Neuer Topfavorit im Rennen um das SVP-Präsidium? 

jka

10.7.2020 - 07:17

Wird er der neue SVP-Präsident? Der St. Galler Nationalrat Roland Rino Büchel (Mitte).
Bild: Keystone

Das Präsidium des Nationalrats wollte er nicht übernehmen – dafür jenes der SVP? Roland Rino Büchel wird neu als heisser Kandidat im Rennen um den SVP-Vorsitz gehandelt. Auch ein weiterer Name taucht auf.

Eigentlich hätte SVP-Chef Albert Rösti schon längst zurücktreten wollen, doch das Coronavirus machte ihm einen Strich durch die Rechnung. Die Suche nach einem neuen Parteipräsidenten (oder einer Präsidentin) verlängert sich also — aber ob sie sich dadurch auch vereinfacht?

Offiziell beworben haben sich bisher zwei Kandidaten: Der Aargauer Andreas Glarner, der sich unter anderem als Asylpolitik-Hardliner einen Namen gemacht hat, und der Zürcher Alfred Heer, der seine Kandidatur bereits im Januar offiziell bekannt gab. 

Dass es sich bei diesen beiden für zahlreiche andere Exponentinnen und Exponenten der SVP nicht gerade um Wunschkandidaten handelt, ist ein offenes Geheimnis. Deshalb ist die Findungskommission, die mit der Prüfung möglicher Kandidaturen angetraut wurde, nach wie vor dabei, weitere mögliche Kandidatinnen und Kandidaten zu rekrutieren.

Wie «Blick» berichtet, soll sich nach diversen Absagen nun endlich ein aussichtsreicher Kandidat gefunden haben: Der St. Galler Sportmanager Roland Rino Büchel, der seit zehn Jahren im Nationalrat sitzt und in dieser Zeit der Parteilinien durchgehend treu geblieben ist. Seine Chancen sollen auch deshalb gut sein, weil er mit Toni Brunner befreundet ist.

Büchel – oder doch eine 36-jährige Aargauerin?

Nebst demjenigen von Büchel war in den letzten Wochen von einem weiteren Namen auf der Liste möglicher Kandidatinnen und Kandidaten fürs SVP-Präsidium die Rede: Martina Bircher.

Die 36-jährige Aargauern sitzt erst seit vergangenem Oktober im Nationalrat. Wie gut ihre Chancen stehen, ist fraglich. Im Vergleich zu Glarner, Heer und Büchel steht sie beim Bekanntheitsgrad sowie der Erfahrung in der nationalen Politik eindeutig hinten an. 

Klar ist: Die Anforderungen an Röstis Nachfolger oder Nachfolgerin sind hoch. Parteiintern ist von «Knochenarbeit» die Sprache. SVP-Übervater Christoph Blocher liess vor wenigen Monaten gegenüber «Bluewin» verlauten: «Die SVP muss saniert werden. Das ist die Aufgabe des neuen Parteipräsidenten.» 

Ob sich Büchel dieser annehmen will, ist gemäss «Blick» unklar, aber denkbar – denn auf eine Absage hat der 54-Jährige bisher verzichtet. Allzu viel Zeit zum Nachdenken bleibt Büchel nicht mehr, über die Rösti-Nachfolge soll am 22. August entschieden werden. Dann trifft sich die SVP zur Delegiertenversammlung. 

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