Schulschliessungen zählen laut ETH zu effektivsten Massnahmen 

Agenturen/tgab

10.1.2021 - 18:00

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Reproduktionszahl (R-Wert) ist in der Schweiz und in Liechtenstein von 1,05 auf 1,02 gesunken.
  • Das Skigebiet Wengen-Kleine Scheidegg-Lauberhorn im Berner Oberland schliesst spätestens am kommenden Dienstag für private Skifahrer. Mit dieser Massnahme soll die Durchführung des Lauberhornrennens vom 15.-17. Januar gesichert werden.
  • Im Kampf gegen die Corona-Pandemie haben sich in der Schweiz Schulschliessungen als eine der effektivsten Massnahmen erwiesen. Das geht aus einer Studie der ETH Zürich hervor.
  • Bis Ende März werde laut einer Umfrage des Branchenverbands Gastrosuisse die Hälfte aller Betriebe im Gastgewerbe eingehen, wenn sie jetzt keine sofortigen finanziellen Entschädigungen erhalten würden.
  • In der Führung des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) fehlt es nach Ansicht der neuen Präsidentin der Ärztevereinigung FMH, Yvonne Gilli, an ärztlicher Expertise.

Laut Zahlen der Johns-Hopkins-Universität liegt die Anzahl der bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus in der Schweiz bei bislang insgesamt 477’983 Personen; davon gelten 317’600 als genesen. 8’267 Menschen sind in Verbindung mit Covid-19 in der Schweiz verstorben. Weltweit stieg die Zahl der Infizierten auf 89’892’099, die Zahl der Toten auf 1’930’505.

Neueste Studienergebnisse

Laut einer Studie der ETH Zürich gehören Schulschliessungen zu den effektivsten Anti-Corona-Massnahmen, weil sie zur Verringerung der Mobilität beitragen. Nur zwei Faktorenverringern die Mobilität noch stärker: das Verbot von Treffen mit mehr als fünf Menschen und die Schliessung von Restaurants, Bars und Geschäften, die für den täglichen Lebensunterhalt nicht notwendig sind.

Autoren einer chinesischen Langzeitstudie fanden heraus, dass 76 Prozent der Covid-19-Patienten, die zwischen Januar und Mai in der chinesischen Millionenmetropole Wuhan im Krankenhaus behandelt wurden, die Symptome der Krankheit auch sechs Monate nach ihrer Entlassung nicht vollständig überwunden hatten.

18.00 Uhr: Wir beenden unseren heutigen Live-Ticker

17.32 Uhr: Neue Corona-Variante in Japan entdeckt

Das japanische Gesundheitsministerium habe eine weitere Mutation des Coronavirus gemeldet, berichtet «Bild». Sie unterscheide sich von den hochansteckenden Varianten, die in Grossbritannien und Südafrika entdeckt wurden. Es sei allerdings noch fraglich, wie infektiös die Japan-Variante ist. Die Mutation ist bei vier Reisenden aus dem brasilianischen Bundesstaat Amazonas nachgewiesen worden.

17.07 Uhr: Schweizer Studie – Schulschliessungen zählen zu effektivsten Anti-Covid-Massnahmen

Die Kantonsschueler waehrend dem 1. Schultag mit der neuen Maskenpflicht waehrend der Corona Pandemie in der Kantonsschule Reussbuehl in Luzern am Montag, 17. August 2020. (KEYSTONE/Urs Flueeler).
Kantonsschüler während dem ersten Schultag mit der neuen Maskenpflicht in der Kantonsschule Reussbühl in Luzern.
Bild: Keystone/Urs Flüeler

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie haben sich in der Schweiz Schulschliessungen als eine der effektivsten Massnahmen erwiesen. Das geht aus einer Studie hervor, die am Sonntag von der ETH Zürich veröffentlicht wurde. Demnach wurde die Mobilität um 21,6 Prozent reduziert, als die Schweizer Behörden im März 2020 die Schliessung der Schulen anordneten.

