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Das Atelier Le Coq in Wettingen schliesst nach 41 Jahren.
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Handwerk, Stil und eine grosse Portion Leidenschaft: Das Atelier Le Coq war vier Jahrzehnte lang eine Institution in Wettingen – jetzt gehen die Eigentümer in den Ruhestand.
Es ist ein Abschied mit Stil – buchstäblich. Nach 41 Jahren schliessen Doris und Georg Hahn ihr beliebtes Polster- und Vorhangatelier an der Landstrasse in Wettingen AG. Am 31. Oktober ist Schluss für das Le Coq. Für die Inhaber ruft der wohlverdiente Ruhestand, wie die «Aargauer Zeitung» schreibt.
Seit der Ankündigung brummt der Laden wie selten zuvor. «Seit wir unsere Kundschaft informiert haben, werden wir mit Aufträgen überrannt», erzählt Georg Hahn gegenüber der Zeitung. Kein Wunder: Viele wollen sich noch ein letztes Mal von den Hahns beraten lassen, ihre Lieblingsstücke auffrischen oder neue Vorhänge nähen lassen.
Was 1984 in einem kleinen Kellerraum begann, entwickelte sich über vier Jahrzehnte zu einer festen Grösse in der Region. Einrichtungsarbeiten nach Mass, kreative Ideen, persönlicher Service – das Atelier Le Coq stand für Handwerk mit Herz. «Wir haben in unzähligen Wohnungen, Häusern und öffentlichen Gebäuden unsere Spuren hinterlassen», sagt Georg Hahn stolz.
Und dabei blieb es nicht bei Sofa und Vorhang: Sogar ein Originalbett eines französischen Machthabers landete einst unter seinen Händen – irgendwo in einem Herrschaftshaus in England. Details? Die bleiben diskret. So viel Stil muss sein.
Trotz wachsendem Onlinehandel und wechselnden Wohntrends hielt sich das Atelier wacker. «In einen Sessel will man halt reinsitzen – das geht nicht virtuell», sagt Doris Hahn augenzwinkernd. Was das Ehepaar stets auszeichnete: die Leidenschaft für ihr Tun. «Das Finanzielle stand nie im Vordergrund», betont Georg Hahn.
Doch klar ist: Die Mieten an der Landstrasse machen Kleinbetrieben das Leben schwer. Die Folge? Die grossen Ketten übernehmen das Zepter.
Georg Hahn bildete in seiner Karriere 27 Lernende aus – viele blieben der Branche treu. Doch: «Der Beruf des Innendekorateurs hat an Attraktivität verloren», sagt er. Und die Suche nach motivierten Nachwuchskräften wurde immer schwieriger.
Immerhin: Für die Zukunft des Vorhanghandwerks ist gesorgt. Mitarbeiterin Patricia Bruhin, seit über zwei Jahrzehnten Teil des Teams, macht sich im November mit einem eigenen Atelier in Nesselnbach selbstständig.