Booster-Impfung für alle kommt doch – und das schnell

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14.11.2021

Ein Zettel mit der Aufschrift
Nun kommt die Booster-Impfung – und zwar für alle.
Bild: KEYSTONE

Bereits Mitte kommender Woche soll die Impfkommission über die Zulassung der Booster-Impfung für alle informieren. Wegen steigender Corona-Zahlen wird diese Forderung gerade auf allen Seiten laut. 

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14.11.2021

Die Corona-Zahlen steigen auch in der Schweiz wieder. Während andere Länder ihre Massnahmen bereits strikte verschärfen, wartet die Schweiz zu. Doch auch bei uns geht es plötzlich vorwärts: Nun kommt die Booster-Impfung – und zwar für alle.

In Kürze dürfen sich Personen ab zwölf Jahren, deren zweite Impfung mindestens sechs Monate zurückliegt, ein drittes Mal piksen lassen. Das habe der «SonntagsBlick» aus «sicheren Quellen» erfahren. Demnach werde die Eidgenössische Impfkommission Mitte kommender Woche über ihren Entscheid informieren. 

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Wie gross das Bedürfnis nach dem Booster ist, zeigt auch die heute zu Ende gehende nationale Impfwoche. Der Andrang war nicht etwa auf die Erstimpfungen gross, sondern auf den Booster. Im Impfdorf in Zürich musste die Booster-Impfung deshalb sogar untersagt werden.



Christoph Berger, Präsident der eidgenössischen Impfkommission: «Wir werden die Booster-Impfung für Jüngere öffnen, sobald alle über 65-Jährigen, die das wollen, eine dritte Impfung bekommen konnten», sagte er der «SonntagsZeitung». Wie, für wen und ein Datum könne er noch nicht sagen, «voraussichtlich noch dieses Jahr».

Auch Parmelin will den schnellen Booster

In die gleiche Kerbe schlägt auch Bundespräsident Guy Parmelin: Es komme der Moment, wo man sich eingestehen müsse, dass nicht mehr viele vom Impfen überzeugt werden könnten, sagte er in der «NZZ am Sonntag». «Dann müssen wir das Ergebnis zur Kenntnis nehmen, Schadensbegrenzung betreiben und anderes vorantreiben: den Booster etwa.»

Seltene Einigkeit: «Nun schnell vorwärts machen»

Auch Gesundheitspolitiker von links bis rechts fordern, dass die Schweiz vorwärts mache mit der Booster-Impfung. Dies auch deshalb, weil immer deutlicher wird, dass der Impfschutz nur eine begrenzte Zeit lang anhält.

«Ich finde schon, es sollten sich alle boostern lassen können, die das wollen. Aber es soll weiterhin freiwillig sein», sagte etwa der frühere SVP-Präsident Albert Rösti gegenüber «Blick.ch».

Nationalrat Albert Roesti, SVP-BE, spricht waehrend einer Medienkonferenz des ueberparteilichen Komitees gegen die Pflegeinitiative, am Freitag, 22. Oktober 2021, in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)
Der ehemalige SVP-Chef und Gesundheitspolitiker Albert Rösti spricht sich für eine schnelle Booster-Impfung aus.
Bild: KEYSTONE

Ähnlich klingt es von links. Der SP-Ständerat Hans Stöckli sagt: «Ich bin ja nicht Mediziner. Aber mein Blick nach Deutschland und Österreich sagt mir, dass wir so schnell wie nötig vorgehen sollten.» Schaden tue eine dritte Impfung für alle sicher nicht.

Eine Booster-Impfung auch für Jüngere fände etwa Mitte-Nationalrat Lorenz Hess sinnvoll. Eine nach dem Alter gestaffelte Öffnung der Auffrischungsimpfung wäre aus seiner Sicht nur unnötig kompliziert.

Es gelte, zuerst die nationale Impfwoche «hoffentlich möglichst erfolgreich» zu beenden, sagt Hess. Diese müssen dann ausgewertet werden. Auch er betont: «Als nächsten Schritt erwarte ich, dass die Schweiz die Booster-Impfung für alle freigibt, die diese wollen.» 

Menschen, die älter als 65 Jahre sind, können sich bereits seit Anfang Monat in Testzentren oder beim Arzt offiziell eine Booster-Impfung holen.