Bundesrat beschliesst Impfoffensive +++ 1048 Neuinfektionen

Agenturen/red

13.10.2021

Mit der Finanzierung von zusätzlichen Impfbussen, einer nationalen Impfwoche und individuellen Gesprächen mit Skeptikern will der Bundesrat die tiefe Impfquote erhöhen. Unterdessen meldet das BAG 1048 Neuinfektionen. Die Ereignisse des Tages im Überblick.

Agenturen/red

13.10.2021

Mit der Finanzierung von zusätzlichen Impfbussen, einer nationalen Impfwoche und individuellen Gesprächen mit Skeptikern will der Bundesrat die tiefe Impfquote erhöhen. Die Impfung bleibe das beste Mittel für den Ausstieg aus der Krise, begründet er seinen Entscheid.

Gesundheitsminister Alain Berset machte es am Mittwoch vor den Medien in Bern klar: «Der Bundesrat kann die Krise alleine nicht beenden.» Es brauche die Solidarität von allen.

Die Solidarität des Bundes mit den Kantonen zeigt sich vor allem in deren Portemonnaie. Die Landesregierung beschloss, den Kantonen für die neue Impfoffensive maximal 96,2 Millionen Franken zur Verfügung zu stellen.

Der ursprünglich geplante 50-Franken-Gutschein für Impf-Überzeuger wird nicht weiterverfolgt. Zahlreiche Kantone lehnten die Idee in der Konsultation ab. Berset gestand ein, dass diese Massnahme sehr unkonventionell gewesen sei. Überrascht worden über deren Ablehnung sei er deshalb nicht.

Pflegefachfrau Barbara Kuhn, rechts, spritzt Angela Baumann den Impfstoff Janssen von Johnson & Johnson, am Montag, 11. Oktober 2021, in Thun. Der sogenannte Vektor Impfstoff Covid-19 Vaccine Janssen gilt als Alternative zu den mRNA Impfstoffen. (KEYSTONE/Peter Schneider)
Der Bundesrat hat eine Impf-Offensive beschlossen.
KEYSTONE/Peter Schneider (Symbolbild)

«Marathon endlich beenden»

Ohne Gutscheine besteht die nun vom Bundesrat beschlossene Impfoffensive aus drei Pfeilern: aus einer nationalen Impfwoche vom 8. bis 14. November, aus einer Aufstockung von mobilen Beratungs- und Impfstellen für einen niederschwelligen Zugang zur Impfung und aus einem neuen Beratungsangebot mit geschulten Personen für individuelle Gespräche.

Dadurch sollen Unentschlossene während mehrerer Wochen informiert und zu einem individuellen und möglichst einem positiven Impfentscheid bewegt werden, wie der Bundesrat schreibt. Ein Wundermittel sei die Strategie nicht, aber: «Wir haben die Möglichkeit, den Marathon nun endlich zu beenden.»

Für eine Aufhebung der Schutzmassnahmen sei die Impfquote in der Schweiz noch zu tief. «Wir müssen in allen Alterskategorien Fortschritte machen», gab Berset zu bedenken. In keiner Kategorie seien die Zahlen zufriedenstellend.

Laut dem Gesundheitsminister könnten die Corona-Massnahmen wohl aufgehoben werden, wenn sich noch rund eine Million Menschen in der Schweiz für eine Impfung entscheiden würden. «Dann wären wir auf einem ähnlichen Niveau wie einige Nachbarländer.» Darauf behaften lassen wollte sich Berset aber nicht. «Wir versuchen, Tag für Tag und Woche für Woche zu nehmen.»

«Es muss machbar sein»

Die Kantone zeigten sich in den vergangenen Tagen bereit, die Impfanstrengungen noch einmal zu intensivieren. Sie wiesen den Bund jedoch am Mittwoch wiederholt darauf hin, dass ihnen die Fachkräfte fehlen. Dieser Mangel lasse sich mit finanzieller Unterstützung durch den Bund nicht einfach beheben, hiess es verschiedentlich.

Die Impfung und die Gesundheitsversorgung sei Aufgabe der Kantone, konterte Berset. Es könne nicht sein, dass der Bund die Kantone mit dem nötigen Personal versorgen müsse. Es sei ihm aber bewusst, dass das Personal eine Herausforderung sei. Kurzfristig könne die Bewältigung der Offensive kompliziert sein. «Aber es muss machbar sein.»

