SVP-Initiative ohne grosse Chance – Ausgang beim Jagdgesetz offen

SDA

16.9.2020 - 06:05

Die SVP Nationalräte Mauro Tuena, SVP-ZH, Erich Hess, SVP-BE, und Thomas Matter, SVP-ZH, (v.l.n.r.) stehen am 15. September 2020 auf dem Bahnhofsplatz in Bern vor einer Anzeigetafel, die für die Begrenzungsinitiative wirbt. 
Bild: Keystone/Peter Klaunzer

Ein klares Nein zur Begrenzungsinitiative, Ja zu Vaterschaftsurlaub und Kampfjets – das sagt eine Umfrage für den 27. September voraus. Was bei Jagdgesetz und Kinderabzug passiert, ist offen.

In der eidgenössischen Volksabstimmung vom 27. September dürfte die Begrenzungsinitiative deutlich abgelehnt und der Vaterschaftsurlaub klar angenommen werden. Zur Kampfjetbeschaffung zeichnet sich ein Ja ab. Offen ist die Lage beim Jagdgesetz und beim Kinderabzug.

Dies zeigen die Ergebnisse der zweiten Welle der SRG-Trendbefragung und der dritten Welle der «20 Minuten»-/Tamedia-Umfrage. Sie wurden am Mittwochmorgen zeitgleich veröffentlicht.

Gemäss der SRG-Umfrage hätten am 6. September stabile 63 Prozent der teilnahmewilligen Stimmberechtigten «bestimmt» oder «eher» gegen die Begrenzungsinitiative der SVP gestimmt. Ebenfalls stabile 35 Prozent wären dafür gewesen.

Gemäss der «20 Minuten»-/Tamedia Umfrage hätten sich am 10./11. September 65 Prozent gegen die Begrenzungsinitiative ausgesprochen. 33 Prozent hätten ihr zugestimmt. Die Gegnerschaft trägt ihren komfortablen Vorsprung somit in die Schlussphase des Abstimmungskampfes. Die Initiative findet einzig bei SVP-Sympathisanten eine Mehrheit.



Zustimmung steigt von links nach rechts

Die Kampfjet-Vorlage wollen gemäss «20 Minuten»/Tamedia 65 Prozent unterstützen, 34 Prozent wollen dagegen stimmen. Gemäss SRG würden drei Wochen vor der Abstimmung 56 Prozent dafür und 40 Prozent dagegen stimmen. Nur 4 Prozent jener, die abstimmen wollen, sind noch unentschieden.

Frauen sind der Kampfjetbeschaffung skeptischer gegenüber eingestellt als Männer. Bei den Parteien nimmt die Unterstützung von links nach rechts zu.

Für den Vaterschaftsurlaub sprechen sich in der Umfrage von «20 Minuten»/Tamedia über zwei Drittel aus. In der SRG-Umfrage sind 61 Prozent dafür und 35 Prozent dagegen. 4 Prozent sind noch unentschieden.

Die Vorlage findet eine Mehrheit bei den Wählerinnen und Wählern aller Parteien mit Ausnahme der SVP. Die Vorlage bleibt extrem populär bei den jüngeren Altersgruppen, findet aber auch eine Mehrheit bei den über 65-jährigen.



Pattsituation bei Jagd und Kinderabzug

Beim Jagdgesetz mit dem erleichterten Abschuss von Wolf, Biber und Co. sind gemäss «20 Minuten»/Tamedia 49 Prozent gegen und 48 Prozent für die Vorlage. Gemäss SRG sind 46 Prozent auf der Ja-Seite und 48 Prozent auf der Nein-Seite. Damit ist eine Pattsituation entstanden. 6 Prozent der Stimmbürger mit fester Teilnahmeabsicht an der Abstimmung sind noch unschlüssig.

Es zeichnet sich ab, dass die noch Unentschlossenen das Zünglein an der Waage sein könnten und die Vorlage auf beide Seiten kippen kann. Die Vorlage findet momentan bei Anhängern von FDP, CVP und SVP eine Mehrheit, und sie ist populärer auf dem Land. Frauen stehen der Vorlage deutlich kritischer als Männer gegenüber.



Eine Pattsituation besteht auch beim Kinderabzug von der Bundessteuer. In der Umfrage von «20 Minuten»/Tamedia wollen ihn 51 Prozent unterstützen und 46 Prozent ablehnen. In der SRG-Umfrage sind 52 Prozent dagegen und nur noch 43 Prozent dafür.

Es scheint als hätten sich zuvor Unentschlossene nun in das Nein-Lager bewegt. Es finden sich Mehrheiten bei den Anhängern aller Parteien mit Ausnahme von SP, Grünen und SVP – wobei letztere auch noch kippen könnten. Männer unterstützen die Vorlage deutlich stärker.

18'000 und 20'000 Personen befragt

Die zweite Welle der SRG-Trendbefragung führte das Forschungsinstitut gfs.bern zwischen dem 2. und dem 10. September durch. Befragt wurden 17'909 Stimmberechtigte. Der statistische Fehlerbereich beträgt 2,7 Prozentpunkte.

Die «20 Minuten»-/Tamedia-Abstimmungsumfragen wurde in Zusammenarbeit mit der LeeWas GmbH am 10. und 11. September durchgeführt. Befragt wurden 20’310 Stimmberechtigte. Der Stichproben-Fehlerbereich beträgt 1,2 Prozentpunkte.

Auch «Bluewin» liess bereits den Puls des Volkes spüren: Hier können Sie nachlesen, welche der fünf Abstimmungsvorlagen bei den «Bluewin»-Leserinnen und -Lesern durchfallen – und welche nicht.

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