Schulschliessungen verminderten die Mobilität und führten damit zu einer Verringerung der Covid-19-Erkrankungen, erläuterte der ETH-Forscher Stefan Feuerriegel. Für die Studie wurden mit Hilfe von Telekommunikationsdaten 1,5 Milliarden Bewegungen ausgewertet. Die Schulen waren im Frühjahr wegen der Pandemie rund zwei Monate geschlossen.

Aus der ETH-Studie ergibt sich, dass zwei Faktoren die Mobilität noch stärker verringerten als Schulschliessungen. Auf dem Spitzenplatz rangiert mit 24,9 Prozent das Verbot von Treffen mit mehr als fünf Menschen, knapp dahinter liegt mit 22,3 Prozent die Schliessung von Restaurants, Bars und Geschäften, die für den täglichen Lebensunterhalt nicht notwendig sind.

16.38 Uhr: Grossteil der Corona-Kranken leidet noch nach sechs Monaten unter Symptomen

Ein Grossteil der Corona-Kranken leidet laut einer Langzeitstudie im chinesischen Wuhan noch ein halbes Jahr später unter mindestens einem Symptom der Virusinfektion. Für die am Samstag in der medizinischen Fachzeitschrift «The Lancet» veröffentlichte Untersuchung wurden insgesamt 1655 ehemalige Patienten Monate nach ihrer Behandlung im Krankenhaus erneut untersucht. Es handelt sich um eine der ersten Langzeitstudien über die Folgen einer Corona-Erkrankung.

Die Autoren fanden heraus, dass 76 Prozent der Covid-19-Patienten, die zwischen Januar und Mai in der chinesischen Millionenmetropole Wuhan im Krankenhaus behandelt wurden, die Symptome der Krankheit auch sechs Monate nach ihrer Entlassung nicht vollständig überwunden hatten. 1265 von ihnen klagten demnach weiter über mindestens ein Corona-Symptom. Am häufigsten nannten sie demnach Müdigkeit und Muskelschwäche. Viele klagten zudem über Schlafstörungen.

15.50 Uhr: Reproduktionszahl auf 1,02 gesunken

Die Reproduktionszahl (R-Wert), die angibt, wie viele Menschen eine mit dem Coronavirus infizierte Person im Durchschnitt ansteckt, ist in der Schweiz und in Liechtenstein von 1,05 auf 1,02 gesunken. Das meldet das Bundesamt für Gesundheit (BAG) auf seiner Internetseite.

15.32 Uhr: Skigebiet Wengen-Lauberhorn wird für «Private» geschlossen

Das Skigebiet Wengen-Kleine Scheidegg-Lauberhorn im Berner Oberland schliesst spätestens am kommenden Dienstag für private Skifahrerinnen und Skifahrer. Mit dieser pandemie-bedingten Massnahme soll die Durchführung des Lauberhornrennens gesichert werden.

Ziel der Massnahme sei, die Ski-Athleten und den Renntross von den Gästen zu trennen, sagte Gundekar Giebel, der Sprecher des Gesundheitsdepartements des Kantons Bern, am Sonntag gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Die übrigen Pisten oberhalb von Wengen blieben offen.

Am Sonntag stimmten die bernische Gesundheitsdirektion und auch der Weltverband FIS der Austragung der Lauberhornrennen vom 15. bis 17. Januar zu, trotz erhöhter Corona-Infektionszahlen. Am Samstag war die Durchführung des Rennens in Frage gestellt worden.

Das Gebiet der Rennstrecke darf nach Angaben der Gesundheitsdirektion nur von Leuten aus dem Welcuptross betreten werden. Sie dürfen dies aber nur mit negativem Corona-Schnelltest.

15.23 Uhr: Proteste in Prag gegen Corona-Massnahmen

Tausende Tschechen haben am Sonntag in Prag gegen die Verschärfung der Corona-Massnahmen demonstriert. Die Polizei schätzte die Zahl der Demonstranten auf zunächst 2000. Viele trugen keine Masken und hielten keine Sicherheitsabstände ein. Sie trugen Plakate mit Aufschriften wie «Stopp den Corona-Terror». Zu den Organisatoren gehörten neben anderen Gastwirte und Fitness-Trainer.

