13'000 Franken für Plakate ohne WerbungPlakataktion der Stadt Baden wird heftig kritisiert
Noemi Hüsser
14.11.2025
In Baden zeigen derzeit mehrere Plakatfläche keine Werbung – sondern den Blick durch das Plakat hindurch.
Stadt Baden
In Baden hängen derzeit Plakate, auf denen keine Werbung zu sehen ist. Die Stadt will damit zum Nachdenken über Konsum anregen – und erntet dafür heftige Kritik aus allen politischen Lagern.
Die Stadt Baden hat eine Plakataktion gestartet, um zu zeigen, wie der öffentliche Raum ohne Werbung wirken könnte, und möchte damit eine Diskussion über Konsum und Nachhaltigkeit anregen.
Die Kosten von 13'000 Franken für die Aktion sorgen parteiübergreifend für Kritik.
Während FDP, Mitte, SVP und selbst linke Stimmen die Aktion ablehnen, loben nur die Grünen die Aktion.
«Baden ist ... Ohne Werbung?», steht derzeit auf mehreren Plakatflächen rund um den Bahnhof Baden. Statt klassischen Anzeigen zeigen die Plakate, was sich hinter der Werbefläche befindet. Damit «soll veranschaulicht werden, wie sich die Stadt mit weniger Werbung anfühlen könnte», heisst es in einer Mitteilung der Stadt.
Mit der Plakataktion will die Stadt Baden eine Debatte über Werbung, Konsum und Nachhaltigkeit anregen. Stadtammann Markus Schneider erklärt: «Werbung prägt das Stadtbild, macht aufmerksam und kann Freude auslösen. Aber sie kann auch Konsumdruck verstärken und öffentlichen Raum vereinnahmen.»
Doch die Kosten für die Aktion sorgen für Kritik. 13'000 Franken kostet die Stadt die Plakatmiete für die insgesamt 13 Plakatflächen. Der übrige Aufwand wird von Partnern wie der ZHAW und der Energiestadt Baden getragen.
Bürgerliche erkennen eine «absurde Aktion»
Die FDP kritisiert die Plakate gegenüber CH Media deswegen als «absurde Aktion». Von der Mitte Baden heisst es: «Die Stadt soll sich auf ihre Kernaufgaben konzentrieren und nicht mit Steuergeldern Experimente finanzieren, die keinen Nutzen bringen, aber jenen schaden, die hier investieren und Arbeitsplätze schaffen.» Die SVP Baden spricht von «intellektueller Schlichtheit der Klimaideologie».
Doch Kritik kommt auch von Personen, die dem links-grünen Stadtrat politisch näher stehen. «Welcher Teufel hat den Stadtrat geritten?», fragt Ueli Zulauf in den CH-Media-Zeitungen. Er finde es zwar wichtig, Werbung und Konsum kritisch zu hinterfragen, doch die öffentliche Hand sei der falsche Auftraggeber dafür, so der frühere Präsident der SP Obersiggenthal und langjährige Einwohnerrat weiter.
Einzig die Grünen finden positive Worte. Die Aktion rege auf kreative und sympathische Weise zum Nachdenken an, heisst es gegenüber der «Aargauer Zeitung».