Kein Denkzettel für SVP-Bundesrat Parmelin wird klar als Bundespräsident gewählt – Cassis mit tiefem Resultat Vize

Dominik Müller

10.12.2025

Übernimmt im kommenden Jahr das Bundespräsidium: Guy Parmelin.
Übernimmt im kommenden Jahr das Bundespräsidium: Guy Parmelin.
Archivbild: Keystone

Der Schweizer Bundespräsident 2026 heisst Guy Parmelin. Der SVP-Präsident ist am Mittwoch von der Vereinigten Bundesversammlung in das Amt gewählt worden.

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Keystone-SDA, Dominik Müller

SVP-Bundesrat Guy Parmelin hat einen Höhepunkt seiner Karriere erreicht. Die Vereinigte Bundesversammlung hat ihn am Mittwoch wie erwartet zum Bundespräsidenten für das kommende Jahr gewählt.

Mit 203 von 210 gültigen Stimmen hat der 66-Jährige ein Glanzresultat erreicht. 5 Stimmen waren ungültig, 13 leer. 7 Parlamentsmitlieder stimmten für eine andere Person als Parmelin.

Parmelin wird das Amt von Finanzministerin Karin Keller-Sutter übernehmen und bereits das zweite Mal Bundespräsident sein. Die Wahl gilt zwar als Formsache, doch wird sie ab und zu als Gelegenheit benutzt, Bundesratsmitgliedern mit der Verweigerung der Stimme einen Denkzettel zu verpassen.

Vor seinem ersten Präsidialjahr 2021 hatte der 66-jährige SVP-Politiker 188 Stimmen erhalten. Bei seiner Wahl zum Vizepräsidenten vor einem Jahr stimmten 196 Mitglieder der Vereinigten Bundesversammlung für ihn.

In diesem Jahrtausend erhielten Bundespräsidentinnen und -präsidenten im Durchschnitt 172 Stimmen vom Parlament. Die Bestgewählten in diesen vergangenen 25 Jahren waren Ueli Maurer mit 201 Stimmen im Jahr 2019, Pascal Couchepin mit 197 Stimmen im Jahr 2008 und Johann Schneider-Ammann mit 196 Stimmen im Jahr 2016.

Das schlechteste Resultat der vergangenen Jahrzehnte machte 2011 Micheline Calmy-Rey mit 106 Stimmen. Ebenfalls deutlich unterdurchschnittlich war 2023 das Resultat Alain Bersets. Er kam damals auf 140 Stimmen.

Cassis wird Vizepräsident – mit eher tiefem Resultat

Vizepräsident wird FDP-Bundesrat und Aussenminister Ignazio Cassis. Das Parlament hat den Tessiner mit 144 von 190 gültigen Stimmen gewählt. 22 Mitglieder gaben ihre Stimme Bundesrat Albert Rösti. 24 weitere Stimmen gingen an verschiedene Personen.

Cassis' Resultat ist eher tief im Vergleich mit den Resultaten für Vizepräsidentinnen und -präsidenten der Landesregierung. Deren Resultate lagen in den vergangenen 25 Jahren zwischen 122 und 207 Stimmen. Bei seiner ersten Wahl ins Bundesrats-Vizepräsidium für 2021 hatte Cassis 162 Stimmen erhalten.

Wie für den zum neuen Bundespräsidenten gewählten Bundesrat Guy Parmelin ist es auch für den 64-jährigen ausgebildeten Mediziner Cassis das zweite Mal, dass er ins Präsidium des Bundesrates aufrückt. Cassis war 2022 schon einmal Bundespräsident. 2027 dürfte er dieses Amt zum zweiten Mal innehaben.

«Sein Land zu lieben bedeutet, das Beste für es zu wollen»

Eine grosse Stärke der Schweiz ist ihre Vielfalt. Das sagte der für das kommende Jahr gewählte Bundespräsident Guy Parmelin in seiner Antrittsrede.

«Seinem Land, Kanton oder seiner Gemeinde zu dienen sei eine edle Aufgabe, anspruchsvoll, aber absolut lohnend, wenn das Ziel das Gemeinwohl ist», sagte Parmelin zu Beginn seiner Rede. Das gelte umso mehr in einem so eng verbundenen Land wie der Schweiz.

«Ihr zu dienen bedeutet anzuerkennen, dass wir ein reiches Erbe erhalten haben, das sich insbesondere aus Werten zusammensetzt, deren Erben, vor allem aber deren Hüter wir sind», sagte der Waadtländer. Jede Entscheidung habe allgemeine Auswirkungen und konkrete Folgen für den Alltag aller Mitglieder dieser Gesellschaft.

«Sein Land zu lieben bedeutet, das Beste für es zu wollen, nicht aus Überheblichkeit, sondern mit dem Bestreben, es zu einem gerechteren, offeneren, menschlicheren und wohlhabenderen Ort zu machen», so der 66-Jährige. Für den SVP-Politiker sei es ein Ansporn, seinen Beitrag zum Aufbau einer besseren Zukunft zu leisten.