Polizei gibt bekanntAKW und Autobahnen – Spionageaktivitäten gegen Aargauer Infrastruktur
Jan-Niklas Jäger
13.1.2026
Michael Leupold, Kommandant der Kantonspolizei Aargau, warnt vor möglichen Angriffen auf die kritische Infrastruktur der Schweiz. (Archivbild)
Bild: sda
Nach dem Brandanschlag von Berlin wächst vielerorts die Vorsicht. Nun hat die Aargauer Polizei ihre Massnahmen zum Schutz kritischer Infrastruktur verstärkt. Es habe bereits Spionageaktionen gegeben.
Der Brandanschlag auf die Berliner Stromversorgung hat vorgeführt, wie verwundbar kritische Infrastruktur auch in den Industrienationen ist. Nun hat die Aargauer Polizei vor der Möglichkeit von Angriffen auf die in der Kantonshauptstadt befindliche kritische Infrastruktur gewarnt.
Es habe sogar bereits Spionageaktivitäten gegeben, «aus denen man schliessen muss, dass sich ausländische Dienste für unsere Infrastrukturen interessieren», wie Polizeikommandant Michael Leupold am Rande der Jahresmedienkonferenz bekanntgab. Die Polizei legt jetzt einen Schwerpunkt auf den Schutz der kritischen Infrastruktur.
Ganze Schweiz wäre bei Anschlag betroffen
Aargau beheimatet mehrere Atomkraftwerke, Autobahnen und wichtige Eisenbahnlinien und ist ein wichtiger Standort für die kritische Infrastruktur der gesamten Schweiz.
Von wem die genannten Spionageaktionen ausgegangen seien, kann man laut Leupold nicht sagen. Sogar die Spione selbst wüssten das oft nicht – ihre Geldgeber blieben häufig anonym.
Da die kritische Infrastruktur «physisch verletzlich» sei, müsse man wachsam sein, um Szenarien zu verhindern wie das von Berlin – das jedoch nicht von ausländischen Agenten ausgelöst wurde, sondern durch in der Stadt ansässige Linksextremisten.
Angriffe Teil einer normalen Normalität?
Den Angriff auf das Glasfaserkabelnetz in Rheinfelden AG im Jahr 2023 nannte Leupold als weiteres Beispiel. Damals verloren tausende Menschen den Zugang zu Internet und Telefonnetz.
Auch die Betreiber der entsprechenden Einrichtungen sind dazu angehalten, ihre Sicherheitsvorkehrungen zu verstärken. Im Ernstfall, etwa bei der Sichtung einer Drohne, könne die Polizei dann mit ihnen gemeinsam reagieren.
In jedem Fall müsse man sich an solche Bedrohungen, so wie an die durch Cyberangriffe, gewöhnen, so Polizeikommandant Leupold.