Gleichzeitig zeigte sich Berset etwas ratlos zur verbreiteten Impfskepsis in der Bevölkerung. Für den Bundesrat sei ein Impf-Obligatorium aber nie ein Thema gewesen und werde es auch künftig nicht sein.

Offener zeigte sich Berset bei der Frage, ob die ausgeweitete Zertifikatspflicht noch verhältnismässig sei. «Wir werden diesen Punkt im Bundesrat diskutieren.» Die Lage habe sich zuletzt stark verbessert.

Aktuell gebe es aber noch viele Unsicherheiten, welche die epidemiologische Lage wieder verschlechtern könnten. Man müsse etwa auch Faktoren wie den Wintereinbruch und Ferienrückkehrende miteinbeziehen. «Wir müssen vorsichtig bleiben», sagte Berset.

1048 Neuinfektionen

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit BAG am Mittwoch 1048 neue Coronavirus-Ansteckungen bei 25'127 Tests gemeldet worden. Gleichzeitig registrierte das BAG elf neue Todesfälle und 36 Spitaleinweisungen.

Vor einer Woche waren innerhalb von 24 Stunden 1091 neue Coronavirus-Ansteckungen gemeldet worden. Zudem gab es sechs neue Todesfälle und 38 Spitaleintritte.


Die Ereignisse des Tages im Überblick:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Niederlande steht vor einer neuen Coronawelle.
  • Das BAG meldet 1048 Neuinfektionen bei 25'127 Tests. Elf Personen starben an Covid-19, 36 mussten hospitalisiert werden.
  • Der Bundesrat trifft sich heute in Luzern zu einer Sitzung, bei der über weitere Massnahmen im Kampf gegen die Pandemie entschieden wird.
  • Die Regierung ist einem Medienbericht zufolge von ihrer Idee abgerückt, Personen mit einem 50-Franken-Gutschein zu belohnen, wenn sie jemanden zur Impfung bewegen können. 
  • Kremlchef Wladimir Putin hat angesichts immer neuer Rekorde bei Corona-Todesfällen eine effektivere Impfkampagne in Russland angemahnt.
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  • 21.33 Uhr
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  • 20.58 Uhr
    Deutches RKI sieht keine eigenen Fehler bei unvollständigen Impfdaten

    Das Robert Koch-Institut (RKI) in Deutschland weist die Verantwortung für offenbar zu niedrige Werte in der offiziellen Corona-Impfstatistik von sich. «Das RKI kann nur die Impfdaten veröffentlichen, die ihm entsprechend übermittelt worden sind», sagte Präsident Lothar Wieler laut einer Mitteilung.

    Eine zu niedrige Erfassung stelle «keinen Fehler und kein Versäumnis des RKI dar», sondern gehe auf unterbliebene Meldungen einiger impfender Stellen zurück, hiess es. Man sei bei der Ermittlung der Impfquote auf das sogenannte Digitale Impfquotenmonitoring (DIM) angewiesen, schreibt das RKI. Die Anwendung und Zuverlässigkeit dieses Meldesystems liege «ausschliesslich in der Hand der impfenden Stellen (Impfzentren, Impfteams, Krankenhäuser, Arztpraxen, Betriebsärzte)».

    Das RKI hatte vor einer Woche in einem Bericht unter anderem geschrieben, dass unter Erwachsenen vermutlich mehr Menschen geimpft seien, als die offiziellen Daten nahelegen. Darauf weise unter anderem eine Befragung von Bürgern hin. So dürfte die Quote bei einmal und vollständig Geimpften bis zu fünf Prozentpunkte höher sein. Bei Menschen ab 18 Jahre könnten zum Stichtag 5.10. also bereits bis zu 84 Prozent zumindest einmal und bis zu 80 Prozent vollständig geimpft gewesen sein. Nach der Veröffentlichung dieses Berichts hatte es unter anderem Kritik an RKI-Chef Wieler gegeben.

    Der Berliner Virologe Christian Drosten nahm das RKI hingegen in Schutz. Die einseitige Schuldzuweisung ans RKI und Lothar Wieler halte er so nicht für gerechtfertigt, sagte der Experte von der Berliner Charité am Dienstag im Podcast «Coronavirus-Update» bei NDR-Info. Das Thema sei auch nicht neu, das RKI weise schon länger auf die Problematik hin. Letztlich sei die öffentliche Aufregung um die Diskrepanz «komplett umsonst», sagte Drosten. Die Situation habe sich nicht geändert.

