WHO warnt: «Alarmierender» Anstieg der Corona-Infektionen in Europa – Österreich verschärft Massnahmen 

Agenturen/red

17.9.2020 - 20:30

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Donnerstag 530 Coronavirus-Ansteckungen innerhalb eines Tages gemeldet worden. Es gab sieben neue Todesfälle und 18 Personen mussten ins Spital eingewiesen werden.

Am Mittwoch registrierte das BAG 514 Fälle, am Dienstag 315 Fälle, am Montag 257 und am Sonntag 475. Insgesamt wurden in der Schweiz und in Liechtenstein bisher 1'237'621 Tests auf Sars-CoV-2, den Erreger der Atemwegserkrankung Covid-19, durchgeführt. Davon waren nach Angaben des BAG 4,7 Prozent positiv. Für die vergangenen sieben Tage betrug die Positivitätsrate 3,9 Prozent.

Die Zahl der Todesopfer im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung stieg um sieben auf 1’762. Seit Anfang der Pandemie mussten 4’727 Personen wegen einer Covid-19-Erkrankung im Spital behandelt werden.

Die Hälfte der Erwachsenen in der Schweiz wünscht sich eine freiwillige, von der Grundversicherung bezahlte Impfung gegen das Coronavirus, wenn ein wirksamer Impfstoff auf den Markt kommen sollte. Dies geht aus einer repräsentativen Umfrage des Internet-Vergleichsdienstes Comparis hervor. 49,2 Prozent der Umfrageteilnehmenden forderten der Umfrage zufolge eine Übernahme der Kosten durch die Grundversicherung für alle – nicht nur für Risikogruppen, wie bei der Grippeimpfung. Diese Haltung ist vor allem in der deutschsprachigen Schweiz verbreitet.

Unterdessen hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat den Anstieg der Corona-Infektionen in Europa als «alarmierend» bezeichnet. Die Entwicklung müsse ein «Alarmsignal für uns alle» sein, sagte WHO-Europadirektor Hans Kluge am Donnerstag in Kopenhagen. Mehrere europäische Länder verschärften im Kampf gegen eine zweite Welle ihre Massnahmen. Im Nordosten Englands gelten ab Freitag strikte Ausgehregeln, in Österreich werden private Treffen wieder stark eingeschränkt. Frankreich verschärft die Corona-Massnahmen in Lyon und Nizza.

Das Wichtigste im Überblick

  • Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat den Anstieg der Corona-Infektionen in Europa als «alarmierend» bezeichnet.
  • Das BAG meldet 530 neue Covid-19-Fälle bei 15'763 Tests innert 24 Stunden. Das entspricht einer Positivitätsrate von 3,4 Prozent. 
  • Österreichs Kanzler Kurz teilte mit, dass die Massnahmen im Kampf gegen die Pandemie wieder verschärft werden müssten.
  • Die Zahlen zu den neusten Covid-19-Infektionen werden künftig nur noch an Werktagen publiziert, am Wochenende wird es kein tägliches Bulletin des BAG mehr geben.
  • Das Schweizer Pharma-Unternehmen Roche will bereits in den nächsten Tagen seinen neuen Corona-Schnelltest an Labore in der Schweiz ausliefern.
  • Dänemark hat unter anderem für die Schweiz eine Reisewarnung ausgesprochen.

22.00 Uhr: Wir beenden unseren heutigen Ticker

21.01 Uhr: New York eröffnet in Corona-Krise eigenes städtisches Test-Labor

Nach heftiger Kritik an Verzögerungen bei Coronavirus-Testergebnissen hat New York ein eigenes städtisches Labor eröffnet. Die Einrichtung in Manhattan sei speziell für Einwohner der Millionenmetropole gedacht und solle dabei helfen, die Wartezeit auf ein Test-Ergebnis auf maximal 48 Stunden zu drücken, sagte Bürgermeister Bill de Blasio am Donnerstag. Die Kapazität des Labors solle bis November schrittweise von derzeit rund 3’000 auf 20’000 Coronavirus-Tests pro Tag hochgefahren werden.

Zwischenzeitlich hatten sich viele Menschen in New York über Wartezeiten auf Test-Ergebnisse von bis zu drei Wochen beschwert. Die Stadt war im Frühjahr das Zentrum der Pandemie in den USA. Inzwischen hat sich das Infektionsgeschehen auf niedrigem Niveau stabilisiert.

20.28 Uhr: Netanjahu: Weitere Verschärfung der Corona-Beschränkungen möglich

Kurz vor Beginn eines zweiten Corona-Lockdowns in Israel hat Ministerpräsident Benjamin Netanjahu eine mögliche weitere Verschärfung der vorgesehenen Einschränkungen angekündigt. Netanjahu sagte am Donnerstagabend, angesichts der immer weiter steigenden Infektionszahlen könnte dies notwendig sein. «Ich denke, dass wir angesichts der Infektionslage möglicherweise keine andere Wahl haben werden, als die Beschränkungen zu verschärfen», sagte Netanjahu.

Am Freitagnachmittag beginnt in Israel ein Corona-Lockdown, der mindestens drei Wochen andauern soll. Die Massnahme soll die Zahl der Corona-Fälle in dem Land eindämmen – die täglichen Neuinfektionen waren zuletzt wiederholt auf Rekordwerte gestiegen. Experten hatten im Sommer unter anderem kritisiert, Lockerungen seien verfrüht vorgenommen worden. Die Opposition in dem Mittelmeerstaat kritisiert den Kurs der Regierung scharf. Die Krise hat der Wirtschaft des Landes bereits schwer zugesetzt.

19.29 Uhr: WHO: «Alarmierender» Anstieg der Corona-Infektionen in Europa

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat den Anstieg der Corona-Infektionen in Europa als «alarmierend» bezeichnet. Die Entwicklung müsse ein «Alarmsignal für uns alle» sein, sagte WHO-Europadirektor Hans Kluge am Donnerstag in Kopenhagen. Mehrere europäische Länder verschärften im Kampf gegen eine zweite Welle ihre Massnahmen. Im Nordosten Englands gelten ab Freitag strikte Ausgehregeln, in Österreich werden private Treffen wieder stark eingeschränkt. Frankreich verschärft die Corona-Massnahmen in Lyon und Nizza.

In Europa – wozu die WHO 53 Länder inklusive Russland zählt – wurden bisher fast fünf Millionen Corona-Fälle registriert. Mehr als 227’000 Menschen starben an den Folgen der Viruserkrankung. Täglich werden der WHO zufolge derzeit zwischen 40’000 und 50’000 neue Ansteckungen festgestellt.

Am Freitag vergangener Woche wurde die bisher höchste Zahl von 54’000 Neu-Infektionen verzeichnet, was aber auch an einer Zunahme der Tests liegt.

18.40 Uhr: Französische Regierung fordert strengere Corona-Regeln in Lyon und Nizza

Die französische Regierung hat weitere Regionen im Land aufgefordert, strengere Massnahmen im Kampf gegen Corona zu verhängen. Für die Städte Lyon und Nizza sollten die Behörden bis Samstag Vorschläge machen, sagte Frankreichs Gesundheitsminister Olivier Véran am Donnerstag in Paris. In Städten wie Paris, Lille, Toulouse, Rennes und Dijon seien die kritischen Schwellenwerte noch nicht erreicht. «Wir werden die Entwicklung der Epidemie in diesen Städten sehr aufmerksam verfolgen», sagte Véran.

