Sollen Ungeimpfte für Spital-Kosten bezahlen?

sda

11.11.2021 - 07:39

Medical workers treat a patient with Covid-19 in the intensive care unit at the the University Hospital (CHUV) during the coronavirus disease (COVID-19) outbreak in Lausanne, Switzerland, Friday, November 6, 2020. The number of Covid-19 hospitalisations and capacity continues to be a major concern in Switzerland. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott) Des soignants effectuent des soins sur un patient atteint de Covid-19 dans l'unite des soins intensifs du Centre Hospitalier Universitaire Vaudois, CHUV, lors de la crise du Coronavirus (Covid-19) le vendredi 6 novembre 2020 a Lausanne. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)
Covid-Patient in einem Schweizer Spital: Der Wirtschaftswissenschaftler Marius Brülhart bringt eine Idee ins Spiel, wie sich Ungeimpfte an den Kosten einer Corona-Erkrankung beteiligen sollen. (Symbolbild)
Bild: Keystone

Ungeimpfte Personen, die wegen einer Covid-Erkrankung im Spital landen, sollen die Kosten über eine Zusatzversicherung teils selbst  tragen: Die Diskussion eines solchen Modells stösst der Ökonom Marius Brülhart an.

sda

11.11.2021 - 07:39

Der Wirtschaftswissenschaftler Marius Brülhart will darüber diskutieren, ob Ungeimpfte die Kosten bei einem allfälligen Spitalaufenthalt wegen Covid-19 selber bezahlen sollen. Als Diskussionsgrundlage schlägt er eine Zusatzversicherung vor, welche die Spitalkosten übernehmen würde.

«Es ist nun mal Tatsache, dass Ungeimpfte ein viel grösseres Risiko haben, im Spital zu landen – und diese Behandlungen sind sehr teuer», sagte Brülhart am Donnerstag im Schweizer Radio SRF. Gemäss Bericht hat der Wirtschaftsprofessor errechnet, dass eine Behandlung pro Patientin oder Patient zwischen 25'000 und 30'000 Franken kostet – ohne Rehabilitation.

Orientierung an der Unfallversicherung

Brülhart lehnt seine Idee der Zusatzversicherung an das Prinzip der Unfallversicherungen an, die etwa Personen abschliessen können, die Risikosport betreiben. Da gehe man davon aus, dass die Betroffenen bewusst ein Wagnis eingingen, das das Risiko eines Spitalaufenthalts erhöhe, sagte Brülhart. Darum werde ihnen eine höhere Eigenfinanzierung verrechnet. Für eine ähnliche Lösung solle nun auch in Zusammenhang mit ungeimpften Covid-Patientinnen und -Patienten die Diskussion lanciert werden.

Die Idee stösst jedoch vorerst auf Ablehnung. «Wir haben in der Verfassung garantiert, dass alle Bürgerinnen und Bürger eine adäquate gesundheitliche Versorgung bekommen, die ihnen entsprechend zusteht», sagte der SVP-Gesundheitspolitiker Thomas de Courten (BL) im Radio. Und auch SP-Nationalrätin Barbara Gysi (SP/SG) lehnt die Idee ab. «Wir müssen die Leute überzeugen, dass sie sich impfen – und nicht über ein Zusatzgeschäft weitere Versicherungen alimentieren», sagte sie am Radio.

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