Post holt McKinsey-Berater – kommt es zum Stellenabbau?

tafu

21.11.2019

Die Beraterfirma McKinsey wurde beauftragt, die Arbeitsabläufe bei der Post auf Effizienz zu überprüfen.
Bild: Keystone

Veränderungen bei der Post: Die Beraterfirma McKinsey wurde beauftragt, die Effizienz von Abläufen, vor allem bei der Zustellung, zu überprüfen. Führt die Neuausrichtung durch den neuen Postchef zu Entlassungen?

Ist die Endzustellung bei der Post noch effizient? Das will die Post nun mithilfe der Beraterfirma McKinsey überprüfen lassen und hat ihr den Auftrag dafür erteilt. Wie ein Postsprecher nach Berichten des «Tagesanzeiger» bestätigte, werden im Rahmen der Untersuchungen die «postalischen Verarbeitungsprozesse auf Effizienz- und Synergiepotenziale überprüft». Ziel der Post sei es, daraus Handlungsempfehlungen insbesondere für den gesamten Vertrieb von Brief- und Paketpost ableiten zu können.

Zwar laufen die Untersuchungen bereits, doch könne man zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Aussage darüber machen, um welche organisatorischen Veränderungen es sich letzten Endes handeln werde, so der Sprecher weiter. Es sei allerdings Synergiepotenzial vorhanden, beispielsweise bei der Endzustellung durch Postdivisionen und Tochterfirmen.

Stellenabbau durch Personalanpassung?

Eine Anpassung der Arbeitsabläufe kann zur Folge haben, dass Personal anders eingesetzt oder sogar entlassen werden könnte. Davon will die Post aktuell aber noch nichts wissen. Es gehe lediglich darum, «wie die Post mit der bestehenden Infrastruktur und den heutigen Ressourcen den zukünftigen Anforderungen an sie gerecht werden kann – und nicht um Abbau».

Erst seit April ist Postchef Roberto Cirillo im Amt. Nun stehen offenbar grosse Veränderungen im Staatskonzern an.
Bild: Keystone

Grund für die Untersuchung durch McKinsey sei vor allem die Veränderung der Paket- und Briefmengen. Während die Beförderung von Briefen in den letzten Jahren laufend zurückgeht, ist die Zahl der Pakete zuletzt um acht Prozent gestiegen. Wie lange die Überprüfung der Prozesse dauern wird, darauf hat die Post noch keine Antwort. Auch nicht, was sich der Staatskonzern die Beauftragung der Beraterfirma kosten lassen wird.

Neuer Wind durch neuen Chef

Dass Veränderungen bei der Post anstehen, ist vor allem dem neuen Chef Roberto Cirillo zu verdanken, der übrigens von 1998 bis 2007 selbst bei McKinsey arbeitete. Seit seinem Amtsantritt im April hatte man nicht viel von ihm gehört, er stellte allerdings immer wieder klar, dass er die Post teilweise neu aufstellen will. Cirillo wolle sowohl neue Ertragsquellen auftun, als auch das traditionelle Geschäft des Unternehmens voranbringen. Mit etwa 39'000 Mitarbeitern ist die Post der drittgrösste Arbeitgeber der Schweiz.

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