Er hielt sie wegen Crans-Montana nichtDiese Rede wollte Guy Parmelin halten – Neujahrsansprache nachträglich veröffentlicht
SDA
1.2.2026 - 13:22
Guy Parmelin (SVP) ist der Bundespräsident der Eidgenossenschaft im Jahr 2026.
Schweizerische Bundeskanzlei
Nach dem tödlichen Brand in Crans-Montana hat der Bund die Neujahrsansprache von Bundespräsident Guy Parmelin erst am Sonntag veröffentlicht. Aus Respekt vor den Opfern war auf eine Ausstrahlung am 1. Januar verzichtet worden.
Der Bund hat am Sonntag die Neujahrsansprache von Bundespräsident Guy Parmelin nachträglich veröffentlicht. Aufgrund des tödlichen Brands in Crans-Montana VS am Neujahrstag wurde zuvor auf eine Publikation verzichtet.
Die Brandkatastrophe kostete 40 Menschen das Leben und forderte 116 Schwerverletzte. Es handelte sich um eine der schlimmsten Tragödien in der jüngeren Geschichte der Schweiz. Angesichts dieses schrecklichen Ereignisses und aus Respekt vor den Opfern verzichtete Parmelin auf die Ausstrahlung des Textes. Am 9. Januar fand ein nationaler Trauertag im Gedenken an die Opfer des Unglücks statt.
Die Ansprache hätte traditionsgemäss am Mittag des 1. Januars ausgestrahlt werden sollen, schrieb der Bund am Sonntag. Der Text werde dennoch archiviert, um als lebendiges Zeitzeugnis zu dienen.
Der Bundesrat wird dieses Jahr von Guy Parmelin als «Erster unter Gleichen» geführt. Die Amt des Bundespräsidenten gibt ihm – anders als in anderen Ländern – nur wenige Sonderrechte.
Schweizerische Bundeskanzlei
In seiner Ansprache wäre Bundespräsident Parmelin auf die globalen Herausforderungen der letzten Jahre eingegangen. Die Gesundheitskrise, Unsicherheiten bei der Energieversorgung, der Krieg in der Ukraine und neue wirtschaftliche Spannungen hätten vieles verändert.
«All das kann beunruhigen – besonders, wenn dazu persönliche Sorgen, Rückschläge oder das Leid anderer Menschen kommen», so Parmelin. «Diese Gefühle sind verständlich». Es gehe nicht darum, Probleme kleinzureden, sondern darum, im Gespräch zu bleiben. Dialog schaffe Vertrauen und das sei der erste Schritt zu Lösungen.
Neujahrssprache des Bundespräsidenten Guy Parmelin 2026 im vollen Wortlaut
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger in der Schweiz und im Ausland,
Ein neues Jahr steht für einen Neuanfang. Es lädt uns ein, nach vorne zu schauen und an positive Entwicklungen zu glauben. Gleichzeitig wissen wir aus den letzten Jahren, dass die Welt uns immer wieder vor Herausforderungen stellt. Die Gesundheitskrise, Unsicherheiten bei der Energieversorgung, der Krieg in der Ukraine und neue wirtschaftliche Spannungen haben vieles verändert.
All das kann beunruhigen – besonders, wenn dazu persönliche Sorgen, Rückschläge oder das Leid anderer Menschen kommen. Diese Gefühle sind verständlich. Es geht nicht darum, Probleme kleinzureden. Aber es geht darum, im Gespräch zu bleiben. Dialog schafft Vertrauen. Und Vertrauen ist der erste Schritt zu Lösungen.
Die Schweiz ist ein starkes Land. Sie ist handlungsfähig und gut aufgestellt. Das zeigt sich im Alltag: in der Schule, in der Ausbildung, an den Arbeitsplätzen, in den Unternehmen und auch im Leben nach der Pensionierung. Unsere Gesellschaft funktioniert. Und sie sorgt dafür, dass niemand zurückgelassen wird. Daran misst sich ihre Stärke.
Natürlich gibt es Herausforderungen. Ich bin mir bewusst, wie unangenehm ein überfüllter Zug oder tägliche Staus sein können. Ich weiss, wie sehr die Gesundheitskosten das Budget der Haushalte belasten. Die Schwierigkeiten bei der Wohnungssuche sind für viele ein grosses Problem. Und die Sorge um die Rente begleitet manche Menschen stärker, als es sein sollte.
Diese Realitäten dürfen nicht unterschätzt werden. Sie betreffen unsere Lebensqualität und verdienen Aufmerksamkeit. Es ist legitim, sich darüber Gedanken zu machen und gewisse Entwicklungen zu kritisieren. Suchen wir gemeinsam nach Lösungen. Mit Respekt und Ausdauer. Zusammen können wir viel bewegen. Das ist gelebte Demokratie, die grösste Stärke unseres Landes. Nutzen wir sie.
Dabei sollten wir das Wesentliche nicht aus dem Blick verlieren. Die Schweiz lebt in Frieden und Sicherheit. Sie verbindet Freiheit mit Verantwortung, Wohlstand mit Solidarität, Tradition mit Innovation. Ihre Institutionen sind stabil, die Justiz unabhängig, der Föderalismus schafft Nähe und Identität.
Aus all diesen Gründen blicke ich zuversichtlich auf das Jahr 2026. Denn das Fundament ist stark. Wir verfügen über gute Bildung, hervorragende Forschung, unternehmerischen Mut, engagierte Menschen und den Willen, Verantwortung zu übernehmen.
Am ersten Tag des Jahres möchte ich auch an die Kraft von Kultur und Kreativität erinnern. Unser Land ist reich an Ideen, Kunst und geistiger Offenheit. Es hat der Welt Giacometti, Dürrenmatt oder Taeuber-Arp, aber auch lebendiges Brauchtum, Erfindergeist und vielfältiges musikalisches Schaffengeschenkt und es wird in Zukunft noch viel mehr hervorbringen. Darüber freue ich mich sehr. Das zeigt: Unsere Gesellschaft ist lebendig, neugierig und erneuerungsfähig. Die Schweiz kann sich selbst hinterfragen, sich weiterentwickeln und nach vorne denken. Sie ist souverän, unabhängig und stark. Und sie hat allen Grund, optimistisch in die Zukunft zu blicken.
Ich wünsche Ihnen allen ein gutes, hoffnungsvolles Jahr 2026.
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Keine weitere Zinssenkung in den USA: Die Notenbank Federal Reserve lässt den Leitzins unverändert. Wegen hoher Arbeitslosenquote und Inflation belassen die Währungshüter den Zins in der Spanne von 3,5 bis 3,75 Prozent. Zehn der zwölf Mitglieder stimmen für diesen Schritt.
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