Druck auf Bäckereien wächst Preiskampf um das Brot ruft die Wettbewerbshüter auf den Plan

Petar Marjanović

6.11.2025

Die Bäckereien geraten wegen des Preissturzes beim Brot der grossen Detailhändler unter Druck.
Die Bäckereien geraten wegen des Preissturzes beim Brot der grossen Detailhändler unter Druck.
KEYSTONE

Der Preissturz beim 99-Rappen-Brot sorgt für Unruhe im Schweizer Brotmarkt. Nun schaltet sich der Verein Faire Märkte Schweiz ein und ruft die Wettbewerbshüter auf den Plan.

Petar Marjanović

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Ein Verein für «faire Märkte» fordert von der Wettbewerbskommission eine Untersuchung zu möglichen Preisabsprachen im Brotsektor.
  • Migros, Coop und Denner kontrollierten laut dem Verein grosse Teile der Wertschöpfungskette und setzten kleinere Bäckereien unter Druck.
  • Die Organisation warnt, dass der ruinöse Preiskampf auch die inländischen Getreidepreise gefährde.

Der Verein Faire Märkte Schweiz (FMS) hat bei der Wettbewerbskommission (Weko) eine Untersuchung zur Preisbildung im Brotmarkt beantragt.

Anlass ist die jüngste Preissenkung von Aldi Suisse, das ein 500-Gramm-Brot für 99 Rappen anbietet. Kurz darauf hätten Migros und Coop nachgezogen. Aus Sicht von FMS deutet dies auf ein «strukturelles Marktversagen» und mögliche Wettbewerbsverstösse hin.

Laut dem Verein kontrollieren Migros, Coop und Denner zusammen rund 80 Prozent des Schweizer Lebensmittelmarkts. Dank eigener Mühlen und Bäckereien beherrschten sie grosse Teile der Wertschöpfungskette. Durch gleichzeitige Preisanpassungen entstünden kartellähnliche Strukturen, welche kleinere Betriebe systematisch benachteiligten.

Migros und Coop würden «Marktmacht missbrauchen»

FMS fordert die Weko auf, Preis- und Mengenabsprachen im Getreide-, Mühlen- und Backwarenmarkt im Rahmen einer Sektoruntersuchung zu prüfen. Die Preisentwicklung zeige, dass die dominanten Detailhändler ihre Marktmacht missbrauchten und eine funktionierende Preisbildung untergrüben.

Wer oder was ist «Faire Märkte Schweiz»?

  • Der Verein Faire Märkte Schweiz versteht sich als unabhängige Nichtregierungsorganisation, die sich gegen den Missbrauch von Marktmacht und für faire Handelsbedingungen einsetzt.
  • Präsident ist der Markt- und Wettbewerbsexperte Stefan Flückiger, früher Co-Geschäftsführer beim Schweizer Tierschutz.
  • Dem Verein gehören Fachleute aus Wirtschaft, Landwirtschaft, Umwelt und Recht an. Finanziert wird er über Stiftungen und private Beiträge.

Zugleich warnt der Verein vor einer weiteren Marktverengung. Bei der laufenden Revision des Kartellgesetzes drohe eine Schwächung der Regeln zur relativen Marktmacht. Positiv beurteilt FMS den Vorstoss des Berner SVP-Nationalrats Hans Jörg Rüegsegger, der ein Instrument für Sektoruntersuchungen schaffen will.

Der Verein sieht dringenden Handlungsbedarf, um mittelständische Bäckereien und inländische Produzenten vor anhaltendem Preisdruck zu schützen.


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