  • 19.49 Uhr
    Niederlande vor neuer Corona-Welle — Lage «Besorgnis erregend»

    Die Niederlande befürchten eine neue Coronawelle. Die Zahl der Neuinfektionen stieg in den vergangenen sieben Tagen stark und liegt nun um 62 Prozent höher als in der Vorwoche. Das ist der grösste Anstieg seit Mitte Juli, wie das Institut für Gesundheit und Umwelt RIVM mitteilte. Landesweit wurden 3746 neue Infektionen gemeldet, fast doppelt soviel wie am Mittwoch der Vorwoche.

    Auch die Zahl der Patienten in den Spitälern steigt den Angaben zufolge deutlich. In den Krankenhäusern werden zur Zeit 524 Covid-19-Patienten behandelt, davon 137 auf den Intensivstationen. Im ganzen Land wurde die Alarmstufe nun auf «Besorgnis erregend» erhöht.

    epa09487611 Showing a corona ticket prior to a visit to a cafe in The Hague, The Netherlands, 25 September 2021. Many coronavirus measures are being released in The Netherlands. For example, keeping a distance of 1.5 meters is no longer mandatory, the catering industry can open again with maximum capacity and people must show a corona ticket when visiting catering and events.  EPA/KOEN VAN WEEL
    In den Niederlanden wurden zuletzt Massnahmen aufgehoben. 
    EPA/KOEN VAN WEEL. (Symbolbild)

    Die meisten Infektionen wurden den Behörden zufolge in Grossstädten registriert, aber auch sehr viele in Regionen mit streng gläubigen Protestanten, dem sogenannten «Biblebelt» (Bibelgürtel). Viele orthodoxe Calvinisten lehnen eine Impfung ab.

    Etwa 68 Prozent der rund 17 Millionen Einwohner sind vollständig geimpft, dabei 83 Prozent der Erwachsenen.

  • 19.02 Uhr
    Frankreichs Regierung will umstrittenen Corona-Pass verlängern

    Die französische Regierung will den umstrittenen Gesundheitspass zur Bekämpfung der Corona-Pandemie bis zum Sommer 2022 einsetzen können. Das Kabinett in Paris beriet am Mittwoch über einen entsprechenden Gesetzesvorschlag, welcher der Nachrichtenagentur AFP vorlag. Demnach sollen zudem die Strafen für gefälschte Gesundheitspässe auf bis zu fünf Jahre Haft und 75'000 Euro (rund 80'000 Franken) angehoben werden.

    In Frankreich muss der Gesundheitspass für viele Veranstaltungen und an vielen öffentlichen Orten vorgelegt werden. Er weist eine vollständige Corona-Impfung, eine Genesung von Covid-19 oder einen negativen Corona-Test nach.

    Ursprünglich hatte der Gesundheitspass nur bis zum 15. November eingesetzt werden sollen. Nach dem Gesetzentwurf muss die Regierung dem Parlament bis spätestens Ende Februar 2022 die Gründe für eine Verlängerung des Passes darlegen. Auch die rechtliche Basis für das Verhängen von Ausgangssperren und das Schliessen von Betrieben im Fall eines neuen Aufflammens der Pandemie soll bis zum Sommer gelten.

    «Es geht nicht darum, dass wir den Gesundheitspass bis zum 31. Juli verlängern», betonte Regierungssprecher Gabriel Attal in den Sendern BFMTV und RMC. Die Regierung gebe sich lediglich «die Möglichkeit, ihn einzusetzen». Sobald es möglich sei, werde die Regierung darauf verzichten.

    Aus Protest gegen den Gesundheitspass und weitere Corona-Massnahmen gehen in Frankreich regelmässig Menschen auf die Strasse. Die Zahl der Demonstranten hat in den vergangenen Wochen aber abgenommen. Am vergangenen Samstag waren es noch etwa 40'000.

  • 18.13 Uhr
    Probleme mit britischem Impfzertifikat machen Reisenden zu schaffen

    Wegen vorübergehender Probleme mit dem britischen Online-Impfzertifikat sind Pläne von Reisenden in Grossbritannien durchkreuzt worden. Wie der Nationale Gesundheitsdienst NHS per Twitter mitteilte, waren die Online-Zertifikate per App und Webseite zeitweise nicht erreichbar.

    Die Nachrichtenagentur PA meldete, Reisende seien teilweise am Flughafen von den Fluggesellschaften abgewiesen worden, weil sie nicht in der Lage gewesen seien, ihren Impfstatus vorzuweisen. Später waren die Zertifikate wieder abrufbar, wie der NHS mitteilte.