Marseille, Bordeaux und das französische Überseegebiet Guadeloupe hatten nach Aufforderung der Regierung die Massnahmen zuletzt schon verschärft. Véran betonte nun, dass es auf Guadeloupe und in Marseille durchaus noch schärfere Regeln geben könnte. Gerade in der südfranzösischen Hafenstadt hatten Krankenhäuser zuletzt beklagt, dass es an medizinischem Personal fehle und sie Situation sich zuspitze.

18.14 Uhr: New York verschiebt wegen Corona-Krise erneut Schulstart

Die Millionenmetropole New York hat wegen der Corona-Krise den eigentlich für kommende Woche geplanten Beginn des neuen Schuljahres für die meisten Schüler erneut verschoben. Nur Vorschüler, deren Eltern sie für eine Mischung aus Online- und Vor-Ort-Unterricht angemeldet hatten, sollen ab der kommenden Woche wieder tageweise zur Schule gehen, teilte Bürgermeister Bill de Blasio am Donnerstag mit. Grundschüler sind dann ab dem 29. September dran, die Älteren ab dem 1. Oktober. Auch zusätzliche Lehrkräfte sollen eingestellt werden.

Ursprünglich war der Schulstart für den 10. September angesetzt, musste dann aber bereits auf den 21. verschoben werden, um den Lehrern mehr Zeit zur Vorbereitung zu geben.

New York war im Frühjahr eines der Epizentren der Corona-Pandemie. Inzwischen haben sich die Fallzahlen auf niedrigem Niveau stabilisiert. Gouverneur Andrew Cuomo hatte im August die Rückkehr in die Schulen erlaubt – solange Sicherheitsvorschriften eingehalten würden und der Anteil positiver Ergebnisse an allen Corona-Tests nicht über fünf Prozent liege.

Im April mussten Corona-Tote in New York zwischenzeitlich in Kühltransportern gelagert werden. Die USA verzeichnen weiter die meisten Toten weltweit.
Bild: Craig Ruttle/FR61802 AP/dpa

17.35 Uhr: Genfer Kantonsangestellte sollen wegen Corona Lohnopfer erbringen

Die Genfer Kantonsregierung rechnet im nächsten Jahr mit einem Defizit von einer halben Milliarde Franken. Die Coronaviruskrise habe das Gesamtergebnis um rund 100 Millionen Franken verschlechtert. Die Staatsangestellten sollen mit einem Lohnopfer helfen, die Unterstützungsmassnahmen für die von der Krise direkt Betroffenen mitzufinanzieren.

Der Vierjahresfinanzplan 2020-2023 sah für 2021 ursprünglich ein Defizit von 462 Millionen Franken vor. Die Coronaviruskrise machte dieser Planung allerdings einen dicken Strich durch die Rechnung. Die Genfer Regierung präsentierte am Donnerstag einen neuen Budgetentwurf, der von einem Defizit von 501 Millionen Franken ausgeht. Die aktuelle Gesundheits-, Sozial- und Wirtschaftskrise habe eine bereits fragile finanzielle Situation noch verschärft.

Die Regierung müsse nun Haushaltsstrenge zeigen, da die öffentlichen Finanzen auch ohne den Pandemie-Effekt mittelfristig durch Strukturreformen wieder ins Gleichgewicht gebracht werden müssten. Konkret kündigte der Genfer Regierungspräsident Antonio Hodgers an, dass die Staatsangestellten durch eine Lohnkürzung von einem Prozent in den nächsten vier Jahren eine Art Solidaritätsbeitrag leisten müssten.

Die Vorsteherin des Finanzdepartementes, Nathalie Fontanet, bezeichnete ein solches Opfer als gerechtfertigt. Während rund 50 Prozent der Angestellten im privaten Sektor von der Krise betroffen seien, müssten die Staatsangestellten nicht um ihren Arbeitsplatz fürchten. Die Lohnkürzung bei den Staatsangestellten würden 2021 Einsparungen von 30,3 Millionen Franken ermöglichen. Das Kantonsparlament muss den geplanten Sparmassnahmen allerdings noch zustimmten.

16.55 Uhr: Dänemark rät von Reisen in die Schweiz ab

Den Dänen wird von nun an auch von Reisen in die Schweiz sowie nach Österreich, Portugal, Ungarn und in die Niederlande abgeraten. Grund dafür sind die in den fünf Ländern gestiegenen Corona-Infektionszahlen, wie das dänische Aussenministerium am Donnerstag mitteilte. Damit empfiehlt es seinen Bürgern mittlerweile, von nicht-notwendigen Reisen in eine ganze Reihe von Ländern des Schengenraums abzusehen. Das liegt zum einen an den Fallzahlen des jeweiligen Staates, zum anderen auch an den dortigen Einreisebeschränkungen. 

Dänemark aktualisiert seine Reiserichtlinien jeden Donnerstag. Von nicht-notwendigen Reisen raten die dänischen Behörden ab, wenn es in dem jeweiligen Land mehr als 30 wöchentliche Corona-Neuinfektionen pro 100'000 Einwohner gegeben hat. Damit die Massnahme rückgängig gemacht wird, muss dieser Wert auf unter 20 fallen. Wenn man aus einem der betroffenen Länder nach Dänemark zurückkehrt, wird man aufgefordert, für 14 Tage zu Hause zu bleiben. Ins Land gelassen wird nur, wer dafür einen triftigen Einreisegrund hat.

Dänemark warnt seine Bürger vor Reisen in die Schweiz und andere europäische Länder. Besonders im Raum Kopenhagen stiegen die Infektionszahlen zuletzt wieder deutlich an.
Bild: Keystone

Dänemark hatte im März zu Beginn der Coronakrise strikte Massnahmen ergriffen und die Ausbreitung des Coronavirus damit vergleichsweise schnell unter Kontrolle bekommen. Seit einiger Zeit mehrt sich die Zahl der Neuinfektionen wieder, zuletzt stiegen die Werte vor allem in der Region um die Hauptstadt Kopenhagen.

16.00 Uhr: Wegen Corona: Sagrada Família wird später fertig als geplant

Sagrada Família wird später fertig als geplant - wegen Corona-Pandemie

Sagrada Família wird später fertig als geplant - wegen Corona-Pandemie

Die berühmte Basilika Sagrada Família in Barcelona wird später fertig als geplant: Wegen der Corona-Pandemie verzögern sich die Bauarbeiten. Eigentlich sollte das Bauwerk 2026 fertiggestellt werden - dem Todesjahr seines Schöpfers Antoni Gaudí.

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Die berühmte Basilika Sagrada Família in Barcelona wird später fertig als geplant: Wegen der Corona-Pandemie verzögern sich die Bauarbeiten. Eigentlich sollte das Bauwerk 2026 fertiggestellt werden – dem Todesjahr seines Schöpfers Antoni Gaudí.

15.25 Uhr: Österreich verschärft Corona-Massnahmen

Österreich verschärft Corona-Massnahmen

Österreich verschärft Corona-Massnahmen

Da die Ansteckungen vor allem im privaten Bereich erfolgten, müssten künftig soziale Kontakte reduziert werden, sagt Kanzler Sebastian Kurz. Sämtliche private Feiern und Zusammenkünfte sollen ab kommenden Montag auf zehn Personen beschränkt werden.

17.09.2020

Als Reaktion auf die steigenden Corona-Infektionszahlen limitiert Österreich die Zahl der Teilnehmer bei privaten Zusammenkünften. Bei Feiern in Gebäuden seien ab Montag nur noch zehn Personen erlaubt, sagte Kanzler Sebastian Kurz von der konservativen ÖVP am Donnerstag. Eine Kontrolle von Privatwohnungen sei allerdings nicht geplant, da sie nicht grundrechtskonform sei. Es gehe um Zusammenkünfte im öffentlichen Raum. Eine Ausnahme gebe es für Begräbnisse.