Am Donnerstag hatte die tschechische Regierung die Lockdown-Massnahmen bis vorläufig 22. Januar verschärft. In der Öffentlichkeit dürfen sich seitdem maximal zwei Personen treffen, Gaststätten und Kulturbetriebe sind geschlossen. Zwischen 21.00 Uhr abends und 5.00 Uhr morgens besteht ein Ausgehverbot.

15.19 Uhr: Queen hofft auf Geburtstagsparade

Die britische Königin Elizabeth II. (94) will ihren Geburtstag in diesem Jahr wieder mit der traditionellen Parade Trooping the Colour feiern. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Sonntag aus Palastkreisen. Das Königshaus akzeptiere, dass das Ereignis coronabedingt angepasst oder verkleinert werden müsse. Die «Hoffnung und der absolute Wunsch» seien aber, dass es klappen werde. Erst am Samstag hatte der Palast mitgeteilt, dass die Queen und ihr inzwischen bereits 99 Jahre alter Mann Prinz Philip gegen das Coronavirus geimpft wurden.

Ihren eigentlichen Geburtstag hat die Queen bereits am 21. April. Die farbenfrohe Militärparade mit Hunderten teils berittenen Gardesoldaten und Tausenden Zuschauern im Zentrum Londons findet wegen des besseren Wetters aber stets im Juni statt.

15.11 Uhr: Deutsche Bundesländer verschärfen Massnahmen

Nach den Bund-Länder-Beschlüssen der vergangenen Woche setzen die Deutschen Bundesländer nach und nach schärfere Massnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Kraft. Verschärfte Massnahmen gegen das Virus gelten in Hamburg bereits seit Freitag und in Brandenburg seit Samstag. Am Sonntag zogen Berlin, Niedersachsen, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern nach. Weitere Bundesländer folgen am Montag.

Damit gilt nun vielerorts, teilweise mit Abweichungen im Detail: Der eigene Haushalt darf sich nur noch mit einer weiteren Person treffen und in Landkreisen mit mehr als 200 Neuinfektionen pro 100'000 Einwohner innerhalb einer Woche können Einschränkungen für den Bewegungsradius der Menschen verhängt werden. Unterschiedlich handhaben die Länder Regeln für Schulen und Kitas. Bund und Länder hatten am Dienstag eine Verlängerung des Lockdowns bis Ende Januar mit verschärften Kontaktbeschränkungen beschlossen.

14.57 Uhr: viele Bars und Restaurants in Italien öffnen wieder

Pizza, Pasta oder ein Kaffee: Restaurants, Bars und Pizzerien in vielen Regionen Italiens können nach Schliessungen wegen der Corona-Pandemie ihre Gäste wieder am Tisch bedienen. Rund 220'000 sind das landesweit in den ab Montag geltenden Gelben Corona-Zonen, wie der Landwirtschaftsverband Coldiretti am Sonntag vorrechnete.

Schlecht sieht es in den nördlichen Regionen Lombardei, Emilia Romagna und Venetien sowie in Kalabrien und Sizilien im Süden aus. Wegen des dort erhöhten Reproduktionswertes fallen sie unter die Orangenen Zonen. Die Gaststätten dort können nur Bestellungen zum Mitnehmen akzeptieren.

14.27 Uhr: Seychellen beginnen Impfung

Der Inselstaat der Seychellen hat begonnen, seine Bevölkerung gegen das Coronavirus zu impfen. «Die Seychellen zielen darauf ab, als erstes Land der Welt mindestens 70 Prozent der Bevölkerung über 18 Jahren zu impfen», sagte Präsident Wavel Ramkalawan nach Angaben seines Büros. Der Staatschef erhielt demnach am Sonntag zu Beginn der Impfkampagne in dem Inselstaat im Indischen Ozean den chinesischen Impfstoff Sinopharm. Die Seychellen haben knapp 98'000 Einwohner.

Gesundheitsministerin Peggy Vidot rief die Bürger dazu auf, «das Nötige zu tun» und sich impfen zu lassen. Neben 50'000 Sinopharm-Impfdosen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten würden die Seychellen Ende des Monats auch 100'000 Dosen des Impfstoffs Astrazeneca von der indischen Regierung erhalten, sagte Ramkalawan.

