Türen öffneten sich erst nach Stillstand Jetzt gibt die Polizei neue Details zum Postauto-Brand in Kerzers bekannt

Sven Ziegler

16.3.2026

Freiburger Staatsanwalt gibt Auskunft: «Täter war schon vor der Haltestelle Kerzers im Postauto»

Freiburger Staatsanwalt gibt Auskunft: «Täter war schon vor der Haltestelle Kerzers im Postauto»

Beim Postauto-Brand in Kerzers FR sind sechs Menschen ums Leben gekommen. Der Freiburger Generalstaatsanwalt Raphaël Bourquin spricht mit blue News über erste Erkenntnisse aus den Ermittlungen.

11.03.2026

Knapp eine Woche nach dem tödlichen Postautobrand in Kerzers FR kommen neue Details ans Licht. Die Ermittler bestätigen nun unter anderem, dass sich die Bustüren nach dem Stillstand des Fahrzeugs normal geöffnet haben.

Sven Ziegler

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Beim Postautobrand in Kerzers FR kamen sechs Menschen ums Leben, mehrere weitere wurden verletzt.
  • Die Ermittlungen zeigen nun, dass sich die Bustüren nach dem Stillstand des Fahrzeugs normal geöffnet haben.
  • Die Behörden gehen derzeit davon aus, dass der mutmassliche Täter allein gehandelt hat.

Knapp eine Woche nach der Brandtragödie in Kerzers im Kanton Freiburg haben die Behörden neue Erkenntnisse zum Unglück veröffentlicht.

Zum Zeitpunkt des Brandes befanden sich neun Personen im Postauto: der Chauffeur, sieben Passagiere sowie der mutmassliche Täter.

Die endgültige Bilanz ist dramatisch. Sechs Menschen kamen ums Leben, drei Passagiere konnten sich verletzt aus dem Bus retten. Eine 56-jährige Frau befindet sich laut Behörden weiterhin in kritischem Zustand im Spital.

Zusätzlich wurden zwei weitere Personen ausserhalb des Busses leicht verletzt, als sie versuchten, den Opfern zu helfen.

Bustüren funktionierten laut Ermittlungen normal

Lange war unklar, ob sich die Türen des Fahrzeugs während des Brandes öffnen liessen. Technische Untersuchungen zeigen nun laut Polizei, dass der Bus mit zwei Passagiertüren ausgestattet war, die nach dem Stillstand des Fahrzeugs normal öffneten.

Das Problem lag laut den bisherigen Erkenntnissen darin, dass der Brand bereits während der Fahrt ausgebrochen war. «Die Türen konnten sich erst öffnen, als das Fahrzeug vollständig zum Stillstand gekommen war», heisst es in der Mitteilung der Ermittler.

Behörden gehen von erweitertem Suizid aus

Die bisherigen Ermittlungen deuten darauf hin, dass der mutmassliche Täter allein gehandelt hat. Die Behörden gehen derzeit von einem erweiterten Suizid aus. Die genauen Hintergründe der Tat sind jedoch weiterhin unklar.

Der Mann war der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) des Kantons Bern bekannt und stand dort unter einer administrativen Beistandschaft.

Hinweise darauf, dass er eine Gefahr für sich selbst oder andere darstellen könnte, habe es laut Behörden jedoch nicht gegeben.

Bei der Polizei war er lediglich wegen Verstössen gegen das Betäubungsmittelgesetz registriert.

Die Strafuntersuchung steht weiterhin unter der Leitung der zuständigen Staatsanwaltschaft. Ziel sei es, die genauen Umstände der Tragödie vollständig zu klären.

Für Angehörige und Betroffene wurde unmittelbar nach dem Ereignis ein Care-Team eingesetzt. Die damals eingerichtete Krisen-Hotline ist inzwischen wieder deaktiviert worden.