Die Zahlen stiegen deutlich, wenn auch in einem regional unterschiedlichen Mass. «Wir müssen daher jetzt reagieren, um einen zweiten Lockdown zu verhindern», sagte Kurz. Neben der gesundheitlichen Frage gelte es, die Auswirkungen für den Wirtschaftsstandort zu minimieren. Österreich ist stark vom Tourismus abhängig. Experten befürchten, dass die Zahl der Nächtigungen in Wien im laufenden Jahr um rund 70 Prozent einbricht.

Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz erklärte am Donnerstag, welche Massnahmen erneut verschärft werden.
Bild: Keystone

Nicht betroffen von den Verschärfungen sind die professionell organisierten Veranstaltungen im Sport- und Kulturbereich. Dort bleibe es bei der Obergrenze von 1'500 Menschen in Gebäuden und 3'000 im Freien. Nach den Worten von Vizekanzler und Sportminister Werner Kogler (Grüne) sind zum Beispiel private Feiern nach Fussballspielen («Après-Fussball») ein Problem. «Gerade das, was vielen von uns Freude macht, ist oft ein Ort der Ansteckung», meinte Kurz. Zu den Verschärfungen zählt unter anderem auch eine Maskenpflicht beim Besuch von Märkten.

Binnen 24 Stunden wurden in Österreich zuletzt 780 Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet. 

15.20 Uhr: Gericht kippt Corona-Testpflicht für Einreise nach Sardinien

Für die Einreise auf die italienische Ferieninsel Sardinien ist vorerst doch kein negativer Corona-Test mehr nötig. Wenige Tage nach der Einführung einer Corona-Testpflicht für die Insel hat ein Gericht diese vorsorglich wieder gekippt.

Das zuständige Verwaltungsgericht in Cagliari entschied am Donnerstag laut Nachrichtenagentur Ansa, einem Einspruch der italienischen Regierung stattzugeben. Diese hatte durch die Testpflicht die Reisefreiheit eingeschränkt gesehen und war deshalb dagegen vorgegangen. Die nächste Anhörung ist für den 7. Oktober geplant.

Die gleichzeitig eingeführte Maskenpflicht im Freien kann dagegen laut Gericht weiter umgesetzt werden. Sie gilt rund um die Uhr, wenn der Abstand von einem Meter nicht eingehalten werden kann. Mit der neuen Verordnung hatte die beliebte Ferieninsel im Mittelmeer auf die zuletzt steigenden Corona-Zahlen reagiert.

Während Sardinien im Juli kaum neue Infektionen verzeichnete, stiegen im August mit der Ankunft Tausender Touristen auch die Fallzahlen. Zuletzt meldete Sardinien 27 neue Fälle innerhalb von 24 Stunden und aktuell 1'480 Infizierte.

15.10 Uhr: Neue Corona-Beschränkungen in England

Wegen der stark steigenden Zahl an Corona-Infektionen werden im Nordosten Englands die Kontaktbeschränkungen verschärft. So dürfen sich von Freitag an Menschen verschiedener Haushalte nicht mehr treffen. Bars und Pubs müssen um 22 Uhr (Ortszeit) schliessen, wie der britische Gesundheitsminister Matt Hancock am Donnerstag ankündigte.

Betroffen davon sind etwa zwei Millionen Menschen unter anderem in Northumberland, Newcastle-upon-Tyne und Sunderland. Hancock erklärte: «Die Schlacht gegen das Coronavirus ist noch nicht vorbei.»

In grossen Teilen Grossbritanniens schnellen die Infektionszahlen wieder in die Höhe. Vielerorts mangelt es auch an Tests, das tatsächliche Infektionsgeschehen kann daher aktuell kaum abgebildet werden. Jeder Landesteil darf über seine eigenen Corona-Massnahmen entscheiden.

Viele Briten stellen ihrer Regierung ein schlechtes Attest aus. Nach einer Yougov-Umfrage glauben 63 Prozent der Befragten, dass die Regierung schlecht auf die Pandemie reagiert habe. Nur etwa 30 Prozent halten die bislang getroffenen Massnahmen für gut.

15 Uhr: 600 Gäste von Ausbruch in Hamburger Bar betroffen

Rund 600 Gäste von Corona-Ausbruch in Hamburger Bar betroffen

Rund 600 Gäste von Corona-Ausbruch in Hamburger Bar betroffen

Mehrere Mitarbeiter in einer Bar im Schanzenviertel wurden positiv auf das Coronavirus getestet. Jetzt sucht die Behörde nach den Besuchern der «Katze». Nicht alle haben korrekte Angaben gemacht.

17.09.2020

Mehrere Mitarbeiter in einer Bar im Hamburger Schanzenviertel wurden positiv auf das Coronavirus getestet. Derzeit sucht die Behörde nach den Besuchern der «Katze». Allerdings haben viele erfundene Adressen und Namen hinterlassen.

14.50 Uhr: Kein Mangel an Spitalbetten im Corona-Hotspot Waadt

Das Universitätsspital Lausanne (Chuv) ist für eine zweite Welle der Coronavirus-Pandemie vorbereitet. Einen Mangel an Spitalbetten gebe es nicht. Derzeit befinden sich 23 Covid-19 Patienten im Chuv, darunter zwei auf der Intensivstation.

Angesichts der steigenden Infektionszahlen in dem am stärksten vom Virus betroffenen Kanton orientierten das Waadtländer Universitätsspital und die Kantonsregierung an einer Medienkonferenz am Donnerstag über die aktuelle Lage. Das Gesundheitssystem sei in der Lage, mit einem möglichen neuen Zustrom von Patienten zurechtzukommen, hiess es.

«Das Spitalwesen im Kanton Waadt ist nicht ausgelastet», sagte die Waadtländer Gesundheitsdirektorin Rebecca Ruiz (SP). Ein Drittel der Betten auf den Intensivstationen der Waadtländer Spitäler sei frei. «Wir haben ein solides Gesundheitssystem, das seine Flexibilität bewiesen hat und bei Bedarf bereit ist», sagte Ruiz.

Die Waadtländer Gesundheitsdirektorin Rebecca Ruiz und Spitaldirektor Philippe Eckert machten deutlich, dass das Universitätsspital Lausanne (Chuv) für eine zweite Welle gerüstet sei.
Bild: Keystone

«Das Chuv arbeitet mit fast normaler Aktivität. Das heisst, es ist zu 90 Prozent ausgelastet», sagte Spitaldirektor Philippe Eckert. «Aber wir haben Reservebereiche mit leeren Betten für Corona-Patienten bereit. Auf der Intensivstation stehen 14 Betten zur Verfügung», sagte er.

Derweil fordert das Personal des Chuv eine Aufstockung des Personals, Lohnerhöhungen und eine Prämie wegen der Coronavirus-Pandemie. Es hat an einer Generalversammlung des Personals beschlossen, sich an einem kantonalen Aktions- und Streiktag des Gesundheitssektors am 28. Oktober zu beteiligen.

13.55 Uhr: Warnung vor steigenden Infektionszahlen

Die Weltgesundheitsorganisation WHO ist besorgt über die wieder steigenden Corona Zahlen in Europa. Die wöchentlichen Fallzahlen überstiegen nun diejenigen, die während der ersten Hochphase des Coronavirus in Europa im März gemeldet worden seien, sagte der Direktor des WHO-Europa-Büros, Hans Kluge, am Donnerstag auf seiner wöchentlichen Online-Pressekonferenz in Kopenhagen. Obwohl diese Zahlen auch die umfassenderen Tests widerspiegelten, zeigten sie alarmierende Übertragungsraten in der europäischen Region.