  • 17.45 Uhr
    Nationale Impfoffensive einhellig begrüsst

    Die Impfoffensive des Bundes mit der nationalen Impfwoche im November stösst einhellig auf Zustimmung. Wirtschaft und FDP bemängeln aber, dass sie spät kommt. Den Verzicht auf die Belohnung für Impf-Motivatorinnen und -Motivatoren findet die Politik folgerichtig.

    Das hält die Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK) in ihrer Stellungnahme fest. Gutscheine hätten ein falsches Signal ausgesendet. FDP und Mitte schliessen sich dem an.

    Die GDK begrüsst die Offensive, gibt aber zu bedenken, dass sie personell an die Grenzen stossen kann. Bei der Durchführung dürften sich die Kantone deshalb auf Organisationen stützen müssen. Zudem verweist die Konferenz auf die bereits unternommenen grossen Anstrengungen mit mobilen Informations- und Impfequipen.

    Seitens der Parteien begrüssen FDP, Mitte und Grüne die Impfoffensive. Der Grünen-Präsident Balthasar Glättli twitterte, wichtig sei das Impfziel und die damit klare Ausstiegs-Perspektive aus den Massnahmen.

    Der Schweizerische Gewerbeverband (SGV) bezeichnet die Impfoffensive des Bundes und die Tests als integrale Bestandteile des im Covid-Gesetz festgelegten gezielten Schutzes in der Pandemie. Der Bundesrat versäume es aber, ein verbindliches Ausstiegsszenario zu definierten, kritisiert der SGV und wiederholt damit seine bereits in der Konsultation geäusserte Forderung.

    Der Wirtschaftsdachverband Economiesuisse stösst ins gleiche Horn: Der Bundesrat müsse eine konkrete Impfquote definieren und nach deren Erreichung alle Einschränkungen aufheben. Das brauche es, damit ein kollektiver Motivationsschub durchs Land gehe. Auch der Schweizerische Arbeitgeberverband vermisst verbindliche Zielwerte.

    Die Corona-Impfungen bescheren reichen Ländern ein Wachstum. Arme Länder sind die Verlierer.
    Die Impfoffensive des Bundes stösst auf Zustimmung (Symbolbild).
    Bernd Weißbrod/dpa
  • 16.44 Uhr
    Gewerbeverband fordert verbindlichen Fahrplan für Normalisierung

    Der Schweizerische Gewerbeverband (SGV) bezeichnet die Impfoffensive des Bundes und die Tests als integrale Bestandteile des im Covid-Gesetz festgelegten gezielten Schutzes in der Pandemie. Er begrüsst deshalb jeden Schritt zur Stärkung eines dieser Bestandteile. Die Massnahmen hätten nur ein Ziel: Die Normalisierung.

    Der Bundesrat versäume es aber, ein verbindliches Ausstiegsszenario zu definierten, kritisiert der SGV in einem Communiqué und wiederholt damit seine bereits in der Konsultation geäusserte Forderung. Alle Massnahmen, die über den gezielten Schutz hinausgingen, müssten nach einem definierten Fahrplan abgebaut werden.

  • 16 Uhr 
    Neue Corona-Regeln stellen italienischen Güterverkehr vor Probleme 

    In Italien wächst vor der geplanten Ausweitung des Corona-Passes auf die Arbeitswelt ab Freitag die Sorge vor Konsequenzen für die Wirtschaft. Vor allem Beschäftigte im Güterverkehr könnten dabei zum Problem werden. Medienberichten zufolge drohten die Arbeiter im wichtigen Hafen der norditalienischen Stadt Triest mit einer Blockade, sollte die Regierung in Rom nicht die Nachweispflicht für Corona-Impfung, Genesung oder einen negativen Test fallen lassen.

    Massimiliano Fedriga, der Präsident der Region Friaul-Julisch Venetien, in der Triest liegt, warnte vor einem enormen Schaden für die Wirtschaft und ganz Italien, wie die Nachrichtenagentur Ansa am Mittwoch berichtete.

    Ab dem 15. Oktober müssen Arbeitnehmer den sogenannten Grünen Pass vorzeigen, wenn Sie zur Arbeit kommen. Die Regelung sorgte bereits für landesweite Proteste und Ausschreitungen. In Italien hatten bis Mittwoch rund 85 Prozent der Menschen über zwölf Jahren zumindest die eine Impfdosis gegen Covid-19 erhalten.