14.21 Uhr: 278 Neuinfektionen im Kanton Bern

Der Kanton Bern hat am Sonntag 278 neue Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Zwischen Samstag und Sonntag wurden 1576 Tests durchgeführt. (Covid-19-Testcenter in Belp, Archivbild)
Der Kanton Bern hat am Sonntag 278 neue Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Zwischen Samstag und Sonntag wurden 1576 Tests durchgeführt. (Covid-19-Testcenter in Belp, Archivbild)
Bild: Keystone

Der Kanton Bern hat am Sonntag auf seiner Corona-Internetseite 278 neue Infektionen gemeldet. Ausserdem registrierte der Kanton sieben neue Todesfälle. Die Zahl der wegen einer Covid-19-Erkrankung in einem Spital liegenden Personen wird über das Wochenende nicht aktualisiert. Im Kanton Bern sind mittlerweile 756 Personen an den Folgen einer vom Coronavirus ausgelösten Covid-19-Erkrankung verstorben.

13.07 Uhr: Fluglotsen dürfen sich nicht langweilen

Die Flugsicherung Skyguide muss wegen der Corona-Pandemie viel weniger Flüge abwickeln als üblich. Für die Fluglotsinnen und -lotsen bedeutet das: Konzentration trotz Leere am Himmel. Geistig abschweifen liegt für sie nicht drin.

In den Tagen vor Weihnachten war am Zürcher Flughafen ausnahmsweise wieder mehr los als sonst. Der Festtagsverkehr liess die Zahl der Verbindungen kurzzeitig steigen. Dieser Effekt ist mittlerweile aber verpufft. Die Check-In-Hallen sind praktisch leer, das Gleiche gilt für die Bildschirme mit den An- und Abflügen.

12.33 Uhr: 136 Neuinfektionen in China

In China sind am Sonntag von den Behörden 136 Corona-Neuinfektionen gemeldet worden. 99 der neuen Fälle wurden in der Provinz Hebei, direkt vor den Toren der chinesischen Hauptstadt Peking, nachgewiesen. Insgesamt stieg die Zahl der Infektionen in Hebei auf knapp 400. Es handelt sich um den grössten Ausbruch seit Monaten.

12.25 Uhr: Schärfere Corona-Massnahmen stossen mehrheitlich auf Verständnis

Die vom Bundesrat in die Vernehmlassung geschickten verschärften Massnahmen im Kampf gegen das Coronavirus stossen bei den Schweizer Parteien mehrheitlich auf Verständnis. Die SVP und der Gewerbeverband lehnen die Verlängerungen und Verschärfungen der aktuellen Massnahmen bis 28. Februar jedoch ab.

Noch nicht bekannt ist die Haltung der Kantone gegenüber den bundesrätlichen Vorschlägen. Die Konsultation bei den Kantonen laufe derzeit noch, hiess es am Samstag auf Anfrage bei der Schweizerischen Gesundheitsdirektorenkonferenz (GDK). Die GDK wolle dem Vernehmlassungsergebnis nicht vorgreifen.

11.34 Uhr: Papst ruft zu Corona-Impfungen auf

Papst Franziskus hat bekannt gegeben, sich im Vatikan gegen Covid-19 impfen zu lassen. «In der kommenden Woche werden wir anfangen, das hier zu machen und ich bin auch dafür vorgemerkt», sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche in einem für Sonntagabend zur Ausstrahlung geplanten Interview mit dem Fernsehsender Tg5, aus dem zunächst ein Teil als Abschrift verbreitet wurde. Mit Blick auf die Corona-Impfung betonte der Papst, dass sich aus ethischer Sicht alle impfen lassen müssten, denn man spiele nicht nur mit seinem Leben, sondern auch mit dem Leben anderer.