«Die September-Fallzahlen sollten für uns alle als ein Weckruf dienen.» Gleichzeitig blieb Kluge optimistisch: «Wohin sich die Pandemie von hier aus entwickelt, liegt in unseren Händen. Wir haben sie schon einmal zurückgeschlagen und können sie wieder zurückschlagen.»

Wirksame Massnahmen wie umfassende Tests, das Waschen der Hände, das Abstandhalten zueinander und das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in Situationen, wo dieser Abstand nicht möglich sei, sowie das Vermeiden grösserer Versammlungen müssten dringend eingehalten werden, mahnte Kluge an. Zugleich müssten die Sorgen und Nöte der Menschen ernstgenommen und auf die entstandene Corona-Müdigkeit eingegangen werden, die angesichts der langen Zeit der Pandemie verständlich sei. «Müdigkeit ist ganz natürlich. Sie muss verstanden und angesprochen werden, wo sie uns in Gefahr bringt.»

In Europa ist das Coronavirus wieder auf dem Vormarsch. (Symbolbild)
Bild: Keystone

13.10 Uhr: App zeigt keine «möglichen Begegnungen» mehr

Nutzer der SwissCovic-App auf dem Apple-Betriebssystem iOS haben zwischenzeitlich eine wöchentliche Push-Nachricht erhalten, wenn sie «mögliche» Kontakte hatten. Ein Journalist will wissen, was es damit auf sich habe. Matthias Wellig vom App-Entwickler Ubique antwortet, dass diese Meldung mit den neusten Versionen von iOS nicht mehr erscheinen werde. Apple habe eingesehen, dass diese Nachricht wenig hilfreich sei und habe da inzwischen den Kurs gewechselt.

Damit Endet die Medienkonferenz des BAG zu den aktuellen Entwicklungen. Wir danken für die Aufmerksamkeit.

13.05 Uhr: Bund verhandelt mit Impfstoffherstellern

Der Bund verhandele derzeit mit weiteren möglichen Herstellern, um sich schnell Zugang zu einem allfälligen Impfstoff zu sichern, entgegnet Masserey auf die Frage eines Journalisten. Allerdings könne sie da nicht weiter ins Detail gehen.

13 Uhr: BAG will an Quarantänepflicht festhalten

Derzeit gebe es Forderungen vonseiten der Reisebranche, die Quarantänepflicht für Menschen abzuschaffen, die aus Risikogebieten heimreisen und diese stattdessen bei der Rückkehr zu testen. Bei einem negativen Test müssten sie also nicht mehr zehn Tage zu Hause bleiben.

Masserey sieht dieses Anliegen kritisch: Nur weil der Test einer Person bei der Einreise negativ ausfalle, heisse das nicht, dass sie dann nicht später noch erkranken könne. Die Quarantäne sei immer noch der beste Weg, um eine mögliche Weiterverbreitung zu verhindern.

12.55 Uhr: Bund evaluiert Schnelltests

Eine Journalistin will von den Anwesenden wissen, ob Schnelltests derzeit eine Option seien für die Tests von Menschen, die einer möglichen Ansteckung ausgesetzt waren. Viriginie Masserey sagt, dass der Bund derzeit abklärt, wie zuverlässig diese Tests seien. Aber es sei denkbar, dass Schnelltests in der Grippesaison helfen könnten, das Testvolumen zu steigern. 

Auch wenn Schnelltests breit verfügbar sei, werde man nach jetzigem Stand aber an der Dauer der Quarantäne festhalten, antwortet Masserey auf eine weitere Frage zum Thema. Personen, die aus einem Risikogebiet in die Schweiz zurückreisen, müssen demnach also auch weiterhin für zehn Tage in die Selbstquarantäne gehen.

12.45 Uhr: 530 Neuerkrankte, Positivitätsrat bei 3,4 Prozent

Während die Medienkonferenz läuft, hat das BAG die aktuellen Infektionszahlen bekannt gegeben. Demnach hat der Bund in den vergangenen 24 Stunden 530 neue Covid-19-Fälle registriert. Insgesamt wurden 15'763 Tests durchgeführt, womit die Positivitätsrate bei 3,4 Prozent liegt. 18 Personen wurden wegen einer Infektion in Spitalpflege gebracht, sieben Menschen sind verstorben.

12.43 Uhr: Zahl der App-Nutzer steigt

Die Zahl der Downloads der SwissCovid-App steigt weiterhin, aber das Wachstum sei geringer geworden, so Sang-il Kim. Derzeit liege die Zahl der aktiven Nutzer bei rund 1,6 Millionen. Und nun nehme auch die Zahl eingegebener Covid-Codes zu. Anschliessend stellt ein Verantwortlicher der Firma, die die App entwickelt hat, neue Funktionen für die Anwendung vor.

12.40 Uhr: «SwissCovid-App ist kein Allheilmittel»

Nun geht das Wort am Sang-il Kim. Er ist beim BAG zuständig für die digitale Transformation und damit auch für die SwissCovid-App. Er leitet sein Votum ein mit dem Aufruf, sich an die Abstands- und Hygieneregeln zu halten und unbedingt die App zu installieren. Sie sei kein Allheilmittel, aber sie könne die Behörden beim Contact-Tracing unterstützen.

Sang-il Kim betont erneut, dass die App keine Daten über Standorte der Nutzer sammle und den Datenschutz der Nutzenden einhalte. Er bittet, gegenteilige Aussagen gut zu prüfen. 

Virginie Masserey, Leiterin der Sektion Infektionskontrolle beim BAG, gab bekannt, dass Zahlen von Samstag und Sonntag neu jeweils am Montag vermeldet werden. (Archiv)
Bild: Keystone

12.30 Uhr: Keine Zahlen mehr am Wochenende

«Die Situation entwickelt sich weiter», beginnt Virginie Masserey vom Bundesamt für Gesundheit. Die Zahl der Hospitalisierungen und der Menschen, die an oder mit Covid-19 sterben, steigt leicht an, wie sie weiter ausführt. Bei der Publikation der Zahlen stellt der Bund leicht um: Neu werden die Ansteckungs- und Testzahlen nur noch von Montag bis Freitag publiziert. Am Wochenende wird das BAG kein Bulletin mehr veröffentlichen. Die Zahlen werden dann am Montag fürs gesamte Wochenende publiziert.

12 Uhr: Der Bund informiert über den neusten Stand

Das Bundesamt für Gesundheit informiert um 12.30 Uhr über den aktuellen Stand bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie. «Bluewin» wird die Medienkonferenz live zeigen und hier im Ticker begleiten.

11.35 Uhr:  Chefs rechnen mit dauerhaftem Homeoffice

Die Corona-Pandemie hat viele Schweizer Unternehmen zum Umdenken gezwungen. Eine Umfrage des Beratungsunternehmens PwC unter Schweizer CEO zeigt, welche Themen die hiesigen Unternehmen noch länger beschäftigen könnten.

76 Prozent der von PwC befragen Unternehmenschef erwarten, dass der Trend zur Automatisierung von Dauer sein wird, wie es in der am Donnerstag publizierten Studie heisst. Und 24 Prozent glauben, dass die Digitalisierung der wichtigsten betrieblichen Geschäftsabläufe und -prozesse künftig höchste Priorität haben wird.

