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Wer auf ein Nein zur 10-Millionen-Initiative setzte, konnte auf gesperrten Wettplattformen abkassieren.
Bild: Keystone
Auf der Wettplattform Polymarket haben Nutzer mit dem Scheitern der 10-Millionen-Initiative Geld verdient. Laut Plattform spekulierten User mit über einer halben Million Franken auf den Ausgang der Abstimmung.
Die 10-Millionen-Initiative ist an der Urne gescheitert. Das Ergebnis wurde zwar von den allermeisten Beobachterinnen und Beobachtern so erwartet. Dennoch versuchte eine kleine Gruppe von über 200 Personen im Internet ein Geschäft mit der Volksabstimmung zu machen.
Das zeigt ein Blick auf die zweifelhafte Wettplattform Polymarket. Sie steht in der Schweiz auf der Sperrliste der interkantonalen Geldspielaufsicht Gespa, der Zugriff wird entsprechend blockiert. Wer dank technischen Tricks dennoch draufkam, konnte mit zum Teil beträchtlichem Einsatz auf ein Ja oder Nein zur Volksabstimmung wetten.
Die Daten der Wettplattform zeigen, dass insgesamt rund eine halbe Million Franken auf ein Ja oder ein Nein gesetzt wurde. Die Mehrheit der Spekulanten lag zwar auf der richtigen Seite und wettete auf ein Nein. Ein kleiner Teil hoffte aber, mit wenig Einsatz auf ein Ja viel Geld machen zu können.

Bis zuletzt lagen die Chancen für ein Ja zur SVP-Initiative laut Polymarket-Usern bei 30 bis 40 Prozent. Wer bis am Sonntag noch auf ein Ja hoffte, verlor viel Geld.
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Jene, die mit der Wette auf ein Nein Glück hatten, konnten sich freuen: Den grössten ausgewiesenen Gewinn von rund 14'700 Franken strich Nutzer «DonaldinhoTrumpito» ein. Für «CloudCactus» gab es einen Gewinn von rund 3800 Franken. Mehrere weitere Konten verzeichnen Gewinne im vierstelligen Bereich. Einige SVP-nahen Optimisten verloren hingegen über 9000 Franken, weil sie auf ein Ja gehofft hatten.
Die Kommentare nach dem Resultat fielen entsprechend knapp aus: «Merci für die gratis 600 US-Dollar», schrieb ein Nutzer, der «richtig» getippt hat. Ein anderer kommentierte, dass der Gewinn für ihn das «einfachste Geld of all Time» gewesen sei.
Was klingt wie ein harmloses Spiel mit Wahrscheinlichkeiten, ist nicht unumstritten. Denn auf solchen Prognosemärkten gilt: Wer genug Kapital hat, kann nicht nur auf Ereignisse wetten – er kann sie theoretisch auch beeinflussen. Wer über Insiderinformationen verfügt, hat einen strukturellen Vorteil gegenüber dem Rest.
Diese Gefahren interessierten die Wettenden kaum. Vor der Abstimmung riefen Befürworter der Initiative auf Polymarket zum Einstieg auf. Gegner verspotteten die «Ja-Holders» – jene, die trotz klarer Umfragewerte auf ein Ja und damit auf die höhere Quote hofften, und sprachen offen von «Free Money». Dass die Schweizer Stimmbevölkerung dabei als Renditemaschine für eine ausländische Plattform dient, störte in der Kommentarfunktion niemanden.
Rechtlich bewegen sich die Wettenden in einer Grauzone: Strafbar macht sich laut Behördenangaben nicht, wer trotz Sperre auf Polymarket oder der Konkurrenzplattform Kalshi wettet. Wer verliert, geniesst aber auch keinerlei Schutz. Kein Schweizer Gericht wird sich für verlorene Einsätze auf gesperrten Plattformen zuständig erklären.
Und wer grössere Gewinne einfährt, dürfte sich früher oder später mit einer weiteren Frage beschäftigen müssen: Wie man einen plötzlichen Vermögensanstieg gegenüber der Steuerbehörde erklärt.