    Die Logistik-Branche warnte vor Lieferproblemen und leeren Verkaufsregalen. Viele Fahrer seien aus dem Ausland und hätten den «Grünen Pass» nicht, weil sie nicht geimpft seien oder die Impfung aus ihren Heimatländern nicht anerkannt würden, hiess es vom Verband Fiap.

    epa09514974 Protesters attend during a protest against the Green Pass in Popolo square, Rome, Italy, 09 October 2021. The government on 08 October gave green light for indoor night clubs to reopen at 50 percent capacity from 11 October and for cultural venues to reopen at full capacity. Clubbers will have to have the Green Pass vaccine passport to enter the establishments, which are only allowed to open if they are in a low COVID risk white zones. EPA/GIUSEPPE LAMI
    In Rom demonstrieren Menschen am 9. Oktober 2021 gegen die Ausweitung des Corona-Passes im Land. (Archiv)
    Bild: Keystone
  • 14.45 Uhr 
    Russland bricht erneut Tagesrekord an Covid-Sterbefällen

    Russland hat am Mittwoch erneut einen Rekord der täglichen Sterbefälle in Verbindung mit Corona gemeldet. Die russische Corona-Arbeitsgruppe teilte mit, dass es 984 Todesopfer in den vergangenen 24 Stunden gegeben habe und 28 717 bestätigte Neuinfektionen. Auch diese Zahl ist gestiegen und nähert sich einem Höchststand bei den täglichen Neuinfektionen.

    In den vergangenen Wochen hatte Russland wiederholt Tagesrekorde mit tödlich verlaufenen Infektionen gemeldet. Gleichzeitig ist die Impfquote niedrig.

    Der Kreml hat die zunehmende Ansteckung und die steigenden Todesfälle auf das schleppende Impftempo zurückgeführt. Der russische Ministerpräsident Michail Mischustin sagte am Dienstag, rund 43 Millionen der fast 146 Einwohner Russlands, seien vollständig geimpft, das sind 29 Prozent. Experten führen das langsame Impftempo auf weit verbreiteten Skeptizismus und Falschinformationen über Coronaimpfstoffe zurück.

    Medical workers carry a patient suspected of having coronavirus on a stretcher at a hospital in Kommunarka, outside Moscow, Russia, Tuesday, Oct. 12, 2021. Russia hit another record of daily coronavirus deaths Tuesday as the country struggled with a rapid surge of infections and lagging vaccination rates, but authorities have been adamant that there would be no new national lockdown. (AP Photo/Alexander Zemlianichenko)
    Bei Moskau wird ein Covid-Patient am 12. Oktober 2021 ins Spital gebracht: Russland verzeichnet erneut einen Höchstwert bei den Corona-Toten. 
    Bild: Keystone
  • 13.30 Uhr
    Das BAG meldet 1048 neue Fälle und 11 Tote

    In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit BAG am Mittwoch 1048 neue Coronavirus-Ansteckungen bei 25'127 Tests gemeldet worden. Gleichzeitig registrierte das BAG elf neue Todesfälle und 36 Spitaleinweisungen.

    Vor einer Woche waren innerhalb von 24 Stunden 1091 neue Coronavirus-Ansteckungen gemeldet worden. Zudem gab es sechs neue Todesfälle und 38 Spitaleintritte.

    Auf 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner wurden in den vergangenen zwei Wochen 148,96 laborbestätigte Coronavirus-Infektionen gemeldet. Die Reproduktionszahl R, die angibt, wie viele Personen eine infizierte Person im Durchschnitt ansteckt, lag vor rund zehn Tagen bei 0,89.

    Die Auslastung der Intensivstationen in den Spitälern beträgt zurzeit 73,2 Prozent. 15,7 Prozent der verfügbaren Betten werden von Covid-19-Patienten besetzt.

  • 12.53 Uhr
    Immer weniger Covid-Patienten in Berner Spitälern

    Die Zahl der Covid-Patienten in Berner Spitälern geht weiter zurück. Am Mittwoch waren noch 35 Covid-Kranke hospitalisiert gegenüber 45 vor Wochenfrist. Das geht aus der Statistik hervor, die der Kanton jeweils am Mittwoch aktualisiert. 31 der 35 Betroffenen sind ungeimpft.

    Auf der Intensivstation lagen am Mittwoch noch 13 Covid-Kranke, vier weniger als vor einer Woche. Es handelt sich ausschliesslich um Ungeimpfte. Neun von ihnen wurden künstlich beatmet.