Besonders auch im Hinblick auf die Fernarbeit wird eine Beschleunigung der Digitalisierung erwartet. So sind fast 80 Prozent der Schweizer Chefs der Ansicht, dass der Übergang zur Fernarbeit, also das Arbeiten im Homeoffice, von Dauer sein wird.

80 Prozent der Firmenchefs in der Schweiz glaub, dass das Homeoffice zum Dauerzustand wird. (Symbolbild)
Bild: Keystone

11.02 Uhr: Opernstar Netrebko im Spital

Opernstar Anna Netrebko ist wegen einer durch das Coronavirus ausgelösten Lungenentzündung im Spital. Wie die 48-Jährige bei Instagram am Donnerstag mitteilte, ist sie auf dem Weg der Besserung. «Ich bin schon fünf Tage im Krankenhaus wegen einer Covid-Lungenentzündung, und es geht mir bald besser», schrieb sie. Netrebko hat an diesem Freitag Geburtstag und sollte aktuell in einer Inszenierung der Oper «Don Carlos» am weltberühmten Moskauer Bolschoi Theater auftreten. «Ich habe mich sofort in die Isolation begeben, als ich gemerkt habe, dass ich krank werde, obwohl die Tests da noch negativ waren.»

Sie sei dann aber rechtzeitig ins Krankenhaus gekommen und habe Hilfe erhalten. «Alles wird gut! Der Teufel ist nicht so schrecklich, wie er beschrieben wird.»

Das Bolschoi Theater hatte die Oper «Don Carlos» abgesetzt, nachdem der Sänger Ildar Abdrasakow wegen einer Infektion mit dem Coronavirus ausgefallen war. In der Inszenierung sollte neben Netrebko auch deren Ehemann Yusif Eyvazov auftreten. Netrebko schrieb, dass bei ihm schon Antikörper festgestellt worden seien. Auch ihrem Sohn gehe es gut. Das Bolschoi Theater hatte nach seiner Schliessung wegen der Pandemie am 16. März erst am 6. September erstmals wieder geöffnet.

Netrebko teilte auch mit, dass sie sich dagegen entschieden habe, in der Corona-Pandemie einfach nur zuhause zu sitzen. Sie habe sich bewusst für das Arbeiten und das Risiko entschieden. Die Tests, die Quarantänen und die allgemeine Verunsicherung hätten ihr mehr zu schaffen gemacht als das Virus selbst. «Ich bin froh, dass das für mich jetzt vorbei ist.»

Anna Netrebko wird wegen einer Covid-Lungenentzündung im Krankenhaus behandelt. (Archiv)
dpa

10.30 Uhr: Solothurner Fasnacht sagt Umzüge ab

Die traditionelle Fasnacht in Solothurn mit der Chesslete und Umzügen findet im kommenden Jahr wegen der Corona-Pandemie nicht statt. Zuvor wurde die Fasnacht bereits in Luzern und Olten abgesagt.

«Auch die Fasnachtsherzen in Solothurn bluten, und es trifft uns hart», teilte die Vereinigte Fasnachtsgesellschaft Solothurn UNO am Donnerstag mit. Angesichts der aktuellen Ausbreitung des Coronavirus und der Sicherheitsmassnahmen zum Schutze aller begeisterter Fasnächtler sei der Entscheid einstimmig gefallen.

Insgesamt acht Solothurner Fasnachtsanlässe fallen 2021 ins Wasser, darunter Grossanlässe wie die Umzüge am Fasnachtssonntag und -dienstag.

Auf die Fasnacht müsse dennoch nicht völlig verzichtet werden, halten die Organisatoren fest. Die Task-Force suche weiter nach alternativen Möglichkeiten. Man werde zu einem späteren Zeitpunkt informieren.

9.50 Uhr: Roche will Schnelltest demnächst ausliefern

Das Schweizer Pharma-Unternehmen Roche hatte bereits angekündigt, einen Schnelltest zum Nachweis einer Coronavirus-Infektion per Ende September auf den Markt zu bringen. Nun liefert der Konzern die Schnelltests bereits in den nächsten Tagen an private und öffentliche Diagnostik-Labore in den Kantonen aus, wie «Blick» berichtet.

Die Tests sollen eine Treffergenauigkeit von 96,5 bis 99,7 Prozent aufweisen, werden jedoch vom BAG noch nicht empfohlen, da sie noch nicht validiert wurden. Zeitgleich mit den Schnelltests werde Roche auch einen neuen kombinierten Grippe-Corona-Test an die Labore ausliefern, schreibt «Blick». Bis bei diesem Kombi-Test ein Resultat vorliege, dauere es dann drei Stunden.

Bei der Bekämpfung der Coronapandemie ruhen die Hoffnungen auf Schnelltests. (Symbolbiild)
dpa

9.37 Uhr: Krisen-Kompetenzzentrum gefordert

Der Bundesrat soll aufzeigen, wie ein interdisziplinäres wissenschaftliches Netzwerk oder Kompetenzzentrum für Krisenlagen geschaffen werden kann. Der Ständerat hat am Donnerstag knapp mit 18 zu 17 Stimmen ein entsprechendes Postulat angenommen.

Matthias Michel (FDP/ZG) begründete seine Forderung mit der Covid-19-Krise. Diese habe gezeigt, dass es nicht nur funktionierende Notorganisationen brauche, sondern auch wissenschaftliche Erkenntnisse und die Möglichkeit, die Forschungsressourcen in der Schweiz zu aktivieren. Er bezog sich auch auf eine Aussage des Schweizer Ökonomen Aymo Brunetti, wonach es in Krisen besser sei, auf bestehende Strukturen zurückzugreifen als auf neu geschaffene.

Der Bundesrat lehnte den Auftrag ab. Es seien bereits rechtliche Grundlagen und entsprechende Gremien vorhanden, welche Krisen früh erkennen und die Ressourcen aus Wissenschaft, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Verwaltung rasch und flexibel einbeziehen könnten, sagte Bundeskanzler Walter Thurnherr im Namen des Bundesrats

8.55 Uhr: Jurassische Ständerätin in Quarantäne

Die jurassische Ständerätin Elisabeth Baume-Schneider (SP) ist in Quarantäne. Ihr Sohn wurde positiv auf das Virus getestet, wie Ratspräsident Hans Stöckli (SP/BE) am Donnerstag im Ständerat bekannt gab.

Baume-Schneider und auch ihre Familie, die ebenfalls in Quarantäne sei, sei wohlauf, sagte Stöckli. Er hoffe, die Ratskollegin könne am kommenden Mittwoch nach Bern zurückkehren. Baume-Schneider ist 56-jährig und seit Ende 2019 Ständerätin.

Baume-Schneider ist bereits das zweite Parlamentsmitglied, das während der Herbstsession in Quarantäne musste. Vergangene Woche traf es Nationalrat Daniel Brélaz (Grüne/VD). Er selbst wurde zwar negativ getestet, musste aber zu Hause bleiben, weil sein Sohn positiv getestet worden war.

Die Ständerätin Elisabeth Baume-Schneider (SP) ist in Quarantäne, weil ihr Sohn positiv auf das Coronavirus getestet wurde. (Archiv)
Bild: Keystone

8.30 Uhr: Reisewarnung für Kanton Freiburg

Wegen der gestiegenen Zahl von Corona-Neuinfektionen hat die deutsche Regierung neben der österreichischen Hauptstadt Wien etliche weitere Regionen in mehreren europäischen Ländern zum Risikogebiet erklärt – und entsprechende Reisewarnungen ausgesprochen.

