Wer Geschenke im Netz kauft, sollte besser heute als morgen bestellen

tafu/SDA

16.11.2020

Die Post wird in den kommenden Wochen wesentlich mehr zu tun bekommen: Onlinehändler prognostizieren eine Paketflut.
Bild: Keystone

Vorweihnachtszeit, Black Friday und obendrein Corona: Schweizer Onlinehändler rechnen mit einem massiven Anstieg der Bestellungen in den kommenden Wochen. Die Devise lautet: Ordern Sie rechtzeitig. 

In nicht einmal mehr sechs Wochen ist Weihnachten – wer nun denkt, «das ist ja noch lang» und es sei noch genug Zeit, sich um Geschenke für seine Lieben zu kümmern, der irrt. Zumindest, wenn besagte Gaben im Internet bestellt werden sollen.

Denn zusätzlich zum sowieso schon erhöhten Bestellaufkommen, das jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit und um den Black Friday Ende November zu erwarten ist, verzichten nun auch mehr Menschen aufgrund der Coronakrise auf den Einkauf in Geschäften und bestellen online. «Im Gegensatz zu 2019 will die grosse Mehrheit am Black Friday 2020 online shoppen», erklärt Tamara Haag, Gründerin der Schnäppchen-Plattform Blackfridayschweiz.ch in einer Mitteilung vom Montag. Ähnlich wird es wohl auch zu Weihnachten.



Dass dies massive Auswirkungen hat, wurde bereits im Lockdown im Frühling deutlich: Onlinehändler in der Schweiz verzeichneten einen enorm grossen Ansturm, die Folge waren teils massive Lieferverzögerungen. Damit es dazu nicht mehr oder zumindest in geringerem Ausmasse kommt, haben Onlinehändler nun vorgesorgt und rüsten auf, berichtet SRF.

So rechne man beim grössten Onlinehändler der Schweiz, Digitec Galaxus, bis Weihnachten mit bis zu 50 Prozent mehr Bestellungen als im Vorjahr. Man habe bereits die Anzahl der Mitarbeiter in den Logistikzentren auf fast 900 verdoppelt, erklärte Mediensprecherin Norina Brun gegenüber dem Konsumentenmagazin «Espresso».

Rechtzeitig bestellen

Beim Handelsverband.swiss, dem Verband der Onlinehändler, empfiehlt man daher, Geschenke so früh wie möglich zu bestellen, um sie rechtzeitig zum Fest geliefert zu bekommen, und eine Zeitreserve von mindestens einer Woche einzuplanen. Zwar sei die Steigerung des Umsatzes stark von der Coronasituation abhängig, doch trotzdem gehe man von einem Plus von 80 Prozent aus.

Auch die Post bestätigte bereits Anfang November einen Anstieg der Paketmengen. Man verzeichne seit Oktober 24 Prozent mehr Pakete als im Vorjahr, 15 Prozent davon seien dem Coronaeffekt zuzuschreiben. Bereits seit dem Sommer habe man deshalb mit der Planung begonnen, um der steigenden Paketflut Herr zu werden. So erhöhte man unter anderem die Personalressourcen in den Paketzentren und in der Postzustellung für die kommenden Wochen um bis zu 30 Prozent. Täglich seien zudem bis zu 400 zusätzliche Zustelltouren mit rund 300 zugemieteten Lieferwagen vorgesehen.

Verlässliche Liefertermine sind entscheidend

Was Lieferfristen angehe, seien vor allem Zulieferer aus Fernost ein schwer zu berechnender Faktor. «Wegen coronabedingter Ausfälle bei Zulieferern aus Fernost können nicht in allen Sortimenten verlässliche Liefertermine angegeben werden» , erklärt Daniel Rei, Mediensprecher von Brack.ch.

Um den Kunden einigermassen verlässliche Angaben zu den Lieferfristen zur Verfügung stellen zu können, werden diese bei den Onlinehändlern laufend aktualisiert. Das sei besonders wichtig, um den Kunden auch in Zukunft ein zuverlässiges Einkaufserlebnis zu bieten.



Die Lieferzeit sei abhängig davon, ob der jeweilige Artikel von einem externen Lieferanten komme oder im eigenen Lager vorhanden sei. «Wenn wir einen Artikel in unserem eigenen Lager haben, dann können wir diesen fast immer am nächsten Tag liefern», erklärt Norina Brun von Digitec Galaxus. Korrekte Lieferfristen «erhöhen das Vertrauen der Kunden in einen Shop», so auch der Handelsverband.swiss. «Falsche Lieferversprechungen führen zu Enttäuschungen.»

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