    Pflegepersonal kümmert sich um einen Covid-19-Patienten. (Archivbild)
    Pflegepersonal kümmert sich um einen Covid-19-Patienten. (Archivbild)
    KEYSTONE/ALESSANDRO DELLA VALLE
  • 12 Uhr 
    SVP Basel-Stadt will Heizstrahler wieder zulassen

    Die SVP Basel-Stadt will, dass Gastrobetriebe auch diesen Winter wieder Heizstrahler aufstellen dürfen. Damit könnten Wirte im Aussenbereich Umsätze erzielen, argumentiert die Partei. Sie hat zwei Vorstösse dazu eingereicht.

    Für die SVP sei es «unverständlich», dass die Basler Regierung die Ausnahmebewilligung von Heizstrahlern für Gastrobetriebe wieder rückgängig gemacht habe, schrieb die SVP am Mittwoch in einer Mitteilung. Zudem findet die Partei das Verbot «stossend», weil Gäste ohne Covid-Zertifikat im Innenbereich der Restaurants nicht zugelassen und somit auf den Aussenbereich angewiesen seien.

    Die SVP verlangt nun, dass die Heizstrahler auch diesen Winter in Basel wieder erlaubt werden, zumal auch der Kanton Baselland sie bewillige. Die Partei hat deshalb eine Interpellation an die Basler Regierung eingereicht – auch will sie die Ausnahmeregel via dringlicher Motion im Grossen Rat wieder einführen.

    Wegen der Corona-Pandemie hatte die Basler Regierung das generelle Verbot von Heizstrahlern in einer Sonderregelung für Gastrobetriebe im vergangenen Winter aufgehoben. Diese Ausnahmeregel endete am 30. April 2021.

    Die Basler SVP will die verbotenen Heizstrahler in Restaurants wieder erlauben (Symbolbild).
    Die Basler SVP will die verbotenen Heizstrahler in Restaurants wieder erlauben (Symbolbild).
    Bild: Keystone
  • 11.23 Uhr
    Gensequenzen des Coronavirus werden zentral erfasst

    Neu führt eine Plattform alle in der Schweiz erhobenen Coronavirus-Gensequenzen zusammen. Ziel ist es, die Überwachung der Virusvarianten und die internationale Forschung zu unterstützen.

    Die aus Sequenzierungen gewonnenen Daten seien nur aussagekräftig, wenn sie so rasch als möglich koordiniert und standardisiert vernetzt würden, teilte das Schweizer Institut für Bioinformatik (SIB) am Mittwoch mit. Die Infrastruktur mit dem Namen Swiss Pathogen Surveillance Platform (SPSP) soll dies, nahezu in Echtzeit, garantieren. Auf der Plattform werden die ermittelten Coronavirus-Sequenzen unter anderem mit dem Datum und Ort des PCR-Tests sowie Geschlecht und Alter der getesteten Person gekoppelt.

    Dreimal pro Woche sendet die Plattform die Sars-CoV-2-Informationen an das Bundesamt für Gesundheit (BAG). In Kombination mit anderen Informationen wie Hospitalisierungen und Symptome liesse sich etwa das Profil einer neu auftretenden Mutation bestimmen, hiess es in der Mitteilung.

    Die bisher eingegangenen Sequenzen stammten aus fast allen Kantonen. «Das bedeutet, dass neue Varianten kaum eine Chance haben, unentdeckt zu bleiben», sagte SPSP-Verantwortliche Aitana Lebrand vom SIB.

    Ein Labormitarbeiter bereitet im Functional Genomics Center (FGCZ) der Universitaet und ETH Zuerich SARS-CoV2-Proben zur Genomsequenzierung vor, fotografiert am 15. Juni 2021. Mithilfe sogenannter Genomic Surveillance (Genomueberwachung) koennen die verschiedenen Varianten des Coronavirus und deren Auswirkungen ausfindig gemacht werden. (KEYSTONE/Christian Beutler)
    Ein Labormitarbeiter bereitet im Functional Genomics Center (FGCZ) der Universität und ETH Zürich SARS-CoV2-Proben zur Genomsequenzierung vor. (Archiv)
    Bild: Keystone
  • 9.29 Uhr 
    Fast keine Geimpfte auf deutschen Intensivstationen

    Deutschlands Intensivmedizinern zufolge gibt es auf den Corona-Intensivstationen nahezu keine geimpften Patientinnen und Patienten ohne Vorerkrankung. «Die allermeisten Patienten, die wir behandeln – das wissen wir aus den Gesprächen mit vielen Kollegen grosser deutscher Intensivstationen – sind gar nicht oder nicht vollständig geimpft», sagte Gernot Marx, Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) vom Mittwoch.