Neu gilt nun auch eine Reisewarnung für den Kanton Freiburg. Zuvor war eine solche bereits für die Kantone Genf und Waadt ausgesprochen worden. Das bundeseigene Robert Koch-Institut (RKI) veröffentlichte am Mittwoch eine aktualisierte Liste der Corona-Risikogebiete, auf der diese Gebiete als Risikogebiete aufgeführt sind.

7.25 Uhr: Die am stärksten betroffenen Länder

Die absolut am stärksten betroffenen Länder – unterteilt nach Infizierten (inkl. Genesenen) und Toten; sowie Fälle je 100'000 Einwohner.
Grafik: dpa

6.55 Uhr: Über 2'000 Neuinfektionen in Deutschland

Über 2'000 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Über 2'000 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die Zahl der gemeldeten Corona-Neuinfektionen in Deutschland steigt wieder leicht an. Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom frühen Donnerstagmorgen 2'194 neue Corona-Infektionen gemeldet.

17.09.2020

Die Zahl der gemeldeten Corona-Neuinfektionen in Deutschland steigt wieder leicht an. Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom frühen Donnerstagmorgen 2'194 neue Corona-Infektionen gemeldet.

5.50 Uhr: Hälfte der Erwachsenen für freiwillige Impfung

Die Hälfte der Erwachsenen in der Schweiz wünscht sich eine freiwillige, von der Grundversicherung bezahlte Impfung gegen das Coronavirus, wenn ein wirksamer Impfstoff auf den Markt kommen sollte.

Dies geht aus einer repräsentativen Umfrage des Internet-Vergleichsdienstes Comparis hervor. 49,2 Prozent der Umfrageteilnehmenden forderten der Umfrage zufolge eine Übernahme der Kosten durch die Grundversicherung für alle – nicht nur für Risikogruppen, wie bei der Grippeimpfung. Diese Haltung ist vor allem in der deutschsprachigen Schweiz verbreitet.

Ein Fünftel der unter 56-Jährigen will jedoch einen allgemeinen Impfzwang. 19,6 Prozent der 15- bis 35-Jährigen und 19,4 Prozent der 36- bis 55-Jährigen wünschen sich diesen. Der Anteil der Impfzwangbefürworter ist in der Romandie mit 23,2 Prozent in allen Altersgruppen (gegenüber 15,1 Prozent bei den Deutschschweizern) und bei Personen mit hoher Bildung besonders hoch. «Das Thema Impfen polarisiert stark, denn auf der anderen Seite steht eine kleine, aber lautstarke Gruppe von Impfgegnern», kommentiert Comparis-Krankenkassenexperte Felix Schneuwly die Umfrage. Offensichtlich gingen Impfzwangbefürworter nicht davon aus, dass mit freiwilligem Impfen rasch Herdenimmunität und damit wieder der Normalzustand erreicht werden könne.



Eine klare Mehrheit will zudem Bussen für das Nichteinhalten der Quarantänepflicht und die Angabe von falschen Personendaten in Restaurants oder Clubs (73,4 Prozent) sowie beim Verschweigen von Kontaktpersonen nach einem positiven Coronatest (68,7 Prozent).

Auch das Nichteinhalten der Maskenpflicht an vorgeschriebenen Orten sollte gemäss einer Mehrzahl der Befragten (66,7 Prozent) gebüsst werden. 67,9 Prozent der Befragten möchte jedoch keine Bussen für ein Brechen der Abstandsregeln. Das gilt vor allem für die unter 35-Jährigen.

Uneinigkeit herrscht unter der Befragten bezüglich erneuter Grenzschliessungen, sollte ein ganzes Nachbarland der Schweiz auf die Liste der quarantänepflichtigen Risikoländer kommen. Hier findet die Hälfte eine temporäre Grenzschliessung für Privatpersonen sinnvoll. Die andere lehnt eine solche ab.

Der Anteil der Befürworter einer Grenzschliessung ist auf dem Land (51,7 Prozent) deutlich höher als bei Stadtbewohnern (40 Prozent).

Noch bevor es sie gibt, polarisiert eine mögliche Impfung gegen das Coronavirus. (Symboldbild)
Bild: Keystone/DPA/Christoph Schmidt

5.30 Uhr: Swissmedic: Werbeverstoss bei «Echinaforce»?

Nach Berichten über das Naturheilprodukt «Echinaforce» als mögliches «Wundermittel» gegen das Coronavirus Sars-CoV-2 hat die Schweizerische Zulassungs- und Aufsichtsbehörde für Arzneimittel und Medizinprodukte Swissmedic Abklärungen an die Hand genommen. Sie prüft, ob um das Präparat verbotene Publikumswerbung betrieben wurde. Ein Swissmedic-Sprecher bestätige am Mittwochabend auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA einen entsprechenden Bericht des Ostschweizer Senders TVO. Gemäss der Aufsichtsbehörde könnte eine verbotene Publikumswerbung für ein nicht zugelassenes Anwendungsgebiet eines Arzneimittels vorliegen.

Eine Mitarbeiterin einer Apotheke in Zürich mit dem Naturheilmittel «Echinaforce», auf das nach Berichten über eine neue Laborstudie ein wahrer Run stattfindet. (Archivbild)
Bild: Keystone/Alexandra Wey

Details gab Swissmedic nicht bekannt. Generell darf bei Arzneimitteln beim Publikum nur in Bezug auf die vom Heilmittelinstitut genehmigten Anwendungsmöglichkeiten geworben werden.

Am Montag hatten Medien eine Studie des Labors Spiez bekannt gemacht, gemäss der das pflanzliche Arzneimittel «Echinaforce» der Thurgauer Firma A. Vogel im Labor gegen Coronaviren hilft. Das Naturheilmittel aus Extrakten des Roten Sonnenhuts wurde bislang verkauft, weil es im Allgemeinen Abwehrkräfte stärken und gegen Erkältungen vorbeugen soll.

Die Forscher stellten fest, dass «Echinaforce» im Reagenzglas eine abtötende Wirkung auf die Coronaviren hat. Gemäss der Spiezer Studie ist aber völlig offen, ob der Stoff auch im menschlichen Körper wirkt. Medien berichteten, dass nach Bekanntwerden der Studie in Apotheken die Nachfrage nach «Echinaforce» stark gestiegen sei. Einzelne Apotheken rationierten daraufhin offenbar den Verkauf.

Der Swissmedic-Sprecher erklärte, dass die wissenschaftliche Publikation des Labors Spiez im Fachblatt «Virology Journal» vom 9. September zu falschen Interpretationen geführt habe. Nach Medienberichten sei vor allem in sozialen Medien undifferenziert darüber berichtet worden. Dies habe bei Konsumenten zu einem Ansturm auf «Echinaforce»-Präparate und illegalen Angeboten auf Online-Plattformen geführt.

Aus der Laborstudie liessen sich wissenschaftlich keine medizinischen Schlüsse ziehen, sagte der Sprecher weiter. Präparate mit «Echinaforce» auf Vorrat zu kaufen sei nicht angebracht. Swissmedic sei zudem seit Anfang Woche zusammen mit Plattformbetreibern und den Kantonen aktiv, um illegale Verkaufsangebote zum Schutz der Konsumenten zu löschen.