11.28 Uhr: Grossbritannien –  Kliniken könnten in wenigen Wochen kollabieren

Der medizinische Chefberater der britischen Regierung hat vor einem Kollaps des Gesundheitssystems innerhalb weniger Wochen gewarnt. Grossbritannien verzeichnet derzeit immer neue Rekorde bei Corona-Neuinfektionen und Todesfällen. «Wenn das Virus so weitermacht, werden Krankenhäuser in echten Schwierigkeiten sein, und zwar bald», schrieb Chris Whitty in einem Gastbeitrag in der «Sunday Times». Das könne schon in weniger als drei Wochen der Fall sein.

Die Wartezeit für eine Behandlung der Patienten werde sich auf ein potenziell gefährliches Niveau erhöhen, so der Medizinprofessor. Das Verhältnis von Krankenhauspersonal zu Patienten werde inakzeptabel werden. Der Gesundheitsdienst sei in manchen Teilen des Landes derzeit der gefährlichsten Lage seit Menschengedenken ausgesetzt. «Es wird Todesfälle geben, die vermeidbar gewesen wären.»

11.16 Uhr: Gastrosuisse verlangt Soforthilfe für Gastgewerbe

Das Cafe Mill`Feuille am Muehlenplatz in der Stadt Luzern wird vom Personal zusammengeraeumt, nachdem die Corona Massnahmen des Bundes die Schliessung aller Restaurants und Cafes fordert, waehrend der Corona-Pandemie am Dienstag, 22. Dezember 2020 in der Luzerner Altstadt. (KEYSTONE/Urs Flueeler)
Das Café Mill`Feuille am Mühlenplatz in der Stadt Luzern wird vom Personal zusammengeräumt, nachdem die Corona Massnahmen des Bundes die Schliessung aller Restaurants und Cafés fordern.
Bild: Keystone/Urs Flüeler

Bis Ende März werde die Hälfte aller Betriebe im Gastgewerbe eingehen, wenn sie jetzt keine sofortigen finanziellen Entschädigungen erhalten würden. Das stellt Gastrosuisse auf Grund einer eigenen Umfrage fest.

Die Online-Umfrage des Branchenverbandes bei über 4000 Betrieben in der vergangenen Woche habe gezeigt, dass mit jeder Corona-Welle auch eine Kündigungswelle komme, schreibt der Verband. Fast 60 Prozent aller Betriebe, die während des vergangenen Jahres Kündigungen ausgesprochen hätten, hätten auch Ende Jahr Mitarbeitende entlassen müssen.

Wenn der Bund jetzt nicht handle, stehe in der Branche eine dritte Kündigungswelle an, lässt sich Gastrosuisse-Präsident Casimir Platzer zitieren. Fast die Hälfte aller Betriebe wird gemäss der Umfrage bis Ende März 2021 eingehen, wenn sie jetzt nicht sofort finanzielle Entschädigungen erhalten.

Der Verband stellt fest, dass vor der Krise über 80 Prozent der Betriebe über eine gute bis sehr gute Liquidität verfügten. Laut der Umfrage benötigen inzwischen 98 Prozent der Betriebe dringend finanzielle Hilfe. Lediglich 1,5 Prozent aller Betriebe gab an, dass sie auch ohne finanzielle Unterstützung durchkommen.

10.56 Uhr: Mehr als 22 Millionen Infektionen in den USA

In den USA haben sich seit Beginn der Pandemie über 22 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Am Samstag wurden binnen eines Tages 269'623 Neuinfektionen und 3656 Tote mit einer bestätigten Coronavirus-Infektion erfasst, wie aus Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) in Baltimore vom Sonntag hervorging.

10.35 Uhr: Belgien – Zahl der Todesfälle über 20'000

Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus hat in Belgien die Marke von 20 000 überschritten. Das berichtete die Nachrichtenagentur Belga am Sonntag unter Berufung auf Zahlen der nationalen Gesundheitsbehörde Sciensano.

Das kleine Belgien mit seinen rund 11,5 Millionen Einwohnern hatte im Herbst zeitweise pro Kopf die höchsten Corona-Infektionszahlen in Europa. Täglich wurden 15'000 neue Fälle oder mehr verzeichnet. Strikte Beschränkungen haben die Ausbreitung gebremst. Bis heute gelten zwischen Mitternacht und 5.00 Uhr strenge Ausgangsbeschränkungen. 

