieser Fische werden ab sofort verboten.
Berufsfischer sollen für ihre Ertragsausfälle entschädigt werden.
Wie der Kanton Zug mitteilt, zeigen neue Untersuchungen des Kantons Zug eine deutliche Überschreitung der zulässigen PFAS-Grenzwerte in zwei beliebten Speisefischen: Hecht und Egli. Bereits im Vorjahr hatten Stichproben auf eine Belastung hingedeutet – nun ist sie bestätigt.
Die sogenannten PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) sind in der Industrie weit verbreitet, weil sie wasser-, fett- und hitzebeständig sind. In der Natur bauen sie sich kaum ab und reichern sich in Böden, Gewässern und letztlich auch im menschlichen Körper an.
Laut Kanton könnten Feuerwehr-Übungsplätze und ehemalige Industrieareale in Seenähe zur Belastung beigetragen haben. Dort wurden PFAS-haltige Mittel, etwa in Löschschäumen, über Jahrzehnte eingesetzt. Der Zugersee weist im Vergleich zu anderen Schweizer Seen besonders hohe Werte auf.
Ab sofort dürfen Hechte und Eglis aus dem Zugersee nicht mehr verkauft oder verschenkt werden. Gefangene Tiere werden durch den Kanton entsorgt. Für Berufsfischer, die in den letzten Jahren rund fünf Prozent ihres Fangs mit diesen Arten erzielten, ist eine finanzielle Unterstützung vorgesehen.
Verkaufsstopp für Hecht und Egli aus dem Zugersee
Andere Fischarten – etwa Felchen oder Rötel – bleiben vom Verbot ausgenommen und dürfen weiterhin vermarktet werden.
Privatpersonen dürfen selbst gefangene Fische zwar noch essen, doch der Kanton rät zur Zurückhaltung. PFAS verbleiben über Jahre im Körper und können sich bei regelmässigem Konsum anreichern. Einige der Substanzen stehen im Verdacht, krebserregend zu sein.
Da Hecht und Egli zu den wichtigsten Raubfischarten im Zugersee zählen, befürchtet der Kanton ein Ungleichgewicht im See, sollte ihre Population stark ansteigen. Fachleute untersuchen derzeit, wie sich der Fangstopp auf das ökologische Gleichgewicht auswirkt.