In einem Bericht im «Blick» («Thurgauer Naturheilmittel wirkt gegen Corona!») am vergangenen Montag, der von zahlreichen Medien aufgegriffen wurde, war zu lesen, ein pflanzlicher Extrakt von Echinacea purpurea könne – unter anderem – im Reagenzglas auch Coronaviren abtöten. Dort stand auch, dass sich erst noch weisen müsse, ob und in welchem Ausmass Echinaforce bei Menschen gegen Corona wirke. Nachdem die Berichte dennoch zu einer grossen Nachfrage nach Präparaten mit diesen Extrakten führten, sah sich Swissmedic zur Veröffentlichung einer Mitteilung gezwungen, in der es unter anderem heisst, dass die in der Laborstudie beschriebene Wirkung gegen das Coronavirus beim Menschen «nicht belegt» sei.

5.18 Uhr: Fed-Entscheidung drückt Kauflaune von Anlegern

Die asiatischen Aktien sind nach dem Entscheid der US-Notenbank Fed gefallen. Die Währungshüter stellten in Aussicht, die Zinsen so lange nahe null zu halten, bis die Inflation auf dem Weg sei, «für einige Zeit» das Ziel von zwei Prozent Teuerung «moderat zu übertreffen».

Ihren Leitsatz zur Versorgung der Geldhäuser mit Geld beliess die US-Notenbank in einer Spanne zwischen null und 0,25 Prozent und geht davon aus, diese bis mindestens 2023 unangetastet zu lassen. «Natürlich würden vernünftige Leute niemanden an so weit in die Zukunft gerichtete Makroprognosen binden, also werden wir uns darum kümmern, wenn es so weit ist», sagte Derek Holt, Leiter der Kapitalmarktökonomie bei der Scotiabank in Toronto.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag im Verlauf 0,7 Prozent tiefer bei 23.301 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index sank um 0,6 Prozent und lag bei 1635 Punkten. Die Börse in Shanghai lag 0,8 Prozent im Minus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen verlor 0,9 Prozent. Der MSCI-Index für asiatische Aktien ausserhalb Japans stieg um 0,6 Prozent.

Im asiatischen Devisenhandel gewann der Dollar 0,1 Prozent auf 105,06 Yen und legte 0,4 Prozent auf 6,7766 Yuan zu. Zur Schweizer Währung notierte er 0,5 Prozent höher bei 0,9134 Franken. Parallel dazu fiel der Euro um 0,6 Prozent auf 1,1747 Dollar und gab 0,1 Prozent auf 1,0730 Franken nach. Das Pfund Sterling verlor 0,4 Prozent auf 1,2912 Dollar.

5.13 Uhr: Japans Zentralbank hält an lockerer Geldpolitik fest

Wie die US-Zentralbank will auch die Bank von Japan vorerst an ihrer lockeren Geldpolitik festhalten. Japans Wirtschaft beginne zwar, sich langsam zu erholen, befinde sich wegen der Folgen der Coronapandemie jedoch weiterhin in einer ernsten Situation, teilte die Zentralbank in Tokio am Donnerstag nach zweitägigen Beratungen mit.

Japans Geschäftsbanken können sich damit weiter so gut wie kostenlos Geld bei der Notenbank besorgen. Kredite für Investitionen der Wirtschaft und für Verbraucher sollen billig bleiben. Am Vortag hatte auch die Federal Reserve (Fed) mitgeteilt, ihren Leitzins voraussichtlich bis Ende 2023 bei nahe null zu lassen.

Die Entscheidung der japanischen Notenbank erfolgte einen Tag nach der Wahl des neuen Ministerpräsidenten Yoshihide Suga. Er will die «Abenomics» genannte Wirtschaftspolitik seines rechtskonservativen Vorgängers Shinzo Abe fortsetzen.

Diese besteht aus einer ultralockeren Geldpolitik der Notenbank, schuldenfinanzierten Konjunkturprogrammen und Reformen. Es wird daher erwartet, dass die Notenbank-Gouverneur Haruhiko Kuroda auch mit Suga kooperieren wird. Von ihrem Ziel einer Inflationsrate von zwei Prozent ist die Notenbank jedoch auch nach mehr als sieben Jahren noch weit entfernt.

4.49 Uhr: General wird Brasiliens neuer Gesundheitsminister

Nach mehreren Monaten übergangsweise im Amt ist General Eduardo Pazuello zum brasilianischen Gesundheitsminister ernannt worden. Dies berichtete das brasilianische Fernsehen am Mittwoch. Demnach sagte Pazuello, die Regierung prüfe die Verteilung von Hydroxychloroquin in einem «Covid-Kit». Präsident Jair Bolsonaro hatte in der Pandemie zuvor bereits zwei Gesundheitsminister im Streit über den Umgang mit dem Coronavirus verschlissen.

Nachdem im Mai Nelson Teich seinen Posten geräumt hatte, weil er mit dem Einsatz des umstrittenen Malariamittels Hydroxychloroquin in der Covid-19-Behandlung nicht einverstanden war, übernahm Logistik-Spezialist Pazuello dessen Aufgaben. Seitdem empfahl die Regierung den Einsatz von Hydroxychloroquin bei mit dem Coronavirus infizierten Patienten in einem aktualisierten Leitfaden für Ärzte.

Brasilien ist zusammen mit den USA und Indien eines der Länder, das am meisten Infektionen (4’419’083) und Tote (134’106) verzeichnet. Die tatsächlichen Zahlen dürften noch weit höher liegen, auch weil das Land sehr wenig testet. Wissenschaftliche Studien legen nahe, dass sich mindestens siebenmal so viele Menschen infiziert haben wie bislang bekannt, und doppelt so viele wie erfasst gestorben sind. Brasilien hat 210 Millionen Einwohner und ist 24-mal so gross wie Deutschland.

Präsident Bolsonaro, der sich wie weitere Familienmitglieder selbst infizierte, steht wegen seines laxen Umgangs mit der Pandemie seit langem in der Kritik. Er bezeichnete die durch das neuartige Coronavirus ausgelöste Krankheit Covid-19 als «leichte Grippe» und sorgte für Verwirrung in der Bevölkerung über deren Schwere. Auch lehnte er Einschränkungen und Schutzmassnahmen ab und setzte sich für den Einsatz von Hydroxychloroquin ein.

4.10 Uhr: Israel schliesst heute alle Schulen Kindergärten

In Israel sind aufgrund der hohen Fallzahlen ab heute alle Schulen und Kindergärten geschlossen. Ab Freitag, 13:00 Uhr MEZ, gilt dann in ganz Israel ein dreiwöchiger Lockdown. Der Corona-Beauftragte Ronni Gamzu führt den jüngsten Anstieg der Neuinfektionen in Israel auf eine Rekordmarke von 4'973 vor allem auf Infektionen bei Schulkindern ab zehn Jahren und älter zurück. Auch die Zahl der Schwerkranken lag am Mittwoch mit 535 auf Rekordhöhe.

Der Erreger Sars-CoV-2 ist seit Beginn der Pandemie bei 166’794 Menschen in dem Land mit neun Millionen Einwohnern nachgewiesen worden. 1'147 Menschen sind gestorben.

3.44 Uhr: Trump stiftet Verwirrung über Vakzin-Verfügbarkeit

US-Präsident Donald Trump hat in einem ungewöhnlichen Vorstoss den Amerikanern viel schneller eine breite Verfügbarkeit von Coronavirus-Impfstoffen versprochen als seine eigene Gesundheitsbehörde. Auf die Frage, wann jeder in den USA Zugang zu einer Impfung bekommen könne, sagte Trump am Mittwoch: «Ich denke, das wird sehr bald sein.» Einer seiner medizinischen Berater, der Radiologe Scott Atlas, stellte 700 Millionen verfügbare Impfstoff-Dosen bis Ende März in Aussicht.