10.16 Uhr: Gewerbeverband lehnt Verschärfungen von Corona-Massnahmen ab

Der Schweizerische Gewerbeverband (SGV) lehnt die Verlängerungen und Verschärfungen der aktuellen Corona-Massnahmen bis 28. Februar ab. Es liege keine Evidenz vor, gemäss der verschärfte Massnahmen effektiv oder wirkungsvoll seien, schreibt der SGV.

Die Zahlen des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) belegten, dass die Neuansteckungen in genügend gut umrissenen Clustern verblieben. Die Zahlen des Bundes zeigten zudem, dass die von den zusätzlichen Einschränkungen betroffenen Aktivitäten (Restaurants, Fitness-Clubs etc.) nicht Ansteckungsherde seien, hält der SGV in seiner am Sonntag veröffentlichten Vernehmlassungsantwort fest.

Im Detailhandel seien Frequenzreduktionen verordnet worden, obschon die BAG-Zahlen den Detailhandel nicht erwähnten. Der SGV spricht sich ausdrücklich gegen einen scharfen Lockdown, eine Homeoffice-Pflicht und Massnahmen im Bereich Einkaufsläden und Märkte des nicht-täglichen Bedarfs aus.

9.20 Uhr: Neue FMH-Präsidentin: Im BAG fehlt es an ärztlicher Expertise

Präsidentin der Ärztevereinigung FMH, Yvonne Gilli.
Die neue Präsidentin der Ärztevereinigung FMH, Yvonne Gilli, fordert einen stärkeren Einbezug der fachärztlichen Expertise in die Debatte um die Bekämpfung der Lungenkrankheit Covit-19. (Archivbild)
Bild: Keystone

In der Führung des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) fehlt es nach Ansicht der neuen Präsidentin der Ärztevereinigung FMH, Yvonne Gilli, an ärztlicher Expertise. Eine Pandemie lasse sich aber nicht bekämpfen, ohne die Kernberufe an der Front einzubeziehen.

Dabei gehe es nicht darum, Ärzte als externe Berater zu engagieren, sondern als Personen, die innerhalb der Strukturen verankert seien, sagte Gilli in einem Interview mit der «SonntagsZeitung». Zwar gebe es im BAG einzelne Ärztinnen und Ärzte in den Stabsstellen. In der strategischen Führung des BAG fehle aber diese Berufsgruppe. «Ich glaube, das gibt es in keinem anderen europäischen Land. Für mich ist das eine der Ursachen für die aktuellen Probleme», sagte Gilli, die ihr neues Amt im kommenden Februar antritt.

Der Austausch zwischen der ärztlichen Fachexpertise und den Entscheidungsträger klappe zu wenig gut. Das sehe man etwa daran, dass der Bundesrat die Empfehlungen der Taskforce oft ignoriere. Gilli äusserte sich auch zur laufenden Impf-Kampagne. Sie unterstütze die Impfungen voll und ganz. Sie sei aber gegen einen Impfzwang. Das gelte auch für die Pflegefachpersonen. Es gehe nicht an, diese Berufsgruppe wegen der Impfungen unter Druck zu setzen.

Impfungen seien eine Vertrauenssache. Ein Obligatorium halte sie für kontraproduktiv. Diese Linie entspreche auch der offiziellen Haltung von Bund und Wissenschaft zu den Covid-19-Impfungen. Im übrigen sei sie sehr froh, dass es heute Impfstoffe geben, die die erwartete Wirkung entfalteten. Die Pandemie sei unvergleichbar mit allem, was sie in ihrer langen Laufbahn erlebt habe.

9.02 Uhr: Israel hat bereits 20 Prozent seiner Bürger gegen Corona geimpft

Drei Wochen nach Beginn der Impfkampagne in Israel sind bereits 20 Prozent der Bürger gegen das Coronavirus geimpft worden. Gesundheitsminister Juli Edelstein teilte am Sonntag auf Twitter mit, rund 1,8 Millionen Israelis hätten die erste Impfdosis erhalten. Insgesamt hat das kleine Mittelmeerland mehr als neun Millionen Einwohner.

