Spitze unter Beschuss «Null Ahnung» – SP-Doyen geht frontal auf eigene Partei los

Sven Ziegler

26.2.2026

Peter Bodenmann ist ehemaliger SP-Präsident. 
Peter Bodenmann ist ehemaliger SP-Präsident. 
KEYSTONE

Der frühere SP-Präsident Peter Bodenmann geht in einer Kolumne scharf mit der eigenen Partei ins Gericht. Besonders das Co-Präsidium um Cédric Wermuth und Mattea Meyer steht im Zentrum seiner Kritik.

Sven Ziegler

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Peter Bodenmann wirft der aktuellen SP-Führung vor, zu moralisieren und wirtschaftspolitische Kernfragen zu vernachlässigen.
  • Er fordert eine aktivere Währungspolitik und eine engere Zusammenarbeit mit dem Werkplatz Schweiz.
  • Besonders hart kritisiert er das Co-Präsidium um Cédric Wermuth und Mattea Meyer.

Ungewöhnlich scharfe Worte aus den eigenen Reihen: Der frühere SP-Präsident Peter Bodenmann hat in einer Kolumne in der «Weltwoche» mit der aktuellen Parteiführung abgerechnet. Dort spricht der 73-Jährige von einer «rosaroten Barbershop-Linken» – und wirft der Spitze vor, den Fokus auf zentrale wirtschaftspolitische Fragen verloren zu haben.

Bodenmann stört sich insbesondere an der Haltung der Partei in der Währungspolitik. Während Industrielle wie Nick Hayek den starken Franken als Gefahr für Arbeitsplätze bezeichneten, bleibe die SP seiner Ansicht nach zu passiv. Früher habe die Linke eng mit dem Werkplatz zusammengearbeitet und strategische Allianzen geschmiedet, schreibt der Walliser Hotelier.

Er fordert, die Schweizerische Nationalbank müsse stärker in die Pflicht genommen werden, um den Franken an den Euro zu binden – ähnlich wie es skandinavische Länder handhaben. Stattdessen verliere sich die heutige Führung in moralischen Debatten, so sein Vorwurf.

Auch Parteispitze im Visier

In seiner Kritik nimmt Bodenmann mehrere SP-Politiker ins Visier. Dem Zürcher Nationalrat Fabian Molina wirft er vor, sich ideologisch gegen China zu positionieren und dabei wirtschaftliche Realitäten auszublenden. SP-Bundesrat Beat Jans kritisiert er wegen dessen Bewunderung für den Dalai Lama, den Bodenmann als «Sprüche-Onkel» bezeichnet.

Auch andere Parteiexponenten bleiben nicht verschont. Der Luzerner Nationalrat David Roth befasse sich aus seiner Sicht mit Nebenkriegsschauplätzen wie Touristenbussen statt mit sozialem Wohnungsbau. Und dem Bündner Politiker Jon Pult attestiert er zwar Potenzial, wirft ihm aber vor, die Alpeninitiative inhaltlich entleert zu haben.

Am härtesten geht Bodenmann mit dem Co-Präsidium ins Gericht. Cédric Wermuth und Mattea Meyer hätten sich wiederholt Auszeiten genommen, was angesichts der wirtschaftlichen Herausforderungen des Landes unverständlich sei. Sein Fazit fällt vernichtend aus: «Null Ahnung vom Winterstrom-Bonus, von Brandschutz- und Erdbebenversicherungen sowie Industrie- und Währungspolitik. Anstatt konzeptionell zu arbeiten und arbeiten zu lassen, führen sie die Partei wie eine private Spendenkasse.»


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