    Die Minderheit der Geimpften auf den Intensivstationen bestehe zu grossen Teilen aus älteren Patientinnen und Patienten, deren zweite Impfung schon weit zurückliege. «Diese Menschen leiden in aller Regel zudem unter schweren chronischen Krankheiten», sagte Marx.

    Die Kapazitäten für freie Betten auf den Intensivstationen seien aktuell relativ stabil, teilte der DIVI-Präsident weiter mit. «Im Moment sind wir in einer Plateau-Phase, wir stagnieren bei etwa 1300 Covid-Intensivpatienten.» Die Lage sei «unter Kontrolle». «Wir sind inzwischen handlungsfähig und haben im Schnitt zwei freie Intensivbetten pro Standort», sagte Marx. Von einer Entspannung sei aber keineswegs zu sprechen. Weiterhin sei Covid-19 für die Intensivmedizin eine «grosse Belastung».

    ARCHIV - 20.04.2021, Berlin: Intensivpfleger Rüdiger Piske arbeitet auf der Intensivstation des Krankenhauses Bethel Berlin an einer an Covid-19 erkrankten Patientin. (zu dpa «Freitag Qual der Zahl: Wie wichtig werden Klinikdaten in der Pandemie?») Foto: Kay Nietfeld/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ (KEYSTONE/DPA/Kay Nietfeld)
    Covid-Patient auf einer Intensivstation in Berlin. (Archiv)
    Bild: Keystone
  • 8.07 Uhr 
    Bidens Impfanordnung für Unternehmen rückt näher

    Die Umsetzung einer Impfanordnung für Mitarbeiter von Betrieben mit mehr als 100 Angestellten in den USA rückt näher. Nach Angaben des Arbeitsministeriums erreichte der Entwurf der Notfall-Anordnung am Dienstag das zuständige Büro des Weissen Hauses und sollte dort begutachtet werden. Das Office of Management and Budget hat 90 Tage Zeit, um den Entwurf zu begutachten oder diesen zur erneuten Bearbeitung zurückzugeben. Der Text der Notfall-Anordnung wird erst nach Abschluss des Verfahrens veröffentlicht.

    Aufgrund der Langwierigkeit des Verfahrens hat US-Präsident Joe Biden an Unternehmen appelliert, sich schon vor der Einführung neuer Regeln für Impfmandate starkzumachen.

  • 7.20 Uhr
    USA wollen Landgrenzen im November für vollständig Geimpfte öffnen

    Die USA wollen ihre Landgrenzen im November auch für den vermeidbaren Reiseverkehr öffnen. Es bedeutet das Ende einer 19-monatigen Sperre für alle vermeidbaren und nicht unbedingt nötigen Reisen im Zuge der Corona-Pandemie. Der grenzüberschreitende Verkehr mit Kanada und Mexiko per Auto, Schiene und Fähre war stark eingeschränkt gewesen. Ausnahmen galten etwa für den Handel.

    Die neuen Regeln, die am Mittwoch bekannt gegeben werden sollten, sehen vor, dass vollständig gegen das Coronavirus geimpfte ausländische Staatsangehörige unabhängig vom Grund ihrer Reise ab Anfang November wieder ins Land dürfen, wenn auch Reiseerleichterungen im Luftverkehr in Kraft treten. So verlautete es aus Regierungskreisen.

    Ab Mitte Januar wird dann auch im Falle notwendiger Reisen ein Impfnachweis fällig, etwa bei Lastwagenfahrern, die Waren transportieren.

  • 5.30 Uhr
    Kantonen mangelt es an Fachpersonal für Impf-Offensive

    Der Bundesrat dürfte heute bei seiner Tagung in Luzern grünes Licht für die vor zwei Wochen angekündigte Impf-Offensive geben. Die Kantone zeigen sich bereit, die Anstrengungen noch einmal zu intensivieren, schreiben die Zeitungen von CH Media. Die Kantone hätten jedoch den Bund darauf hingewiesen, dass ihnen die Fachkräfte für eine Impf-Offensive fehlten. Dieser Mangel lasse sich auch mit finanzieller Unterstützung durch den Bund nicht einfach beheben, schreibe die Gesundheitsdirektorenkonferenz.

    Mit Geld allein sei eine solche Kampagne nicht zu stemmen. Auch das Personal müsse geschult sein, weil Vertrauen eine zentrale Rolle spiele, heisst es dem Bericht zufolge aus den Kantonen. Die Landesregierung gerate dadurch in Zugzwang.

