Massnahmen werden geprüft

Parmelin befürchtet soziale Spannungen wegen Wohnungsmangel

sda/toko

22.1.2023 - 14:48

Bundesrat Guy Parmelin füchtet soziale Spannungen wegen der Wohnungsknappheit. 
Bundesrat Guy Parmelin füchtet soziale Spannungen wegen der Wohnungsknappheit. 
KEYSTONE/PETER SCHNEIDER (Archivbild)

Bundesrat Guy Parmelin prüft Massnahmen gegen den grassierenden Wohnungsmangel in der Schweiz. Dieser schade der Wirtschaft und könne zu sozialen Spannungen führen, befürchtet der Wirtschaftminister.

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22.1.2023 - 14:48

Wirtschaftsminister Guy Parmelin prüft Massnahmen gegen eine drohende Wohnungsknappheit. Er schätzt den jährlichen Bedarf an neuen Wohnungen auf rund 50'000. Ansetzen will er bei den Rahmenbedingungen. Dies berichtet die «Sonntagszeitung» (kostenpflichtiger Inhalt). Das Eidgenössische Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung bestätigte den Bericht.

Ein ungenügendes Wohnungsangebot könne die Wirtschaftsentwicklung einschränken, sagte demnach Parmelin: «Auch sind sozialpolitische Spannungen möglich, wenn Mieten steigen und Menschen mit bescheidenen Einkommen keine Wohnung mehr finden.»

Bei der Wohnraumversorgung sei in erster Linie die Wirtschaft gefordert, so Parmelin. Aber vielleicht müsse man Wege finden, um die Rahmenbedingungen zu verbessern. Denn die Behandlungsfristen von Baugesuchen hätten sich sich in den vergangenen 20 Jahren von 90 auf 150 Tage verlängert. Er prüfe mit dem Bundesamt für Wohnungswesen mögliche Massnahmen.

Immer mehr Menschen leben allein

Als Hauptgründe für die steigende Nachfrage bezeichnete Parmelin gegenüber der «Sonntagszeitung» die Zuwanderung sowie den Umstand, dass durchschnittlich immer weniger Personen in einem gemeinsamen Haushalt lebten. «Auf der Nachfrageseite können wir davon ausgehen, dass pro Jahr rund 50’000 neue Haushalte entstehen.»

Beide Faktoren wirken gemäss dem Wirtschaftsminister ähnlich stark – in den letzten Jahren sei der Einfluss der Haushaltsverkleinerungen teils sogar noch grösser gewesen als jener der Zuwanderung.

Bedarf eventuell noch höher

Die Nettozuwanderung werde für das vergangene Jahr wohl gut 80'000 Personen betragen, schätzte Parmelin. Nicht eingerechnet seien dabei Personen mit einem Flüchtlingsstatus, etwa die rund 70'000 Menschen, die 2022 wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine in die Schweiz flohen.

Mit Massnahmen will Parmelin nach eigener Aussage das Wohnangebot erhöhen und dafür sorgen, dass genügend preisgünstiger Wohnraum geschaffen wird. Zudem müssten die Bedürfnisse der Gesellschaft, speziell jene älterer Menschen, berücksichtigt werden.

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