Kein Deal in DavosParmelin will am WEF Trump treffen, aber nicht über Zölle verhandeln
Noemi Hüsser
28.12.2025
Wirtschaftsminister Guy Parmelin wird 2026 zum zweiten Mal Bundespräsident.
sda
Bundesrat Guy Parmelin steht vor seinem zweiten Jahr als Bundespräsident. Neben globalen Fragen beschäftigt ihn auch ein ganz persönliches Archiv: 600 Blumenfotos auf seinem Handy.
Wirtschaftsminister Guy Parmelin plant beim WEF ein Gespräch mit US-Präsident Trump, betont jedoch, dass keine offiziellen Verhandlungen stattfinden werden.
Er warnt vor globalem Protektionismus und einer schwächelnden Wirtschaft in Nachbarländern, was auch Auswirkungen auf die Schweiz habe.
Eine neue Arbeitsgruppe soll den Pharmastandort Schweiz stärken, ohne die Gesundheitskosten zu erhöhen – ein Balanceakt, den Parmelin als äusserst schwierig bezeichnet.
Wirtschaftsminister Guy Parmelin rechnet damit, am World Economic Forum (WEF) in Davos mit US-Präsident Donald Trump zu sprechen. «Aber es wird in Davos keine Verhandlungen zwischen den USA und der Schweiz geben», sagte der SVP-Bundesrat in Interviews mit der «SonntagsZeitung». Die Schweiz könne jedoch signalisieren, «dass wir für den nächsten Schritt bereit sind, nämlich ein verbindliches Abkommen über die Zölle».
Parmelin wird 2026 zum zweiten Mal das Amt des Bundespräsidenten übernehmen. Vor seinem Präsidialjahr bereitet ihm vor allem die geopolitische und wirtschaftliche Lage Sorgen. Er warnt vor einer Rückkehr zu Blockpolitik und Protektionismus. «Die Wirtschaft unserer Nachbarn läuft schleppend, und das nicht nur wegen zusätzlicher US-Zölle. Das hat Auswirkungen auf uns, ob wir wollen oder nicht», sagte der Waadtländer Wirtschaftsminister.
«Das gleicht der Quadratur des Kreises»
Ein sensibles Thema bleibt der Pharmastandort Schweiz. US-Präsident Trump hatte zuletzt erklärt, andere Länder müssten mehr für Medikamente bezahlen. Parmelin betonte, diese Aussagen stünden nicht in direktem Zusammenhang mit der Absichtserklärung, welche die Schweiz im November mit den USA unterzeichnet habe. Für Pharma-Produkte gelte derzeit ein Zollsatz von null Prozent.
Um die Rahmenbedingungen für die Branche zu verbessern, haben Parmelin und Gesundheitsministerin Elisabeth Baume-Schneider eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die ihre Arbeit in Kürze aufnehmen soll. Ziel sei es, den Pharmastandort zu stärken, ohne die Gesundheitskosten weiter ansteigen zu lassen. «Das gleicht der Quadratur des Kreises», räumte Parmelin ein.
600 Bilder von Blumensträussen
Laut der «SonntagsZeitung» hat Parmelin übrigens fast 600 Fotos von Blumensträussen aus dem Bundesratssaal auf seinem Handy. Parmelin erzählte im Interview, er fotografiere die Bouquets seit neun Jahren. Er habe damit begonnen, weil er sie «so wunderschön» finde und um «die Arbeit» der Floristinnen und Floristen zu ehren. Der Wirtschaftsminister wisse noch nicht, was er mit den Bildern machen werde. Denkbar sei «vielleicht ein Fotobuch».