    Der Bundesrat will 150 Millionen Franken für die Impfkampagne veranschlagen. 

    Pflegepersonal des Covid-19-Impfbusses des Kantons Zuerich impft Schueler und Schuelerinnen des Gymnasiums Wiedikon (KWI) mit dem Moderna-Impfstoff, am Dienstag, 7. September 2021, in Zuerich. Seit August ist der Impfstoff Spikevax von Moderna fuer Jugendliche ab 12 Jahren durch Swissmedic zugelassen. (KEYSTONE/Gaetan Bally)
    Pflegepersonal des Covid-19-Impfbusses des Kantons Zürich impft am 7. September 2021 Gymnasiast*innen in Wiedikon.
    Bild: Keystone/Gaetan Bally
  • 5 Uhr
    Keine Impfgutscheine für «Impfluencer»

    Eine der vor zwei Wochen vorgeschlagenen Massnahmen, mit denen der Bundesrat die Impfquote in der Schweiz erhöhen will, soll er bereits vor dem heutigen Treffen wieder fallen gelassen haben: die Impfgutscheine. Wer eine ungeimpfte Person zur Impfung bewegen kann, sollte mit einem 50-Franken-Gutschein belohnt werden. Das Thema habe sich angesichts des Widerstands der Kantone allerdings erledigt, schreibt der «Blick» unter Berufung auf mehrere Quellen. 

    Wegen dem Widerstand der Kantone soll der Bundesrat seinen Plan für Impfgutscheine bereits wieder beerdigen. (Symbolbild)
    Bild: Keystone
  • 2.47 Uhr
    Boeing: Impfpflicht für 125'000 Mitarbeitende in USA

    Der amerikanische Flugzeughersteller Boeing führt im Rahmen einer von Präsident Joe Biden erlassenen Anordnung für Auftragnehmer von US-Bundesbehörden eine Impfpflicht ein. «Bis zum 8. Dezember müssen die rund 125'000 US-Mitarbeitenden entweder einen Impfnachweis vorlegen oder infolge einer Behinderung oder einer aufrichtigen religiösen Überzeugung anerkannte, zumutbare Schutzmassnahmen treffen», teilt Boeing mit.

    Auch die amerikanischen Fluggesellschaften American Airlines, Southwest Airlines, JetBlue Airways und Alaska Airlines sowie der Flugzeugteilehersteller Spirit AeroSystems erklären, dass sie sich an die von Biden vorgeschriebene Frist halten werden.

  • 2 Uhr
    Neuer russischer Rekord bei Corona-Toten: Impfaufruf

    Kremlchef Wladimir Putin hat angesichts immer neuer Rekorde bei Corona-Todesfällen eine effektivere Impfkampagne in Russland angemahnt. Eine flächendeckende Immunisierung sei von grosser Wichtigkeit, sagte Putin am Dienstag bei einem Treffen mit neu gewählten russischen Abgeordneten. Diese rief der Präsident auf, die Bevölkerung zu Impfungen zu bewegen.

    Nur 47,8 Millionen russische Staatsbürger, also fast 33 Prozent der 146 Millionen Einwohner, haben mindestens eine Impfdosis erhalten. 42,4 Millionen Menschen, rund 29 Prozent, gelten als vollständig geimpft, wie die Regierung am vergangenen Freitag mitteilte.

    Am Dienstag verzeichnete Russland mit 973 Toten innert 24 Stunden ein neues Hoch bei der Zahl der täglichen Sterbefälle in Verbindung mit Covid-19. Allein in diesem Monat hat das Land wiederholt Tagesrekorde bei tödlich verlaufenen Infektionen gemeldet, auch die tägliche Zahl der Neuinfektionen bewegt sich durchgehend nahe Rekordwerten – allein am Dienstag wurde von 28'190 neuen Ansteckungen berichtet.

    Trotz der rapide steigenden Fallzahlen schliesst der Kreml nach wie vor einen landesweiten Lockdown aus. Die Entscheidungsmacht über verschärfte Massnahmen hat er an Regionalverwaltungen delegiert. Einige russische Gebiete haben nun reagiert und die Teilnehmerzahl bei Grossveranstaltungen beschränkt – und den Eintritt in Theater, Restaurants und andere öffentliche Orte auf Personen, die entweder geimpft, kürzlich von Covid-19 genesen oder in den vorangegangenen 72 Stunden negativ auf das Virus getestet worden sind.