Zu hohe PFAS-WerteBund will Gift-Fleisch in Lebensmittel mischen
Sven Ziegler
18.2.2026
Das Fleischerhandwerk ist wieder attraktiver für junge Menschen.
Jan Woitas/dpa
Im Nordosten des Kantons St. Gallen ist Rindfleisch mit PFAS-Chemikalien belastet. Nun will Bundesbern ermöglichen, kontaminiertes Fleisch mit sauberem zu mischen, um Grenzwerte einzuhalten.
Die Belastung war so hoch, dass das Fleisch einzelner Tiere die geltenden Höchstwerte überschritt. Für die betroffenen Landwirte bedeutete das eine existenzielle Bedrohung. Viele fürchten seither um ihre wirtschaftliche Zukunft.
Motion aus St. Gallen – Unterstützung aus Bern
Der St. Galler Mitte-Ständerat Benedikt Würth reichte daraufhin eine Motion ein. Sein Vorschlag: Wenn belastetes Fleisch mit unbelastetem Fleisch gemischt würde, etwa in Hackfleisch oder Würsten, könnten die gesetzlichen Grenzwerte eingehalten werden. Der Verkauf wäre damit wieder möglich. blue News berichtete im Herbst ausführlich.
Heute ist eine solche Vermischung ausdrücklich verboten. Doch der Bundesrat unterstützt die Stossrichtung des Vorstosses. Auch im Parlament findet das Anliegen Zustimmung. In der laufenden Session dürfte das definitive Ja erfolgen.
Wie genau eine solche Praxis umgesetzt würde, ist allerdings offen, wie der «Beobachter» schreibt. Weder Detailhändler noch Branchenverbände noch das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) wollen sich derzeit konkret äussern. Unklar ist etwa, wer die Tests organisiert, wie lange sie dauern würden oder ob ein solches Mischfleisch speziell deklariert werden müsste.
Das BLV bestätigt, dass eine Anpassung der Verordnung geplant wäre. Ein Referendum wäre dagegen nicht möglich.
Sonderweg ohne Vorbild
Nach Angaben der Behörden ist nicht bekannt, dass ein anderes Land eine vergleichbare Praxis kennt. Die Schweiz würde damit Neuland betreten.
Innerhalb der Fleischbranche ist die Skepsis gross, wie der «Beobachter» weiter schreibt. Die Branchenorganisation Proviande warnt vor einem Imageschaden für Schweizer Fleisch. Man verstehe zwar die schwierige Lage der Bauern, sehe aber erhebliche offene Fragen. Auch aus der Lebensmittelbranche sei zu hören, dass der organisatorische Aufwand enorm wäre.
Die Stiftung für Konsumentenschutz lehnt die Pläne klar ab. Dort spricht man von einer bewussten Inkaufnahme einer Gesundheitsgefährdung.