Zuvor hatte der Chef der US-Gesundheitsbehörde CDC, die für die Versorgung mit Impfstoffen zuständig ist, Mitte kommenden Jahres als Zeithorizont genannt. «Wenn Sie mich fragen, wann das allgemein für die amerikanische Bevölkerung verfügbar sein wird, damit wir die Impfung nutzen und zu unserem normalen Leben zurückkehren können, dann schauen wir, denke ich, in Richtung des späten zweiten oder des dritten Quartals 2021», sagte Robert Redfield bei einer Anhörung im US-Senat. Er stand dabei unter Eid.

«Ich denke, er hat vermutlich die Frage falsch verstanden», behauptete Trump bei einer Pressekonferenz im Weissen Haus in Bezug zu Redfields Aussage. «Ich denke, er war verwirrt.» Man werde die Impfung viel schneller verteilen. «Vielleicht kennt er sich nicht mit dem Verteilungsprozess aus.»

Der renommierte Immunologe Anthony Fauci bekräftigte wenig später in einem Interview mit dem «Wall Street Journal», dass er mit einer Rückkehr zur Normalität durch eine breite Impf-Kampagne erst Mitte bis Ende kommenden Jahres rechne. Man werde zwar viele Menschen aus besonders gefährdeten Gruppen vermutlich bereits Anfang 2021 impfen können. «Aber die Idee, dass man die gesamte Bevölkerung, die sich impfen lassen will, binnen eines oder zwei Monaten impfen kann – das wird sehr, sehr schwer zu machen sein», sagte Fauci. Zugleich schränkte er ein, dass man immer noch keine Gewissheit habe, dass es einen effizienten und sicheren Impfstoff geben werde – auch wenn er «vorsichtig optimistisch» sei. Fauci hatte bereits vergangene Woche gesagt, dass er mit einer Effizienz von 70 bis 75 Prozent bei einem Corona-Impfstoff rechne.

Redfield sagte im Senat auch, dass Masken aktuell das «wichtigste Instrument» im Kampf gegen die Pandemie seien. Er würde sogar so weit gehen, zu sagen, dass eine Maske einen höheren Schutz gegen das Coronavirus biete als eine Impfung, sagte der CDC-Chef.

Trump widersprach auch hier. «Nein, ein Impfstoff ist viel effizienter als die Masken», sagte Trump. Er habe Redfield angerufen und ihm gesagt, dass dieser aus seiner Sicht die Frage falsch beantwortet habe. Redfield veröffentlichte danach zwei Tweets, in denen er unter anderem schrieb, dass er an die Wichtigkeit von Impfungen glaube «und dass aktuell der beste Schutz sei, Masken zu tragen, Hände zu waschen und Abstand zu halten». Er nahm keine seiner vorherigen Äusserungen zurück.

Trump hatte bereits zuvor Mitarbeitern seiner eigenen Regierung vorgeworfen, absichtlich die Entwicklung eines Corona-Impfstoffs zu bremsen. Die Coronakrise mit mehr als 195'000 Todesfällen ist in den USA zu einem wichtigen Thema im Wahlkampf ums Weisse Haus geworden. Trump hatte mehrfach davon gesprochen, dass ein Impfstoff noch bis Ende Oktober zugelassen werden könnte – und damit vor der Präsidentenwahl am 3. November. Trump liegt in Umfragen hinter dem demokratischen Herausforderer Joe Biden zurück.

Auf die Frage eines Reporters, warum die Leute Trump in der Pandemie vertrauen sollten, während er dem Chef seiner Gesundheitsbehörde widerspreche, wiederholte der Präsident – allen Fakten zum Trotz: «Weil wir einen grossartigen Job gemacht haben.»

Trump glaubt an Impfstoff in drei oder vier Wochen

Trump glaubt an Impfstoff in drei oder vier Wochen

US-Präsident Donald Trump glaubt, dass bereits in wenigen Woche ein wirkungsvoller Coronavirus-Impfstoff bereitstehen werde.

16.09.2020

2 Uhr: Wegen Virus 150 Millionen Kinder zusätzlich verarmt

Die Coronavirus-Pandemie hat dem UN-Kinderhilfswerk Unicef zufolge 150 Millionen Kinder zusätzlich in die Armut gestürzt. Seit Ausbruch der Pandemie sei die Zahl der in Ländern mit geringen oder mittleren Durchschnittseinkommen in Armut lebenden Kinder um 15 Prozent auf etwa 1,2 Milliarden gestiegen, heisst es in einem Bericht von Unicef und der Hilfsorganisation Save the Children, der am Donnerstag veröffentlicht wurde. Für den Bericht seien Daten unter anderem zu Bildung, Gesundheitssystemen oder Ernährung aus mehr als 70 Ländern ausgewertet worden.

«Covid-19 und die Lockdown-Massnahmen zur Verhinderung der Ausbreitung haben Millionen Kinder tiefer in die Armut gestürzt», sagte Unicef-Chefin Henrietta Fore. «Familien, die gerade dabei waren, der Armut zu entkommen, sind wieder hineingezogen worden, während andere mit nie gesehenen Entbehrungen umgehen müssen. Am besorgniserregendsten ist, dass wir näher am Anfang der Krise als an ihrem Ende sind.» Die Organisationen riefen die Regierungen der Welt auf, das Problem mit hoher Priorität anzugehen.

1.08 Uhr: Dow rettet kleines Plus ins Ziel – Fed enttäuscht

Die Aussicht auf eine Fortsetzung der Nullzins-Politik in den USA bis 2023 hat die Anleger an der Wall Street am Mittwoch nur kurz erfreut. Nachdem der US-Leitindex Dow Jones Industrial zunächst um mehr als 1 Prozent in die Höhe kletterte, schmolzen die Gewinne bis zum Handelsende fast vollständig dahin.

Anleger hatten bereits damit gerechnet, dass die US-Notenbank Fed ihren Leitzins angesichts der Coronakrise über Jahre hinweg an der Nulllinie belassen will. Zudem habe Notenbankchef Jerome Powell nach Bekanntgabe der geldpolitischen Entscheidungen keine positiven Überraschungen geliefert und so für Enttäuschung gesorgt, sagte Edward Moya, Marktanalyst beim Handelshaus Oanda.

Der Dow schloss lediglich 0,13 Prozent höher bei 28 032,38 Punkten. Der marktbreite S&P 500 aber rutschte ins Minus und verlor 0,46 Prozent auf 3385,49 Punkte. Für den technologielastigen Nasdaq 100 ging es um 1,67 Prozent auf 11 247,60 Punkte nach unten.

0.10 Uhr: Tschechien schränkt Veranstaltungen ein

Wegen steigender Coronazahlen hat Tschechien strengere Regeln verhängt. Gaststätten, Cafés, Bars, Nachtklubs und ähnliche Einrichtungen dürfen nur noch so viele Menschen einlassen wie sie Sitzplätze haben. Das gab das Gesundheitsministerium in Prag am Mittwochabend bekannt. Bei Veranstaltungen in Innenräumen mit mehr als zehn Leuten muss jedem Besucher künftig ein Sitzplatz zugeordnet sein. Dadurch solle eine «gewisse Distanz» geschaffen werden, hiess es. Ausnahmen gelten für Ausstellungen und Messen.

Zuvor hatte die Zahl der täglichen Neuinfektionen in Tschechien einen Rekordwert erreicht. Am Dienstag kamen 1'675 weitere Fälle hinzu – so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Bisher starben in dem EU-Land 481 Menschen in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung.

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