Gewerkschaft kritisiert EntscheidPost streicht 60 IT-Stellen und stoppt Ausbau in Portugal
Lea Oetiker
4.6.2026
Der Hauptsitz der Schweizerischen Post AG in Bern. (Archivbild)
sda
Die Post plant im Zuge ihrer IT-Neuausrichtung den Abbau von rund 60 Stellen in der Schweiz. Gewerkschaften kritisieren die Strategie scharf und fordern Korrekturen.
Die Schweizerische Post treibt ihren Umbau weiter voran und plant nun auch Einschnitte im IT-Bereich. Laut einem Bericht der Westschweizer Zeitung «Le Temps» sollen rund 60 Stellen in der Informatikabteilung gestrichen werden.
Für etwa 20 weitere Mitarbeitende sind Anpassungen der Arbeitsverträge vorgesehen, etwa bei Funktion oder Arbeitsort. Insgesamt beschäftigt die Post derzeit rund 1500 IT-Angestellte in der Schweiz.
Das Unternehmen spricht von einer «Neuausrichtung des IT-Systems» und bestätigt Gespräche mit Angestellten sowie Sozialpartnern. Das gesetzlich vorgeschriebene Konsultationsverfahren soll Mitte Juni starten. Endgültige Zahlen will die Post erst nach dessen Abschluss kommunizieren.
Als Gründe nennt der Staatsbetrieb eine umfassende Transformation der Informatik. Ziel seien mehr Effizienz, geringere Komplexität und tiefere Kosten. Prozesse sollen beschleunigt, die IT-Landschaft vereinfacht und der Einsatz von künstlicher Intelligenz verbessert werden.
Syndicom kritisiert Entscheid
Kritik kommt von der Gewerkschaft Syndicom. Sie stellt insbesondere die bisherige IT-Strategie infrage: Noch im vergangenen Jahr hatte die Post angekündigt, rund 200 IT-Stellen nach Portugal auszulagern, damals ohne Kündigungen in der Schweiz.
Zwar wird der Ausbau des Standorts in Portugal laut Post derzeit nicht weiterverfolgt, für die Gewerkschaft ist das jedoch ungenügend. Sie fordert einen Sozialplan, Frühpensionierungen sowie Einschnitte auch auf Führungsebene.
Der geplante Stellenabbau ist Teil einer grösseren Reorganisation beim «gelben Riesen». Bereits 2024 hatte die Post die Schliessung von rund 170 Filialen angekündigt.