Am Sonntag begann die Impfung des medizinischen Personals mit der zweiten Dosis. Auch Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (71) hatte am Samstagabend seine zweite Impfung gegen das Coronavirus erhalten. Die Regierung will bis Ende März alle Bewohner des Landes impfen, die älter als 16 Jahre sind.

Nach Medienberichten hat Israel eine Vereinbarung mit dem Hersteller Pfizer geschlossen, die dies ermöglichen soll. Insgesamt solle Israel zehn Millionen Dosen des Pfizer-Biontech-Impfstoffs erhalten. Israel werde das erste Land sein, das die Corona-Krise hinter sich lasse, sagte Netanjahu am Donnerstag. Es solle als Modell-Land für die rasche Impfung eines ganzen Staates dienen. Im Gegenzug sollen dem Unternehmen demnach Impfdaten zur Verfügung gestellt werden.

8.45 Uhr: Twitter entfernt Beitrag zu Impfungen im Iran

Der US-Online-Dienst Twitter hat einen Beitrag von Irans geistlichem Oberhaupt Ajatollah Ali Chamenei entfernt, in dem dieser Corona-Impfstoffe aus den USA und Grossbritannien als nicht vertrauenswürdig bezeichnet hatte. Der Tweet Chameneis habe gegen die Unternehmensrichtlinien zum Umgang mit Falschinformationen über die Corona-Pandemie verstossen und sei deshalb gelöscht worden, sagte ein Twitter-Sprecher am Samstag. Chamenei hatte auf seinem englischsprachigen Twitter-Konto geschrieben, dass der Import von Corona-Impfstoffen aus den Vereinigten Staaten und Grossbritannien verboten sei, weil diese nicht vertrauenswürdig seien.

Es sei nicht unwahrscheinlich, dass die beiden Länder andere Nationen vergiften wollten, fuhr das geistliche Oberhaupt fort. «Angesichts unserer Erfahrung mit HIV-verseuchten Blutspenden, sind französische Impfstoffe ebenfalls nicht vertrauenswürdig.» Mit seiner letzten Bemerkung bezog sich Chamenei auf einen Blutspendeskandal in Frankreich in den 1980er Jahren, in dessen Zuge mit dem HI-Virus kontaminierte Blutspenden an französische und ausländische Kliniken geliefert worden waren. Auch im Iran infizierten sich damals hunderte Blutspenden-Empfänger mit HIV.

8.30 Uhr: Kuba will Corona-Impfstoff im Iran testen

Kuba will seinen Corona-Impfstoff «Soberana 02» zum Teil im Iran testen. Vertreter beider Länder unterzeichneten in Havanna ein entsprechendes Abkommen, wie das kubanische Aussenministerium am Samstag mitteilte. Der Impfstoff soll nun in Phase III der klinischen Tests an einer grösseren Zahl von Menschen erprobt werden. In Kuba haben sich bislang nur recht wenige Menschen mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, was eine Überprüfung der Wirksamkeit eines Impfstoffes schwierig macht. Der Iran liegt hingegen mit fast 1,3 Millionen nachgewiesenen Infektionen weltweit an 15. Stelle.

Zudem hatte Irans oberster Führer zuletzt den Import von Impfstoffen aus den USA oder Grossbritannien verboten. Der Iran dürfe kein Testlabor für unsichere Impfstoffe werden, sagte Irans oberster Führer, Ajatollah Chamenei. Hintergrund des Verbots könnte die über 40-jährige politische Feindseligkeit zwischen dem Iran und den USA sein. Der Iran zieht es vor, soweit es möglich ist, auf amerikanische Produktionen zu verzichten.

Auch Kuba pflegt eine jahrzehntelange Feindschaft zu den USA. «Kuba und Iran widerstehen den grausamen und unmenschlichen Sanktionen der US-Regierung, die in Zeiten der Covid-19-Pandemie noch einmal verschärft wurden – in totalem Widerspruch zum Geist der Kooperation und dem Respekt vor dem Recht auf Leben unserer Völker», teilte das kubanische Aussenministerium mit.

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